Was zum Mantelbogen dazu­kommt: Keine Steuererklärung ohne Anlagen

Für alle Steuerzahler

  • Jeder füllt zusätzlich zum Mantelbogen die Anlage Vorsorgeaufwand aus. Zusammen­ver­anlagte Partner geben gemein­sam einen Vordruck ab.
  • In die Zeilen 4 bis 10 kommen die Beiträge für die gesetzliche Renten­versicherung, für berufliche Versorgungs­werke und Rürup-Verträge.
  • In Zeile 11 geben Versicherte an, ob sie für ihre Kranken­versicherung steuerfreie Zuschüsse, Arbeit­geberbeiträge oder Beihilfen bean­spruchen können – selbst oder über ihren Partner.
  • Ab Zeile 12 machen Steuer­pflichtige Angaben zur gesetzlichen, ab Zeile 31 zur privaten Kranken- und Pflege­versicherung.
  • In Zeile 30 tragen alle gesetzlich Versicherten Beiträge für zusätzlichen Kranken­versicherungs­schutz ein, zum Beispiel für Chef­arzt­behand­lung oder Zahn­ersatz. In Zeile 35 geben alle privat Kranken­versicherten ihre zusätzlichen Beiträge an. In den Zeilen 46 bis 52 rechnet außerdem jeder Schutz wie Arbeits­losen-, Unfall-, Haft­pflicht- und Risiko­lebens­versicherungen ab. Die Finanz­ämter erkennen solche Vorsorgeaufwendungen zwar bei vielen nicht an. Doch darüber muss der Bundes­finanzhof noch entscheiden. Bis zur Klärung lässt das Finanz­amt den Steuer­bescheid zu solchen Versicherungen von sich aus offen.
  • Ab Zeile 40 notieren Steuer­pflichtige Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge, die sie für Kinder über­nommen haben, für die ihnen kein Kinder­geld und kein Kinder­frei­betrag zusteht.

Für Arbeitnehmer und Pensionäre

Arbeitnehmer und Pensionäre rechnen lohn­steuer­pflichtige Löhne und Pensionen auf der Anlage N ab, ebenso Lohn­ersatz­leistungen wie Arbeits­losen-, Kranken- oder Eltern­geld. Auch Werbungs­kosten für die Fahrt zur Arbeit, Fort­bildungen, Gewerk­schaften oder für Prozesse um Pensions­bezüge tragen sie auf Anlage N ein. Für Arbeitnehmer lohnt sich der Nach­weis, wenn sie mehr als 1 000 Euro Kosten angeben, für Pensionäre beträgt die Hürde nur 102 Euro im Jahr.

Für Rentner

Rentner benötigen die Anlage R. Sie rechnen darauf gesetzliche Renten, Betriebs­renten, Renten aus Versorgungs­werken, privaten Versicherungen und anderen Verträgen ab. Partner füllen jeder eine Anlage R aus und geben auch Werbungs­kosten wie Honorare für Rentenberater an, wenn sie höher als 102 Euro im Jahr sind.

Für Anleger

Anleger brauchen die Anlage KAP, wenn sie noch Kirchen­steuer zahlen müssen oder Frei­stellungs­aufträge nicht optimal verteilt waren. Sie können damit außerdem das Finanz­amt prüfen lassen, ob ihr persönlicher Steu­ersatz oder die Abgeltung­steuer güns­tiger ist. Auch für ausländische Kapital­erträge oder Quellen­steuern ist die Anlage nötig. Zusammen­ver­anlagte Partner geben jeder eine Anlage ab.

Für Riester-Sparer

Riester-Sparer machen Angaben auf der Anlage AV, damit das Finanz­amt prüft, ob sie Steuern sparen können.

Für getrennte Partner

Getrennte oder geschiedene Ehe- oder Lebens­partner besorgen sich die Anlage U, wenn sie Unterhalt an den Ex als Sonder­ausgaben absetzen wollen. Der Partner, der den Unterhalt erhält, muss die Anlage SO ausfüllen.

Für Angehörige und Partner

Steuerzahler, die Unterhalt an Lebens­gefährten oder Angehörige als außergewöhnliche Belastung absetzen wollen, benötigen die Anlage Unterhalt.

Für Vermieter

Vermieter und Verpächter machen ihre Angaben auf Anlage V.

Für Jobber

Gewinne oder Verluste aus selbst­ständigen Haupt- oder Neben­jobs sind auf der Anlage S abzu­rechnen.

Für Solar­anlagen­besitzer

Haus­eigentümer rechnen Gewinne aus Fotovoltaikanlagen auf Anlage G ab.

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