Frag Finanztest Special

Katja Vogt (25) aus Berlin im Gespräch mit Susanne Meunier, journalistische Leiterin unseres Teams Versicherungen.

2016 wird Finanztest 25 Jahre alt. Zu unserem Geburts­tag haben wir junge Menschen einge­laden, uns Fragen zu stellen. Den Anfang macht Katja Vogt aus Berlin. Sie wurde im selben Jahr geboren wie Finanztest und arbeitet als Medizin­studentin im praktischen Jahr im Kranken­haus. Sie fragt sich, welche Versicherungen sie zum Berufs­start braucht.

Eine Haft­pflicht­versicherung sollte jeder haben

Katja Vogt: Im Studium haben uns immer wieder Versicherungs­makler angesprochen, damit wir bei ihnen Versicherungen abschließen. Weil ich beim Start in den Beruf wenig verdiene, kann ich keine über­flüssigen Policen gebrauchen. Eine private Haft­pflicht­versicherung ist wirk­lich wichtig, nicht wahr?

Finanztest: Das stimmt. Jeder sollte darauf achten, haft­pflicht­versichert zu sein. Denn Sie müssen Schäden ersetzen, die Sie verursachen. Eine kleine Unacht­samkeit kann Millionenschäden auslösen und Sie finanziell ruinieren.

Bisher war ich über meine Eltern haft­pflicht­versichert. Muss ich das ab dem 25. Lebens­jahr über­nehmen?

Nein, Sie sind vor­erst weiterhin über Ihre Eltern versichert, weil Ihre erste Berufs­ausbildung noch nicht abge­schlossen ist. Erst nach dem letzten Staats­examen brauchen Sie eine eigene Police. In vielen anderen Studien­gängen zählt der akademische Grad „Master“ als erster Ausbildungs­abschluss. Die Policen sind bezahl­bar: Es gibt schon für etwa 50 Euro im Jahr sehr gute Tarife, die Schäden bis zu 5 Millionen Euro abdecken. So hoch sollte die Versicherungs­summe sein.

Ist es sinn­voll, eine private Haft­pflicht­versicherung mit meinem Freund zusammen abzu­schließen?

Unver­heiratete Partner können sich gemein­sam versichern und haben dann eine Police. Das spart. Der Nachteil: Schäden, die Sie sich gegen­seitig zufügen, sind nicht versichert.

Bleibe ich auf dem Schaden sitzen, den ein Fremder verursacht, der nicht zahlen kann, weil er zum Beispiel nicht versichert ist?

Ja, das kann passieren. Es gibt aber Tarife mit Forderungs­ausfall­deckung. Das heißt: Die Versicherung springt ein, wenn der Verursacher nicht zahlt. Das kostet zum Teil nichts oder nur ein paar Euro extra. Meist greift der Schutz aber erst bei höheren Schäden ab 2 500 Euro. Fast alle Tarife, die bei unserem jüngsten Test sehr gut abge­schnitten haben, deckten dieses Risiko mit ab.

Wann eine Hausrat­versicherung sinn­voll ist

Gerade ziehe ich mit meinem Freund zusammen. Ist es jetzt an der Zeit für eine Hausrat­versicherung?

Das hängt von Ihrer Situation ab. Stellen Sie sich vor, Sie verlieren Ihre gesamten Möbel und alle anderen Sachen. Schaffen Sie es finanziell, alles Nötige zu ersetzen? Dann ist eine solche Police unnötig. Sonst ist sie eine Über­legung wert. Das gilt auch dann, wenn Sie zum Beispiel zwar nur gebrauchte Möbel, aber ein teures Fahr­rad oder einen hoch­wertigen Computer haben.

Zahlt sie auch, wenn ich meinen Laptop fallen lasse?

Nein, von Ihnen verursachte Schäden an Ihrem Eigentum decken weder Haft­pflicht- noch Hausrat­versicherung ab. Dafür brauchten Sie eine spezielle Elektronik­versicherung. Die ist aber in der Regel teuer. Das lohnt nur selten. Lassen Sie den Laptop mit Absicht los, greift auch diese Police nicht.

Auslands­auf­enthalte absichern

Vier Monate lang will ich in Frank­reich und Groß­britannien arbeiten, dafür habe ich eine Auslands­kranken­versicherung abge­schlossen. Brauche ich für diese Zeit auch eine Unfall­versicherung?

Eine Unfall­versicherung zahlt nur, wenn ein Unfall Sie dauer­haft beein­trächtigt. Das passiert selten, im Ausland nicht häufiger als hier.

Ist es sinn­voll, eine Berufs­unfähigkeits­versicherung abzu­schließen?

Ja, viele unterschätzen das Risiko, den Beruf nicht mehr ausüben zu können, etwa weil sie krank werden. Sie brauchen aber Geld zum Leben. Junge Leute bekommen leichter einen Vertrag, weil sie kaum Gesund­heits­probleme haben. Später ist oft kein guter Vertrag mehr zu bekommen. Als Ärztin können Sie sich auch über Ihr Versorgungs­werk absichern. Ärzte sind bei Versicherern gern gesehen. Der Beruf spielt eine große Rolle.

Tipp: Wenn Sie sich auch fragen, ob Sie richtig versichert sind: Welche Versicherung Sie wirk­lich brauchen, erfahren Sie spielerisch mit unserem Versicherungs-Check.

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