Fonds­sparpläne Test

Lang­fristiges Fonds­sparen bietet gute Rendite­chancen. Wer seine Fonds­anteile günstig kauft und lagert, holt alles raus.

Sparpläne auf Aktienfonds gehören zu den raren Geld­anlagen, die sich für fast jeden eignen. Junge Leute sind bei Fonds­sparplänen ohnehin gut aufgehoben, denn mit der Spardauer wächst auch die Aussicht auf hohe Erträge. Aber auch alle anderen, die regel­mäßig ein paar Euro abzweigen können, sollten über das Sparen in Aktienfonds nach­denken. Breit streuende Aktien­anlagen brachten in den vergangenen Jahr­zehnten im Durch­schnitt 7 bis 9 Prozent Rendite pro Jahr.

Einige Anleger haben in der Vergangenheit viel schlechtere Renditen erzielt, weil sie äußerst ungüns­tige Kauf- oder Verkaufs­zeit­punkte erwischten. Dieses Risiko ist beim lang­fristigem Fonds­kauf in Raten deutlich nied­riger.

Zwei Voraus­setzungen für Sparer

Unser Plädoyer für Fonds­sparpläne gilt unter zwei Voraus­setzungen: Sparer sollten mindestens zehn Jahre lang einzahlen und sie sollten das Geld nicht für ihren Lebens­unterhalt benötigen.

Aktienfonds unterliegen Kurs­schwankungen, die auch mal sehr heftig sein können. Wer im Börsentief unbe­dingt seine Fonds­anteile verkaufen muss, hat das Nach­sehen. Nach einigen Monaten sieht die Welt dagegen oft wieder sehr viel besser aus.

Finanztest hat das Sparplan­angebot von Banken und Fonds­vermitt­lern durch­forstet. Das Ergebnis: Bei der Haus­bank um die Ecke ist die Auswahl eher dürftig, aber es gibt gute Alternativen bei Direkt­banken und Fonds­vermitt­lern – teil­weise sogar ohne Kauf­kosten.

Denk­bar einfach

Fonds­sparpläne funk­tionieren denk­bar einfach. Der Sparer wählt einen oder mehrere Fonds aus und trifft mit seiner Bank eine Spar­ver­einbarung über die Höhe der Rate und den Rhythmus der Zahlung. In der Folge kauft die Bank für ihn zum Beispiel jeden Monat für 100 Euro Anteile an einem Aktienfonds Welt.

Sparer können auch mit geringeren Beträgen einsteigen, bei vielen Banken liegt die Mindest­rate bei 25 Euro. Fonds­sparpläne haben keine feste Lauf­zeit, sondern laufen so lange, wie der Sparer es wünscht. Ein Ausstieg ist jeder­zeit kurz­fristig möglich.

Joachim Schönung aus Pfaffenhofen hat mit Fonds­sparen gute Erfahrungen gemacht: „Ich war schon immer ein Fan von Aktienfonds, die mir schon sehr lange durch regel­mäßige Sparraten beim Vermögens­aufbau helfen. Lange Zeit habe ich die Fonds­anteile direkt bei der Fonds­gesell­schaft gekauft und jedes Mal 5 Prozent Ausgabe­aufschlag gezahlt.“

Dann las er vor einigen Jahren in Finanztest, dass es Fonds­sparpläne auch ohne diese Neben­kosten gibt – zum Beispiel bei Fonds­vermitt­lern im Internet. Seither wählt Schönung diese Variante und hat in rund zehn Jahren mehrere tausend Euro gespart.

Königsweg mit Indexfonds (ETF)

Die meisten Anleger schließen ihre Sparpläne immer noch bei ihrer Haus­bank ab. Dafür zahlen sie in der Regel nicht nur den vollen Ausgabe­aufschlag, sondern müssen auch noch ein stark einge­schränktes Angebot hinnehmen. Wie sie das Beste daraus machen, erklären wir in Fondssparpläne bei Filialbanken. Den Königsweg des Fonds­sparens bietet kaum eine Filial­bank an: einen Sparplan mit einem Indexfonds (ETF) auf einen breiten Aktien­index wie den MSCI World. Mit einem solchen Fonds weiß der Sparer, dass er jeden Höhen­flug des Marktes mitmacht und keine größeren Verluste als der Markt erleidet.

Bei aktiv gemanagten Fonds besteht dagegen das Risiko, Rendite zu verschenken, sobald sie nicht optimal geführt werden. Sparer sollten sie regel­mäßig kontrollieren. Das ist bei Indexfonds nicht nötig.

Eine gute Adresse fürs Fonds­sparen mit Indexfonds (ETF) sind Direkt­banken. Sie bieten Sparpläne auf ETF und auf gemanagte Fonds an. Meist ist das Depot kostenlos, was die Kosten des Sparplans deutlich drückt.

Für ETF-Sparpläne mit Monats­raten von 50 Euro zahlen Kunden von Comdirect und Cortal Consors nur 1,5 Prozent Trans­aktions­kosten, bei der ING-Diba sind es 1,75 Prozent. Nicht empfehlens­wert sind kleine Spar­beträge dagegen bei der 1822direkt, der DAB Bank und bei Maxblue, wo pro Rate mehr als 5 Prozent Kosten anfallen. Bei Monats­raten von 200 Euro liegen fast alle Anbieter unter 2 Prozent Tabelle: Fondssparpläne bei Direktbanken und Fondsbanken 07/2014.

Sonder­angebote der Direkt­banken

Bei den meisten der genannten Direkt­banken finden die Kunden sogar Sparpläne mit Indexfonds auf den MSCI World ganz ohne Neben­kosten Tabelle: Kostenlose ETF-Sparpläne.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie lange so ein Topangebot gilt. Cortal Consors behält sich ausdrück­lich vor, den Null­tarif in den nächsten Jahren auf den Prüf­stand zu stellen. Andere Banken sagen dazu nichts.

Sparer sollten wissen, dass sie keinen Rechts­anspruch darauf haben, dauer­haft ohne Neben­kosten zu sparen. Sie müssen deshalb von Zeit zu Zeit nach­sehen, ob sich die Konditionen ihrer Bank geändert haben. Auch Finanztest wird ein Auge darauf haben und über neue Entwick­lungen bei Fonds­sparplänen informieren.

Großes Angebot bei Fonds­vermitt­lern

Wenn eine Bank plötzlich die Kosten für ihre Fonds­sparpläne erhöht, hat der Kunde eine gute Gegen­wehr. Er kann den Sparplan kurz­fristig beenden und mit seinen Fonds zu einem anderen Institut wechseln.

Erfahrene Anleger wie Joachim Schönung nutzen gern Fonds­vermittler im Internet. Dort gibt es ein extrem großes Angebot an Sparplänen, darunter in der Regel alle aktuellen Top-Fonds unter den Aktienfonds Welt Tabelle: Top-Sparpläne. Fonds­vermittler arbeiten mit Fonds­banken wie Ebase oder der FIL Fonds­bank zusammen. Bei Sparplänen auf gemanagte Aktienfonds verzichten die Vermittler meist auf den Ausgabe­aufschlag. Das ist möglich, weil ihnen die Fonds­gesell­schaften Provisionen für die Fonds­anteile im Bestand zahlen.

Vermittler nicht für jeden geeignet

Wer ohnehin schon ein Depot bei einer Fonds­bank hat, sollte auch seine Sparpläne dort abschließen. Auch für Einsteiger lohnt sich ein Fonds­vermittler in jedem Fall, wenn es um aktiv gemanagte Fonds geht. Etwas anders sieht es aus, wenn sie bei Vermitt­lern Sparpläne auf börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) abschließen wollen. Gerade bei geringen Spar­beträgen schlagen die Kauf- und Verwahr­kosten stark zu Buche. Bei Monats­raten von 50 Euro sind es zwischen 2,4 und 4,5 Prozent.

ETF-Sparpläne sind für Fonds­vermittler oft ein ungeliebtes Neben­geschäft. Denn sie erhalten von ETF-Anbietern meist keine oder nur geringe Provisionen. Kunden kann es sogar passieren, dass sie bei einem Fonds­vermittler abblitzen, wenn sie ausschließ­lich einen ETF-Sparplan haben wollen. Dann sollten sie es bei anderen Anbietern versuchen.

Sparer kommen jeder­zeit an ihr Geld

Fonds­sparpläne lassen Anlegern sehr viel Spielraum. So können sie das bereits angesparte Vermögen quasi über Nacht zu Geld machen und die Bedingungen ihres Sparplans kurz­fristig verändern, also höhere oder nied­rigere Raten wählen oder das Zeit­intervall zum Beispiel von monatlich auf vierteljähr­lich umstellen.

Ausnahme: Bei der Onvista Bank ist es in diesem Fall nötig, den alten Vertrag zu kündigen und einen neuen abzu­schließen.

Ist das Geld gerade knapp, kann der Sparer seinen Fonds­sparplan auch für kurze oder längere Zeit auf Eis legen und später wieder­aufnehmen. Von solch einer Fülle an Optionen wagen Versicherungs­kunden nicht einmal zu träumen.

Finger weg von Spezialindizes

Die Auswahl an Fonds für Sparpläne ist riesig. Allerdings sollten Sparer die Quantität des Fonds­angebots nicht mit der Qualität verwechseln. Bei Indexfonds reicht es für die allermeisten, wenn ihre Bank einen Sparplan auf den MSCI World anbietet.

Mitunter stehen mehr als 100 oder sogar mehr als 200 Indizes zur Auswahl, darunter sogar Short-Indizes, mit denen Sparer auf fallende Kurse setzen. Solche Produkte sind eher für gezielte Spekulationen geeignet als für regel­mäßige Einzahlungen über mehrere Jahre.

Dieser Artikel ist hilfreich. 62 Nutzer finden das hilfreich.