Fototipp: Graufilter Meldung

Sind Bewegungsunschärfe und geringe Tiefenschärfe erwünscht, helfen Graufilter.

Viel hilft viel – die alte Handwerkerweisheit stimmt nicht immer, vor allem nicht in der Fotografie. Wer an Sonnentagen zu viel Licht zum Fotografieren hat, bekommt insbesondere mit einfacheren Digitalkameras manche Fotoeffekte nicht mehr hin: das Wasserspiel des Springbrunnens zum Beispiel, dessen Bewegungsunschärfe bei längeren Belichtungszeiten verdeutlicht wird oder das Porträt, das sich mittels einer weit geöffneten Blende stark vom unscharfen Hintergrund löst (siehe Fototipp: Unscharf hat seinen Reiz). Die Lösung sind Graufilter. Sie reduzieren die Lichtmenge und sorgen so für lange Belichtung und große Blende. Im Fachhandel werden Graufilter mit unterschiedlichen Filterfaktoren angeboten (ab ca. 15 Euro): Faktor zwei lässt nur ein Viertel des Lichts durch und verlängert die Belichtungszeit beispielsweise von einer fünfhundertstel Sekunde auf eine hundertfünfundzwanzigstel Sekunde. Anders gesagt: Er vergrößert die Objektivöffnung von Blende 5,6 auf Blende 2,8. Filterfaktor acht verlängert um drei, Faktor 64 um sechs Blendenstufen. Manche Anbieter geben statt Filterfaktoren die Filterdichte an: Dichte 0,3 entspricht Faktor 2, 0,9 ist Faktor 8.

Tipp: Graufilter lassen sich durch Polarisationsfilter ersetzen, die normalerweise gegen Spiegelungen und für sattere Farben eingesetzt werden – Filterfaktor etwa 1,5. Das entspricht einer knappen Blende. Wer zwei Polarisationsfilter vors Objektiv schraubt, hat ein einstellbares Graufilter: Je stärker er die Filter gegeneinander verdreht, desto weniger Licht kommt durch.

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