Herbert F. aus Münster:

Ich habe in Finanztest gelesen, dass Hausbesitzer mit vermögenswirksamen Leistungen (vL) auch ein Baudarlehen zurückzahlen können. Meine Bank sagt aber, ich könnte die vL nur auf einen neuen Bausparvertrag einzahlen lassen, um damit später einen Teil meines Baukredits abzulösen. Ist das richtig?

Finanztest: Nein. Nach dem Vermögensbildungsgesetz können Arbeitnehmer vL auch zur Entschuldung von Wohneigentum einsetzen. Dafür haben Banken und Bausparkassen einfache Vordrucke.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder der Arbeitgeber überweist die vL direkt auf das Darlehenskonto. Oder der Arbeitnehmer lässt sich das Geld aufs eigene Konto auszahlen. In diesem Fall muss er dem Arbeitgeber die Verwendung für die Schuldentilgung durch eine Bestätigung des Kreditgebers nachweisen.

Die vL können Sie zur Senkung Ihrer Belastung oder zur zusätzlichen Tilgung einsetzen. Während der Zinsbindung sind Kreditinstitute allerdings meist nicht bereit, nachträglich eine höhere Tilgung durch vL zu vereinbaren (Ausnahme: Bauspardarlehen). Vermutlich bezieht sich darauf die Antwort Ihrer Bank.

Eine bessere vL-Anlage als die Kredittilgung gibt es nicht. Fließen zum Beispiel monatlich 40 Euro vL zusätzlich auf das Kreditkonto, verringert das die Restschuld bei einem Zinssatz von 5 Prozent nach zehn Jahren um gut 6 200 Euro. Arbeitnehmer mit niedrigem zu versteuernden Einkommen (Alleinstehende maximal 17 900, Ehepaare 35 800 Euro) erhalten vom Finanzamt 10 Prozent Sparzulage auf vL-Beträge bis zu 480 Euro im Jahr.

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