Die eigenen Digitalbilder als richtiges Buch: Etliche Anbieter liefern schöne Fotobücher. Große Unterschiede gibt es bei der Software zur Buchgestaltung und beim Service.

Mehr und mehr Hobbyfotografen gehen dazu über, ihre Erinne­rungsfotos von Urlaub und Familienfeier nicht mehr per Hand ins Album zu kleben, sondern von spezialisierten Anbietern in Fotobücher drucken zu lassen. Etwa anderthalb Millionen solcher Bücher wurden laut Photoindustrie-Verband im Jahr 2007 in Deutschland verkauft, dreimal so viele wie 2006.

Der Reiz des vergleichsweise neuen Produkts liegt auf der Hand: Es macht einfach mehr her, wenn man seine selbstgeknipsten Bilder in einem professionell gedruckten und gebundenen Fotoband präsentiert. Außerdem kann man davon beliebig viele Exemplare ordern, um sie an Freunde, in der Familie oder im Verein zu verteilen. Mit klassischen Fotoalben wäre das sehr mühsam. Die Sache hat natürlich ihren Preis: A4-Bücher mit Hardcover-Einband gibt es einschließlich Versand erst ab etwa 21 Euro. Je nach Anbieter und Seitenzahl kann es noch deutlich teurer werden. Da möchte man natürlich schon vorher gern wissen, was man für sein Geld bekommt.

„Gute“ Bücher von sieben Anbietern

Wir haben zwölf Anbieter von Fotobüchern getestet. Darunter Elektronikmärkte wie MediaMarkt und Saturn, Discounter und Drogerien wie Aldi, Lidl, Rossmann und Schlecker und spezialisierte Onlineanbieter wie pixopolis oder myphotobook.de. Bei jedem haben Testkäufer sechs Fotobücher bestellt. Dabei haben wir geprüft, welche Gestaltungsmöglichkeiten geboten werden, wie gut die Bestellabwicklung klappt, und was die gelieferten Bücher taugen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sieben Anbieter liefern „gute“ Fotobücher mit Hardcover, vier von ihnen auch mit Softcover. Doch gibt es deutliche Unterschiede bei Gestaltungsmöglichkeiten und Bestellabwicklung.

Um am heimischen PC ein Fotobuch zusammenzustellen, braucht man die passende Layout-Software. Auf den Anbieter-Websites kann man entsprechende Programme herunterladen. Ein schneller Breitband-Internetzugang ist dabei hilfreich, denn die Programmpakete sind oft um die 30 Megabyte groß. Alle unterstützen die heute gängigen Windows-Versionen 2000, XP und Vista. Allein myphotobook.de bietet sein Programm auch für Apples Betriebssystem Mac OS X an. Mit dem Laden des Layoutprogramms legt man sich übrigens auf den jeweiligen Fotobuchanbieter fest. Will man mehrere Anbieter ausprobieren, muss man auch mehrere Programme installieren.

Verschiedene Formate und Einbände

Ist die Software einmal auf dem PC installiert, wählt man nach dem Programmstart zunächst Format und Einband für sein Buch: Hochformat, Querformat oder quadratisch? Hardcover oder Softcover? Leinen- oder Hochglanzeinband? Klemm-, Klebe- oder Spiralbindung? Hier bieten die Anbieter eine mehr oder minder große Auswahl an Kombinationsmöglichkeiten. Die meisten unterschiedlichen Formate haben albumfactory, Lidl, myphotobook.de und pixopolis, die wenigsten Aldi und PixelNet. Zwischen matten und glänzenden Seiten kann man bei keinem Anbieter wählen.

Möglichkeiten zur Gestaltung

Im nächsten Schritt geht es daran, das Fotobuch zu gestalten (siehe „Fotobücher gestalten“). Die Funktionsvielfalt der Buchgestaltungsprogramme variiert erheblich. Am größten ist sie bei Aldi, Lidl, MediaMarkt und Rossmann. Hier kann man Bilder nach Belieben vergrößern und verkleinern, drehen und spiegeln und frei auf den Seiten verteilen. Außerdem gibt es umfangreiche Layoutvorlagen und Hintergrundmuster zur Seitengestaltung sowie einige grundlegende Bildbearbeitungsmöglichkeiten zur Korrektur von roten Augen, Helligkeit, Kontrast und Bildschärfe. Geradezu spartanisch kommen dagegen die Programme von albumfactory, myphotobook.de und PixelNet daher.

Bestellen per CD oder übers Netz

Ist der Buchentwurf fertig, geht es ans Bestellen. Bei allen Anbietern außer snapfish kann man sein fertiges Fotobuchprojekt auf eine CD brennen und diese per Post einschicken beziehungsweise in einer Filiale abgeben. Hat man einen Breitband-Internetzugang, geht es schneller und komfortabler übers Internet. Dabei müssen sowohl die digitalen Fotobuchdaten als auch die nötigen Adress- und Zahlungsinformationen an den Anbieter übertragen werden. Bei den meisten läuft das komplett über die Fotobuchsoftware, in der man sein Buch auch gestaltet hat. Nur bei myphotobook.de, PixelNet und snapfish muss man beim Bestellvorgang zusätzlich noch die Website der Anbieter besuchen. Das macht den Vorgang spürbar unübersichtlicher.

Bis zu 32 Minuten Ladezeit

Wie lange das Hochladen der Daten dauert, variiert von Anbieter zu Anbieter. Für ein Fotobuch mit 100 Megabyte Bilddaten brauchte myphotobook.de bei einem gängigen DSL-3000-Anschluss im Test nur durchschnittlich sieben Minuten, bei Foto Quelle dauerte es über eine halbe Stunde. Mit einem besonders schnellen VDSL-Anschluss verkürzt sich die Wartezeit bei allen erheblich.

Zur seriösen und kundenfreundlichen Abwicklung gehört auch, dass Anbieter auf ihren Websites alle wichtigen Informationen bereithalten. Tatsächlich geben fast alle vollständig und übersichtlich Auskunft über Anschrift, Kontaktmöglichkeiten, Gerichtsstand und Ähnliches. Auch Preise und Versandkosten sind meist gut zu finden. Was der Kunde im Fall einer Reklamation tun soll, verstecken die Anbieter dagegen allenfalls in ihren AGB.

Offene Fragen beim Datenschutz

Ähnlich zwiespältig ist das Bild beim Thema Datenschutz. Positiv: Die meisten Anbieter erheben nur solche persönlichen Daten, die für die Auftragsabwicklung wirklich nötig sind. Außer bei albumfactory werden alle Nutzerdaten auch stets ausreichend verschlüsselt übertragen. Negativ: Beim Umgang mit den Daten zu Werbezwecken bleiben oft Fragen offen. Und eine Möglichkeit, seine Nutzerdaten direkt über die Anbieter-Website komplett zu löschen, bietet kein Anbieter.

Ansonsten gibt es beim Service der Anbieter klare Unterschiede. So bestehen etwa albumfactory, myphotobook.de, pixopolis und snapfish auf Vorkasse, während die übrigen auch auf Rechnung liefern. Getrennte Rechnungs- und Lieferadressen kann man bei albumfactory, Aldi und Foto Quelle überhaupt nicht angeben, bei myphotobook.de, Saturn, Schlecker und snapfish ist es ziemlich unübersichtlich.

Schnelle und langsame Lieferungen

Die Lieferzeiten fielen bei den Testbestellungen unterschiedlich aus: Am schnellsten waren Saturn, Schlecker und PixelNet. Sie lieferten die Bücher schon nach durchschnittlich rund vier Werktagen. MediaMarkt und Rossmann brauchten dafür über neun, myphotobook.de sogar fast elf Tage. In zwei Fällen waren die Fotobücher selbst nach zwei Wochen noch nicht da. Auf Nachfrage lieferten albumfactory und myphotobook.de sie dann aber immerhin schnell.

Schwächen bei der Bindung

Fast alle Lieferungen kamen sauber und unbeschädigt an. Auch die Papierqualität war durchgängig ordentlich. Bei der Verarbeitungsqualität der Bücher sah es anders aus: Die Bindung der Hardcover-Bücher von Aldi, Foto Quelle, MediaMarkt und Rossmann wirkte weniger stabil als bei den anderen. Bei den Softcover-Büchern war die Bindung bei albumfactory und PixelNet noch weniger haltbar.

Bildqualität schwankt

Die Bildqualität der Fotobücher fiel insgesamt ordentlich aus. So gab es etwa überraschend weniger gravierende Bildfehler als beim letzten Test von digitalen Fotoabzügen (test 8/05). Besondere Gestaltungselemente wie gedrehte oder überlagerte Bilder oder Kombinationen von Bild und Text hatten dabei keine negativen Auswirkungen auf die Bildqualität. Wenn es Grund zur Beanstandung gab, dann meist wegen Farbverfälschungen: Eigentlich blaue Himmel zeigten öfter einen Stich ins Violette, saftig-grüne Frühlingswiesen wirkten im Druck gelegentlich fast schon herbstlich. Außerdem schwankten sowohl die Bildqualität als auch die Verarbeitung der Bücher bei den meisten Anbietern von Bestellung zu Bestellung. Ist ein Buch besonders gut gelungen, ist das noch kein Garant, dass ein nachbestelltes Exemplar wirklich genauso schön ausfällt.

Dennoch bestätigt der Test: Ein Fotobuch kann ein wertiges Erinnerungsstück sein. Und es kann Spaß machen, es selbst zu gestalten. Das insgesamt ausgewogenste Angebot von Bild- und Buchqualität, Gestaltungsmöglichkeiten und Service liefern Saturn und Schlecker. Ist man bereit, Abstriche bei der Vielfalt der Software zu machen, bekommt man bei PixelNet noch etwas hochwertigere Hardcover-Bücher.

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