Wer mit wem?

Viele Banken sind direkt mit bestimmten Fondsgesellschaften liiert. Bankkunden wird das Fremdgehen schwer gemacht.

Will der Kunde einer Sparkasse oder Genossenschaftsbank einen Investmentfonds kaufen, ist meist vorher klar, was er angeboten bekommt. Die Volks- und Raiffeisenbanken schwören auf ihre Union-Fonds, und Mitarbeiter der Sparkassen legen ihren Kunden nur allzu gern die hauseigenen Deka-Produkte ans Herz.

Zwar gibt es in den meisten Bankfilialen auch die Fonds anderer Anbieter, aber mitunter muss der Kunde einigen Widerstand brechen, um sie zu bekommen. Früher war das Fremdgehen oft sogar mit Extragebühren verbunden, aber das leisten sich inzwischen nur noch wenige Filialen.

Keine objektive Beratung

Das direkte Zusammenspiel von Banken und Fondsgesellschaften hat Tradition. So gehört die DWS zur Deutschen Bank, der dit zur Dredner Bank, Activest zur Hypovereinsbank und Cominvest zur Commerzbank. Klar, dass die Verbindungen nicht ohne Folgen für die Beratung in den Filialen bleiben. Ein objektiver Vergleich aller infrage kommenden Fonds ist kaum zu erwarten.Meist kennen sich die Berater mit den hauseigenen Fonds auch besser aus als mit den fremden.

Doch inzwischen haben sich viele Banken auch für Fremdanbieter geöffnet. So bekennt sich die Deutsche Bank seit dem vergangenen Jahr zum aktiven Vertrieb der Fonds von ACM, Fidelity, Templeton und einer Reihe weiterer Gesellschaften.

Auch bei anderen Instituten beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass von der Vielfalt nicht nur der Kunde profitiert. Schließlich lohnt sich der Fondsverkauf durchaus auch für die Banken selbst.

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