Willi H. aus München:

Die DaimlerChrysler Bank hat noch Mitte Oktober in der Presse und im Internet mit einem Zinssatz von 3,6 Prozent für Tagesgeld geworben. Auch bei Finanztest erschien die DaimlerChrysler Bank mit diesem Zins in den Top Twenty. Warum weisen Sie nicht darauf hin, dass in diesem Zinssatz ein Startbonus von 0,5 Prozent enthalten ist, der nur bis Ende Oktober gezahlt werden soll? Ist das nicht Bauernfängerei?

Finanztest: Nein, ist es nicht. Die Top Twenty für Tagesgeldkonten ermittelt Finanztest monatlich zu einem bestimmten Stichtag. Es ist keine Bewertung für die künftigen Monate. Am Stichtag war es bei der DaimlerChrysler Bank bisher möglich, einen Jahreszins von 3,6 Prozent zu erlangen. Wenn die Bank den Bonus von 0,5 Prozent nicht verlängern sollte, geht sie mit dem dann gültigen Zinssatz in die Wertung ein.

Die Zinssätze für Tagesgeld sind üblicherweise variabel und der Anpassungstermin liegt allein im Ermessen der Kreditinstitute. Rechtlich ist es ausreichend, den Kunden erst bei Kontoeröffnung über den dann gültigen Zins zu informieren.

Ohnehin sollten Sie bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos immer nachfragen, welche Zinskonditionen bei Vertragsabschluss gerade gelten. Es kann zum Beispiel auch sein, dass der angegebene Zins nicht für die gesamte Summe, sondern nur für den Teil gezahlt wird, der einen bestimmten Anlagebetrag überschreitet, oder dass das Kreditinstitut eine Kontoführungsgebühr verlangt.

Die DaimlerChrysler Bank hat übrigens am 30. Oktober angekündigt, bis auf weiteres einen Gesamtzins von 3,6 Prozent zu zahlen.

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