Finanztest-Leser Gregor P. aus Bergisch-Gladbach schreibt uns: Ich wohne in einem 80 Jahre alten Eigenheim. Nach einem Wasser­rohr­bruch sagte der Klempner, ich müsse alle Bleileitungen austauschen lassen. Andernfalls müsse er die Leitungen sperren und dies dem Gesund­heits­amt melden. Stimmt das?

Klempner hat nichts zu melden

Finanztest antwortet: Nein. Hand­werker dürfen keine „quasi-hoheitlichen Tätig­keiten“ ausüben, so das Umwelt­bundes­amt. Im selbst­genutzten Eigenheim sei der Besitzer zwar „gehalten, aus der Über­schreitung der chemischen Para­meter für Blei in seiner Haus­installation Konsequenzen zu ziehen“. Tauscht er die Rohre nicht aus, gibt es jedoch keine Sanktionen. Das Gesund­heits­risiko durch Blei­rohre in Ihrem Eigenheim tragen Sie also selbst. Den Klempner geht das nichts an.

Vermieter trotzdem in der Pflicht

Vermieter dagegen müssen dafür sorgen, dass Blei nicht in einer höheren Konzentration als 0,010 Milligramm pro Liter an der Trink­wasser­stelle enthalten ist. „Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert in vielen Fällen nicht einge­halten werden kann, wenn Blei­rohre verwendet wurden“, so das Umwelt­bundes­amt. Mieter haben laut Trink­wasser­ver­ordnung einen Schutz­anspruch, dem der Vermieter verpflichtet ist.

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