Einige Steuer­vordrucke braucht jeder, andere sind spezieller. Wir zeigen Schritt für Schritt, was neu und wichtig ist.

Arbeitnehmer, Rentner und viele andere können die Steuererklärung 2013 leichter als bisher ausfüllen. Sie dürfen jetzt übers Internet beantragen, dass ihnen bestimmte, beim Finanz­amt gespeicherte Daten und Belege zugäng­lich gemacht werden:

  • Angaben wie Name, Adresse, Religion,
  • Lohn­steuer­bescheinigungen,
  • Mitteilungen über den Bezug von gesetzlichen und privaten Renten,
  • Beiträge für die Kranken- und Pflege­versicherung,
  • Vorsorgeaufwendungen, wie Beiträge zu Riester- oder Rürup-Verträgen.

Wer den Service will, findet ihn unter www.elsteronline.de. Bedingung ist die Registrierung mit der Identifikations­nummer. Die IdNr. steht oben auf dem jüngsten Steuer­bescheid. Nötig ist außerdem die Wahl einer elektronischen Signatur. Die gibt es in der Basis­variante gratis als Datei auf den PC.

Mit der Signatur werden die Daten und Belege beantragt. Wählen Steuer­pflichtige die Basis­variante, erhalten sie per Post einen Abrufcode, den sie am Computer eingeben. Danach können sie den Abruf starten. Sie über­nehmen die Angaben mit ihrem PC-Steuer­programm oder per Hand.

Vorher prüfen sie die Daten. Die Finanz­verwaltung haftet nicht, wenn etwas falsch oder lückenhaft ist. Die Daten decken außerdem nur einen Teil der Steuererklärung ab.

Alle füllen den Mantelbogen aus

Mandy und Marco Harwardt machen ihre Steuererklärung am PC: Belege wie die Lohn­steuer­bescheinigung rufen sie diesmal elektronisch ab.

Das meiste muss jeder weiter traditionell eintragen. Doch los geht es im Mantelbogen mit den allgemeinen Angaben, die viele jetzt elektronisch abrufen können.

Allgemeine Angaben. Singles tragen in Zeile 6 bis 14 persönliche Daten wie Name und Adresse ein, ebenso Ehemänner, die sich mit ihrer Frau zusammen­ver­anlagen lassen. Die Frau füllt die Zeilen 16 bis 23 aus.

Auch gesetzliche Lebens­partner dürfen sich mitt­lerweile für die Zusammen­ver­anlagung entscheiden.

  • Der Partner, dessen Nach­name im Alphabet zuerst kommt, gibt seine persönlichen Daten in den Zeilen 6 bis 14 an, der andere in den Zeilen 16 bis 23.
  • Ist der Familien­name gleich, beginnt der Partner in Zeile 6, dessen Vorname im Alphabet vorne steht und der andere fängt mit Zeile 16 an.
  • Haben beide auch den gleichen Vornamen, legt der ältere Partner mit Zeile 6 los und der jüngere mit Zeile 16.

Zusammen­ver­anlagung. Durch die Zusammen­ver­anlagung erhalten alle, die laut Gesetz ein Paar sind, den Splitting­tarif. Partner, die unterschiedlich viel Einkommen versteuern, sparen damit meist hunderte oder tausende Euro. Sie müssen diese Variante einfach nur in Zeile 24 des Mantelbogens ankreuzen.

Einzel­ver­anlagung. Statt der gemein­samen Veranlagung können Ehepaare und gesetzliche Lebens­partner sich neuerdings für die Einzel­ver­anlagung entscheiden. Die kann in folgenden Situationen günstig sein:

  • Ein Partner hat Krank­heits­kosten, aber deutlich weniger Einkünfte als der andere.
  • Ein Partner ist Rentner, Pensionär oder Selbst­ständiger und kann mehr Versicherungs­beiträge absetzen als der andere, der noch als Arbeitnehmer arbeitet.
  • Beide Partner haben Neben­einkünfte unter 1 640 Euro im Jahr. Gleich­zeitig sind beide Arbeitnehmer oder lohn­steuer­pflichtige Pensionäre oder einer bezieht Lohn und der andere eine Pension.
  • Ein Partner hatte hohe Lohn­ersatz­leistungen – zum Beispiel Eltern­geld.
  • Ein Partner ist nicht in der Kirche, zahlt aber für den anderen Kirchgeld.

Machen Steuer­pflichtige die Steuererklärung mit PC-Steuer­programmen, finden sie meist damit heraus, welche Veranlagungs­art die güns­tigste ist.

Kreuzen Partner in Zeile 24 die Einzel­ver­anlagung an, geben beide eine eigene Steuererklärung ab. Gemein­same Einnahmen tragen sie zur Hälfte ein.

Sonder­ausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Kosten für Dienst­leistungen im Haushalt setzt derjenige ab, der sie hatte. Wahl­weise können Partner in Zeile 95 beantragen, dass bei jedem die Hälfte zählt.

Bank­verbindung. Zur Bank­verbindung sind diesmal folgende Angaben nötig:

  • In Zeile 25 kommt die Iban (Interna­tional Bank Account Number). Sie besteht aus dem Kürzel DE für Deutsch­land, einer zwei­stel­ligen Prüfziffer, der Bank­leitzahl und Konto­nummer. In Zeile 26 folgt der Bic, der Bank Identifier Code. Iban und Bic findet jeder auf seinen Konto­auszügen.
  • Einzutragen sind auch das Geld­institut (Zeile 27) und der Konto­inhaber (Zeile 28).

Anlagen. Im Mantelbogen wird nicht mehr ange­kreuzt, welche Anlagen ans Finanz­amt gehen. Jeder muss aufpassen, dass keine fehlt.

Jeder trägt Sonder­ausgaben ein

Im Mantelbogen geht es auf der zweiten Seite mit den Sonder­ausgaben weiter. Ohne Nach­weis berück­sichtigt das Finanz­amt bei jedem pauschal nur 36 Euro im Jahr .

Unterhalt. Viel mehr können alle absetzen, die an frühere Ehe- oder gesetzliche Lebens­partner Unterhalt zahlen. Sie tragen den gesamten Unterhalt in Zeile 40 ein. Der Anteil für die Basiskranken­versicherung und für die gesetzliche Pflege­versicherung des Ex kommt außerdem separat in Zeile 41. Deckt die Kranken­versicherung den Anspruch auf Krankengeld mit ab, notieren Versicherte den Beitrag dafür zusätzlich im Mantelbogen in Zeile 41.

Das Finanz­amt berück­sichtigt Unterhalt bis zu 13 805 Euro im Jahr und darüber hinaus in Höhe der Basisbeiträge für die Kranken- und Pflege­versicherung. Neben dem Mantelbogen müssen Steuer­pflichtige die Anlage U ausfüllen. Ihr Expartner stimmt darauf zu, dass er den Unterhalt versteuert und gibt selbst die Anlage SO beim Finanz­amt ab.

Kirchen­steuer. Arbeitnehmer und Pensionäre machen in Zeile 42 die Kirchen­steuer geltend, die sie 2013 gezahlt haben.

Ausbildungs­kosten. Auszubildende setzen Kosten für die erste Berufs­ausbildung oder das erste Studium als Sonder­ausgaben ab, wenn sie dafür kein Arbeits­verhältnis einge­gangen sind. Für Arbeits­mittel, Unifahrten, Lehr­gänge und andere Posten zählen Ausgaben bis 6 000 Euro.

Spenden. Spender notieren ab Zeile 45 Zuwendungen für steuer­begüns­tigte Zwecke, politische Parteien oder Wählerver­einigungen. Das können Parteibeiträge sein, aber auch Spenden an Kinder in Not oder Opfer der Hoch­wasser­katastrophe des Jahres 2013. Hat das Finanz­amt vom Empfänger der Spende eine elektronische Bescheinigung erhalten, sind weiter keine Belege nötig.

Keiner lässt Extralasten weg

Brisant sind die außergewöhnlichen Belastungen auf Seite 3 im Mantelbogen.

Krankheit. Ab Zeile 67 trägt jeder finanzielle Belastungen durch Krankheiten und Pflege­kosten ein. Auch kleinere Beträge gehören dort hin. Damit spart zwar bisher keiner Steuern, wenn seine „zumut­bare Belastung“ nicht über­schritten ist. Doch das könnte der Bundes­finanzhof in einem aktuellen Muster­prozess ändern. Steuer­bescheide bleiben deshalb auto­matisch offen.

Scheidung. Als außergewöhnliche Belastung gestrichen sind Anwalts- und Gerichts­kosten für Scheidungen und die Aufhebung gesetzlicher Lebens­part­nerschaften. Getrennte geben ihre Kosten trotzdem an. Lehnt das Finanz­amt ab, legen sie Einspruch ein. Vielleicht können sie sich dann schon auf einen Muster­prozess berufen.

Unterhalt Unterhalt an Angehörige oder Kinder, für die kein Anspruch auf Kinder­geld besteht, zählt ebenfalls zu den außergewöhnlichen Belastungen. Das Finanz­amt berück­sichtigt diesmal bis zu 8 130 Euro – auch für Unterhalt an bedürftige Lebens­gefährten, mit denen keine gesetzliche Part­nerschaft besteht.

Darüber hinaus können Steuer­pflichtige Unterhalt bis zu den Basisbeiträgen für die Kranken- und Pflege­versicherung des Unterstützten geltend machen. Im Mantelbogen müssen sie dazu aber nichts mehr angeben. Nur die Anlage Unterhalt ist weiterhin wichtig.

Pausch­beträge. Wer hilf­lose Angehörige pflegt und 924 Euro als Pflegepausch­betrag haben will, macht seine Angaben weiter im Mantelbogen ab Zeile 65.

Haus­halts­kosten. Die Steuerermäßigung für Dienst­leistungen im Haushalt beantragt jeder ab Zeile 71, indem er die bezahlten Arbeits-, Fahrt- und Maschinen­kosten notiert. Haben Hand­werker zum Beispiel 6 000 Euro bekommen, gibt es 1 200 Euro (20 Prozent) zurück.

Zum Schluss kommen dann noch Datum und Unter­schrift auf den Mantelbogen. Damit ist dann schon ein großer Teil der Einkommensteuererklärung geschafft.

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