Eigene Digitalbilder lassen sich gut im Fotobuch verewigen. Manch einer will sein schönstes Bild auch im Großformat als Poster haben. Qualitätsunterschiede gibt es bei beiden Varianten.

Nur ein paar Mal auf- und zugeklappt – und schon war die Klebebindung des Fotobuchs kaputt: hier das Innenleben, da der Umschlag. Solche Zerfallserscheinungen zeigten die Fotobücher von fotokasten. Die Innenseiten fielen vollständig heraus. Das ist ärgerlich, wenn man Mühe, Zeit und Geld investiert hat, um die schönen, individuell gestalteten Erinnerungen möglichst lange in Buchform zu bewundern.

Mit 29,99 Euro für 28 Seiten ist fotokasten auch noch ein teurer Anbieter im Test, andere Fotobücher mit Hardcover-Einband im A4-Format gibt es schon ab etwa 18 Euro. Aber auch bei Lidl wurde schlecht verleimt, Buchrücken und Innenseiten fingen bei einem Buch an, sich zu lösen.

Ein Fotobuch ist nichts anderes als ein Fotoalbum, bei dem die Bilder nicht eingeklebt, sondern im Digitaldruck auf Papier gedruckt und dann gebunden werden.

13 Anbieter von Fotobüchern und Postern haben wir getestet, darunter Elektronikmärkte wie Media Markt und Saturn, Discounter wie Aldi und Lidl, Drogerien wie Schlecker und Rossmann und reine Onlineanbieter wie Pixelnet und snapfish. Bei jedem haben unsere Testpersonen drei Fotobücher und neun Poster bestellt. Wir wollten unter anderem wissen: Wie gut klappt die Bestellabwicklung? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es? Zwischen welchen Formaten kann man wählen? Was taugen die gelieferten Fotobücher und Poster? 

Die besten Fotobücher

Saturn liefert als Einziger im Test sowohl „gute“ Fotobücher als auch „gute“ Poster. Media Markt, Rossmann und snapfish überzeugen ebenfalls mit „guten“ Fotobüchern, doch ihre Poster sind nur „befriedigend“. Das zeigt: Bei ein und demselben Anbieter kann die Qualität von Fotobüchern und Postern unterschiedlich sein. Ein Grund dafür könnten die Herstellungsverfahren sein. Die Fotobücher im Test wurden gedruckt, die Poster – wie auch Fotoabzüge – meist noch fotochemisch entwickelt.

Die besten Poster

Eine „gute“ Posterqualität liefern Saturn, Foto Quelle und Aldi. Die fotochemische Entwicklung lieferte im Test brillantere und kräftigere Farben als der Druck. Doch kann der Kunde nicht davon ausge­hen, dass er bei Nachbestellungen farblich exakt das gleiche Poster bekommt. Denn bei der fotochemischen Entwicklung kann es leichter zu größeren Farbschwankungen kommen als beim Druckverfahren. Der Qualitätsunterschied bei Postern variiert daher zwischen den einzelnen Anbietern stärker als bei den Fotoalben. Auch Farbverfälschungen treten auf: Das blaue Meer zeigt einen Stich ins lilafarbene, die Sonnenuntergänge sind zu knallig orange.

Über den gedruckten Bildern in den Fotobüchern liegt jedoch oft ein leichtes Rauschen, wie ein feiner Schleier. Viele Bilder wirken dadurch eher flach und kontrastarm. Die Farben sind dann insgesamt eher etwas flau. Sie genügen Standardansprüchen, für Profis mag das nicht ausreichen.

Software für den Computer zuhause

Um zuhause am Computer ein solches Fotobuch zu erstellen, braucht der Nutzer zunächst die richtige Software, auch Client-Software genannt. Die kann er von den Websites der Anbieter herunterladen – bis zu 130 Megabyte große Programmpakete. Ein schneller Breitbandin­ternetzugang ist von Vorteil, sonst dauert es lange, bis die Programme übertragen sind.

Beim Bestellen einzelner Poster ist es meist am einfachsten, das Foto auf die Website des Anbieters direkt hochzuladen. Nur bei pixopolis ist ein Hochladen über die Website nicht möglich, hier muss auch für Posterbestellungen die Herstellersoftware installiert werden.

Fast alle Anbieter unterstützen Windows XP und Vista, lediglich die Software vom schnappschussverlag läuft nur unter XP optimal, mit Vista kann es Einschränkungen geben. Apple-Nutzer können im Unterschied zum letzten Test Fotobücher 2/2008 fleißig Fotobücher er- und bestellen: Die Software mehrerer Anbieter unterstützt jetzt auch Mac OS X (siehe Testtabelle).

Viele Gestaltungsmöglichkeiten

Die Auswahl an Albenformaten wird immer umfangreicher. Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Einbänden, Bindungen und Seitenzahlen wählen. Neu hinzu­ge­kommen sind in diesem Jahr die sogenannten „Premium-Alben“ – auf hochwertigem Fotopapier. Bei den Postern sind die Wahlmöglichkeiten nicht ganz so groß. Gängige Formate sind 30 x 40 Zentimeter, 40  x  60 und 50  x  75 Zentimeter. Die meisten Formate haben der schnappschussverlag, Pixelnet und pixopolis, Aldi und Foto Quelle haben die wenigsten.

Mittlerweile ist mit jeder Fotobuchsoftware eine freie Seitengestaltung möglich (siehe Fotobücher erstellen). Bei allen im Test lassen sich die Bilder vergrößern, verkleinern, drehen und frei auf den Seiten verteilen. Eigener Text kann immer eingefügt werden.

Hinzu kommen vorgefertigte Vorlagen für Layout und Hintergründe. Bildbearbeitungsmöglichkeiten wie Helligkeit, Kontrast, Rote-Augen-Korrektur bieten die meisten. Die Schärfe des Einzelbildes lässt sich etwa bei jedem zweiten Anbieter bearbeiten. Alle Anbieter lassen dem Kunden bei der maximalen Dateigröße eines Bildes und der Gesamtgröße eines Albums einen sehr großen Spielraum.

Tipp: Wenn Sie im Umgang mit der Anwendersoftware geübt sind, sollten Sie für das Erstellen eines sorgfältig layouteten Fotobuchs zwei bis drei Stunden einplanen. Wer mit der Software weniger vertraut ist oder hohe Ansprüche hat, sollte eher mit sechs bis acht Stunden rechnen. Die Angaben gelten für Alben mit geringer Seitenzahl, zum Beispiel 24 Seiten.

Daten übers Internet hochladen

Ist das Fotobuch gestaltet oder das richtige Poster gewählt, lädt man die Daten auf die Anbieterwebsite hoch. Für ein Fotobuch mit 100 Megabyte Bilddaten brauchten Lidl und pixopolis bei einer sehr schnellen DSL-Leitung – 16 000 Kilobit pro Sekunde – mit einem Upload von bis zu 1 024 Kilobit pro Sekunde über eine Viertelstunde, Pixelnet benötigte nur fünf Minuten.

Kundeninformation und Lieferzeit

Angebote, Preise und Versandkosten sind auf den Websites meist leicht zu finden. Nahezu alle der geprüften Anbieter geben wichtige gesetzliche Informationen wie Adresse, Telefonnummer, Fax, E-Mail und die Rechtsform an.

Anders sieht es bei den Zahlungs- und Lieferbedingungen aus. Sie tauchen oft erst beim tatsächlichen Bestellvorgang auf. Der schnappschussverlag liefert nur gegen Vorkasse, nicht auf Rechnung. Auch die Bestellung eines Fotobuchs bei Schlecker (über die Schlecker-Website bei Schlecker Fotobuch) und fotokasten geht nur per Vorkasse. Und: Die Anbieter beginnen erst mit der Produktion, wenn das Geld eingegangen ist.

Unterschiede auch beim Datenschutz: Kommt die Anbietersoftware, wie etwa bei den Posterbestellungen üblich, nicht zum Einsatz, übertragen Foto Quelle und prin­teria die Adressdaten ihrer Kunden un­verschlüsselt übers Internet. Und beim schnappschussverlag fehlt die Datenschutzerklärung auf der Website komplett. Auch über die Verwendung, wie etwa die Weitergabe der Kundendaten an Dritte, wird dort kein Wort verloren.

Ruhe herrschte auch lange bei pixopolis. 16 Werktage dauerte die Lieferzeit für Poster im Schnitt. Damit ist er der Langsamste. Lidl und Schlecker lieferten die Poster in weniger als 3 Werktagen. Bei den Fotobüchern waren Saturn und snapfish mit weniger als 3 Werktagen am schnellsten.

Angaben zur Reklamation versteckt

Ein Problem sind immer noch die Stornierungs- und Reklamationsbedingungen und die damit verbundenen Kosten. Die Anbieter verstecken die Angaben – wenn überhaupt – in den allgemeinen Geschäftsbe­dingungen. Für Normalkunden bleiben sie unverständlich. Ärgerlich, wenn man – wie im „fotokasten-Fall“ – reklamieren will.

Der Fall Foto Quelle

Foto Quelle zählt zum Handelskonzern Arcandor. Trotz der Turbulenzen des Konzerns im Juni können Kunden weiterhin die Dienste von Foto Quelle in Anspruch nehmen, zumal die Bezahlung auf Rechnung hier das gängige, kundenfreundliche Verfahren ist. In punkto Qualität überzeugte Foto Quelle bei den Posterbestellungen als zweitbester Anbieter im Test.

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