Foto und Recht Special

Kann Ärger geben: Fotos von Kindern am Strand.

Ob Familienfeier, Schulparty oder Urlaubsreise – Kamera oder Handy sind immer dabei. Doch manch' Schnappschuss ist verboten und kann teuer werden. Finanztest erklärt, welche Rechte fotogra­fierte Personen haben und worauf Hobbyfotografen unbedingt achten müssen – etwa wenn sie Bilder anderer Personen bei einem sozialen Netzwerk wie Facebook einstellen wollen.

Risikofoto: Kinder am Strand

Statt an einen schönen Urlaub zu erinnern, bleibt manches Foto ganz anders im Gedächtnis. Knipsen Eltern in Florida ihre Kinder in Badehose oder nackig am Strand, können sie Ärger bekommen. Was zuhause als süß gilt, sehen Amerikaner zuweilen als strafbare Kinderpornografie an oder zumindest als Erregung öffentlichen Ärgernisses. Ein Strandnachbar oder ein Mitarbeiter im Fotogeschäft muss nur den Sheriff rufen. Schon kann ein hochnotpeinliches Verhör und eine Strafe folgen. „Insofern sollte das Fotografieren nicht vollständig bekleideter Kinder (auch der eigenen z. B. im Garten oder in der Badewanne) unterlassen werden!“, heißt es in den Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amts für US-Urlauber.

Risikofoto: Schulfest

Ärger kann es auch hierzulande geben. Bilder von einem Schulfest beschäftigten zum Beispiel das Landgericht und das Oberlandesgericht Frankfurt am Main über zwei Instanzen. Die Schnappschüsse waren in den Onlinealben eines Bilderdienstes aufgetaucht. Über einen Link auf der Internetseite der Schule konnte sich jeder die Bilder anschauen und Abzüge bestellen. Der Vater eines der Kinder auf den Fotos zog dagegen vor Gericht. Das Oberlandesgericht verurteilte den Bilderdienst schließlich zur Unterlassung (Az. 11 U 5/04). Der Fotograf ließ sich nicht ermitteln. Sonst hätte er unter Umständen sogar Schmerzensgeld zahlen müssen.

Lächeln gilt als Erlaubnis

Es ist verboten, Fotos von fremden Personen ohne Erlaubnis zu veröffentlichen. Das gilt für Onlinealben wie für jede Internetseite, für soziale Netzwerke wie Facebook und selbstverständlich für klassische Medien. Offen ließen die Richter in Frankfurt, ob nur die Veröffentlichung der Schulfestbilder mit dem Kind rechtswidrig war oder ob der Fotograf sie schon gar nicht hätte aufnehmen dürfen. Grundsätzlich gilt nämlich: Fotografen brauchen schon eine Erlaubnis, wenn sie einen Menschen ablichten wollen. Bei Erwachsenen reicht es, wenn sie in die Kamera lächeln und so ihr Einverständnis zeigen. Bei Kindern müssen die Eltern zustimmen.

Was erlaubt ist – und was nicht

  • Menschen als „Beiwerk“. Gut für Urlaubs- und Landschaftsfotografen: Wenn Menschen nur als „Beiwerk“ im Bild erscheinen, steht dem Foto nichts im Wege. Sogar die Veröffentlichung ist dann ohne Weiteres erlaubt.
  • Personen und Ereignissen der Zeitgeschichte. Erlaubt sind außerdem Fotos von Personen und Ereignissen der Zeitgeschichte. Wenn Politiker, Popstars oder sonstige Prominente öffentlich auftreten, müssen sie sich Fotos gefallen lassen. Als Zeitgeschichte gelten auch besondere Ereignisse wie Demonstrationen oder Unglücksfälle. Immer wieder beschlagnahmen zwar Polizisten Kameras, mit denen sie oder Kollegen bei handfesten Einsätzen geknipst worden sind. Sie berufen sich auf das Recht am eigenen Bild. Doch vor Gericht kommen sie damit meist nicht durch.
  • Veranstaltungen. Verbindlich sind Fotoverbote in Museen, bei Popkonzerten, Theateraufführungen und ähnlichen Veranstaltungen. Wer Bilder macht, läuft Gefahr rauszufliegen. Kameras oder Fotohandys zu beschlagnahmen, ist allerdings allein Sache der Polizei oder des Gerichtsvollziehers. Ordner und Sicherheitsdienst dürfen das nicht. Sie dürfen nur Besuchern mit Kamera den Zutritt verwehren.

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