Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Ford wegen irreführender Werbung ab. Der Autohersteller verspricht seinen Kunden im Internet unter dem Stichwort „Ford Garantie“: „Beim Kauf eines Neuwagens erhalten Sie von Ihrem Händler die 2-jährige Sachmängelhaftung ohne Kilometerbegrenzung!“. Das klingt gut, ist aber bloß das gesetzliche Minimum an Verbraucherschutz. Außerdem haftet nicht Ford, sondern nur der Autohändler, der den Wagen verkauft hat. Nach Ansicht des vzbv ist die Werbung von Ford irreführend. Der Verband hat den Autohersteller aufgefordert, die Aussagen umgehend zu stoppen.

Immer weniger Garantie

Hintergrund: Immer seltener gewähren Autohersteller den Käufern ihrer Modelle eine regelrechte Garantie. Unterschied zur Sachmängelhaftung: Bei der Garantie verspricht der Hersteller, dass der Wagen oder Teile davon eine bestimmte Zeit lang halten. Geht doch was kaputt, ist die Reparatur kostenlos. Besonders günstig für Käufer: Die Garantie kommt vom Hersteller. Der Käufer braucht sich nicht an den Autohändler zu halten, der den Wagen verkauft hat. Üblicherweise stehen für Garantiereparaturen alle Vertragswerkstätten des Herstellers zur Verfügung.

Haftung mit Haken...

Anders die Sachmängelhaftung: Bei ihr haftet nur der Verkäufer und nicht der Hersteller. Außerdem muss der Verkäufer nur dafür einstehen, dass der Wagen bei Übergabe an den Käufer keine Mängel hat. Tritt ein Fehler erst später auf, geht der Autofahrer leer aus. Allerdings: In den ersten sechs Monaten ab Übergabe wird unterstellt, dass der Wagen von Anfang an mangelhaft war. Will der Verkäufer die Haftung abwenden, muss er nachweisen, dass der Wagen bei der Übergabe einwandfrei war. Nach Ablauf der sechs Monate allerdings muss stets der Käufer beweisen, dass Mängel schon von Anfang an vorhanden waren.

...aber ohne Einschränkung

Vorteil der gesetzlichen Sachmängelhaftung: Sie darf nicht eingeschränkt und von Bedingungen abhängig gemacht werden. Auch da schummelt Ford nach Auffassung des vzbv. Während einerseits nur von Sachmängelhaftung die Rede ist, heißt es an anderer Stelle in der Ford-Werbung, dass eine Garantie gegen Durchrostung nur erhalten bleibt, wenn der Käufer das Auto jährlich zur Kontrolle bringt. Aus Sicht der Verbraucherschützer gibts entweder Garantie oder Sachmängelhaftung. Im zweiten Fall allerdings ist die Pflicht zur jährlichen Rostschutzkontrolle rechtswidrig.

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