Vom Digital-zum Papierbild: Wer macht die besten und die haltbarsten Fotoabzüge – das Labor, der große oder der kleinformatige Fotodrucker? Ein Vergleich.

Jeder Digitalfotograf macht jährlich im Durchschnitt rund 500 Bilder, weiß die GfK, Gesellschaft für Konsumfor­schung, zu berichten. Etwa 400 davon werden auf der Computerfestplatte aufbewahrt. Die anderen 100 kommen auf Papier – die meisten nach wie vor aus dem Labor. Nur etwa 20 Papierbilder entste­hen auf einem Drucker daheim.

Was die Wege zum Papierbild betrifft, kursieren allerlei Vorurteile, zum Beispiel diese: „Selberdrucken ist besonders teuer“, „Tintendrucke verblassen schnell“, „Fotolabore liefern die beste Qualität“. Unser Systemvergleich delegiert fast alle dieser ehernen Wahrheiten ins Reich der Legende. Tatsächlich ist manch ein Labor­abzug teurer als der Ausdruck vom heimischen Computer. Fotos aus dem Tintendrucker sind oft ähnlich lichtbeständig wie Laborab­züge. Labors haben zwar im Vergleich zu unserem letzten Test in der Qualität zugelegt (siehe test 8/05: Digitale Fotodienste), patzten jedoch bei manchem Motiv.

Flexibel mit dem Computer

Wer einen Computer hat, dem stehen alle Wege zum Papierbild einschließlich ausgefeilter Bildbearbeitung offen. Bildoptimierung, Ausschnittwahl und Bildeffekte gelingen mit etwas Übung am Computer. Spezielle Fotodrucker braucht es dazu nicht. Selbst normale A4-Farbtintendrucker erreichen mittlerweile eine erstaunliche Fotoqualität. Fotopapier, meist 10 mal 15 Zentimeter, gibt es oft zusammen mit der Tinte im Sparpack. Damit kostet das Bild im günstigsten Fall 25 Cent. Doch es können auch 75 Cent und mehr sein. Der Canon iP4200 geht zwar sparsam mit Tinte um, doch 20 Blatt Canon-Papier kosten 13 Euro. Das macht zusammen gar nicht mehr günstige 65 Cent je Foto.

Vom Computer aus öffnet sich auch der preislich attraktivste Weg zum Papierbild, die Bestellung im Internet. Gute Fotoab­züge gibt es dort ab 5 Cent. Doch der Auftrag muss groß genug sein. Beispiel: 20 Abzüge kosten mit Auftragspauschale und Versandkosten oft um 4 Euro. Das macht 20 Cent je Abzug. Immerhin sind online bestellte Bilder so haltbar wie früher der Abzug vom Farbfilm.

Abzüge bestellen wie früher

Wer digital fotografiert, sonst aber mit der Technik wenig am Hut hat, geht wie frü­her zum Fotofachhandel, Elektronik- oder Drogeriemarkt. Drängt die Zeit, liefert eine Druckstation zur Selbstbedienung sofort Abzüge. Die geprüfte Station war mit 35 Cent je Bild aber teuer. Und den Ausdrucken mangelte es an Schärfe, sie bleichen schneller aus als gute Laborabzüge. Diese könnte man auch mit der Express­entwicklung im Minilabor bekommen, wenn sie denn angeboten wird.

Wenn der Kunde ein paar Tage warten kann, geht er an eine Orderstation und ist ab 10 Cent je Abzug (plus Auftragspauschale) dabei. Die Fotos werden in einem Minilabor direkt vor Ort abgezogen oder an ein Großlabor geschickt. Sie arbeiten nach dem bewährten chemischen Prozess der Bildentwicklung. Die Abzüge sind recht haltbar. Ihre Qualität kann jedoch je nach Motiv schwanken: Das in den Test einbezogene Großlabor Fuji Color, das unter anderem von MediaMarkt und Rossmann genutzt wird, lieferte das beste Porträt im Test – bei einem Gartenfoto aber auch ein so blasses Blattgrün, dass es teilweise wie handkoloriert wirkte. Solche Ausrutscher leistete sich nicht einmal ein billiger Onlineanbieter.

Selberdrucken ohne Computer

Digitalfotos lassen sich dank Direktdruck auch ohne Computer aufs Papier bringen. Dazu wird die Kamera per USB-Kabel an den Drucker angeschlossen. Ihr Display hilft bei der Bildauswahl, der Drucker liefert die Fotos. Diese Funktion heißt PictBridge („Bildbrücke“) und steckt inzwischen in beinahe jeder Kamera und jedem Drucker. Fotodrucker holen sich die Bilddaten auch direkt von der Speicherkarte der Kamera. Ein Display am Drucker hilft bei der Bildauswahl. Hier werden auch der Bildausschnitt festgelegt und Funktionen wie die Sepia-Tönung kontrolliert.

Besonders mobil einsetzbar sind kleine Fotodrucker für Abzüge im Format 10 mal 15 Zentimeter (in einigen Fällen auch 13 mal 18). Das sind Einzweckgeräte: Wer wenig druckt, holt die Anschaffungskosten nicht rein. Wer viel druckt, bekäme es aus dem Labor billiger. Bleibt der Zeitvorteil: Direkt auf der Party zu drucken, geht mit ihnen besonders gut. Zwei Drucksysteme streiten um die Gunst der Kunden:

Sublimationsdrucker bringen Farbfolie mit Hitze aufs Papier und versiegeln, „laminieren“ es abschließend. Wer deshalb auf gute Haltbarkeit schließt, liegt falsch: Ausdrucke der geprüften Modelle bleichten mit Abstand am stärksten aus. Dafür vertragen sie lange Druckpausen.

Kleinformat-Tintendrucker können bei langen Druckpausen eintrocknen. Das mindert die Qualität. Und die Ausdrucke des HP Photo­smart 475 sind nicht wasserfest und leiden schon, wenn man sie nur mit schwitzigen Fingern anfasst. Schade, denn die HP-Druckqualität ist gut und die Ausdrucke sind sehr lichtecht.

Mit Blick auf Kosten und Haltbarkeit der Bilder empfiehlt sich eine zweigleisige Strategie: Wenige, besonders eilige Fotos selbst aus­drucken, den großen Schwung Urlaubsbilder ins Labor geben.

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