Fototipp: Crossentwicklung Meldung

Für kräftige, plakative Farben und starke Kontraste sorgt die Crossentwicklung.

Wer mehr haben will als ausgewogene, brave Farbfotos, sollte mal die Crossentwicklung ausprobieren. Crossentwicklung heißt, einen Farbfilm „falsch“ entwickeln zu lassen, sprich einen Diafilm vom Labor wie einen Farbnegativfilm im C41-Prozess bearbeiten zu lassen (cross = überkreuz). Das bringt die stärksten Effekte. Ein Vermerk auf der Arbeitstasche genügt.

Papierabzüge davon wirken überzeichnet, grobkörnig und das Farbspektrum verschoben. Farbnegativfilme als Diafilm zu entwickeln, lohnt indes nicht: blasse Farben, schwache Kontraste, geringe Empfindlichkeit. Die Crosseffekte sind kaum vorhersehbar, geschweige denn reproduzierbar. Vielleicht liegt der Reiz solcher Bilder gerade in dieser Überra­schung. Allerdings verlieren Diafilme durch das Crossen ihre Emp­findlichkeit. Ein bis zwei Blendenstufen sollten beim Belichten zugegeben werden.

Übrigens: Auch Digitalfotografen brauchen nicht auf den Crosseffekt zu verzichten. Viele Bildb­earbeitungsprogramme bieten Effektfilter, die diese Entwicklungsart nachbilden.

Tipp: Cross entwickelte Farbbilder zeichnen die Hautfarbe oft mit starkem Grünstich. Nicht so bei Diafilmen, die speziell für farbneutrale Crossentwicklung empfohlen werden, wie zum Beispiel der Diafilm Agfachrome RSX II 100 Professional.

Dieser Artikel ist hilfreich. 310 Nutzer finden das hilfreich.