Fondsvertrieb Meldung

Aufwärts geht es für Fondskäufer auf der Treppe des Bundesgerichtshof. Viele können sich ihr Geld zurückholen.

Banken und Vermögensverwalter, die Fonds empfehlen, dürfen ihren Kunden die Bestandsprovisionen nicht verschweigen. Diese bekommen sie regelmäßig von der Fondsgesellschaft, solange ein Kunde den Fonds hält. Das Urteil des Bundesgerichtshofs gibt vielen Fondskäufern die Chance, gegen ihre Bank zu klagen (Az. BGH XI ZR 56/05).

In der Urteilsbegründung heißt es: Nur wenn der Kunde über alle ­Provisionen informiert ist, kann er beurteilen, „ ... ob die Bank ihm einen bestimmten Titel nur deswegen empfiehlt, weil sie selbst daran verdient.“ Anleger, die sich von einer Bank beraten ­ließen und nicht über Provisionen informiert wurden, können klagen und das eingesetzte Geld zurückverlangen.

Der Anspruch eines Anlegers verjährt normalerweise drei Jahre nach dem Fondskauf. Bei einem Prozess müsste die Bank beweisen, dass der Anleger über sämtliche Provisionen aufgeklärt wurde. „Der Anleger muss vor Gericht glaubhaft vortragen, dass er den Fonds nicht gekauft hätte, wenn er von allen Provisionen gewusst hätte“, sagt Rechtsanwalt Ralph Veil. Anleger, deren Kauf länger als drei Jahre zurück liegt, haben es schwerer. Sie müssen nachweisen, dass die Bank die Provisionen vorsätzlich verschwiegen hat.

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