Fondspolicen sind mit Vorsicht zu genießen, vor allem, weil die Kosten hoch sind. Das gilt auch für die Angebote ausländischer Versicherer.

Fondsgebundene Rentenversicherung Test

Beleuchter Ulf Kupke, aus Cottbus, 31, zahlt seit 2004 in eine fondsgebundene Rentenversicherung von PrismaLife ein, bisher insgesamt 4350 Euro. Würde er vorzeitig aussteigen, bekäme er vor allem wegen hoher Kosten als Rückkaufswert nur rund 1600 Euro zurück.

Fondspolicen waren vor der Finanzkrise beliebt. Viele Versicherer haben den Vertrieb fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherungen in den letzten Jahren stark ausgebaut.

Für die Anbieter sind solche Verträge ein leichtes Geschäft. Sie sammeln bei den Kunden Geld ein, behalten einen ordentlichen Brocken für sich und stecken den Rest in Fonds. Soll damit werden, was wird – das Risiko tragen die Kunden.

Die sehen zurzeit sehr betrübt aus. „Abgeschmiert“ fasst den Zustand ihres Fondsguthabens gut zusammen.

Dass Fondspolicen nur selten zu empfehlen sind, hatte schon unser Test fondsgebundener Rentenversicherungen vor zwei Jahren gezeigt. Meist sind die Kosten hoch, die Fondsangebote dürftig. Damals hatten wir uns auf Angebote deutscher Versicherer beschränkt.

Jetzt haben wir uns die ausländischen Anbieter vorgeknöpft. Ergebnis: meist sehr hohe Kosten und oft zu wenige Fonds. Überzeugt hat keines der Produkte im Test.

Garantie bringt nicht viel

Die ausländischen Versicherer bieten Tarife ohne Garantie und sogenannte „With-Profit-Policen“ (deutsch: mit Profit) an.

Bei den With-Profit-Angeboten steigt das Guthaben Jahr für Jahr durch einen Zins an. Die Höhe des Zinses ist offen, anders als bei klassischen Versicherungsprodukten deutscher Manier (Garantiezins bei Neuabschluss aktuell 2,25 Prozent). Sie wird abhängig von der Wertentwicklung des Fondsvermögens jährlich neu festgelegt. Der Zins kann also auch bei Null liegen.

Die höchsten Zinsen gewährte in den vergangenen drei Jahren Canada Life mit 3,5 bis 4 Prozent für die Rentenversicherung GNP Generation private.

Der Zins wird erst auf das Guthaben nach Abzug der Kosten gutgeschrieben. Ein guter Zins auf einen kleinen Betrag nutzt aber nichts. Die fixen Kosten aller drei With-Profit-Anbieter sind hoch, bei Canada Life auf die Beitragssumme bezogen am höchsten. Dahinter verbergen sich Kosten für den Abschluss, die Verwaltung und auch noch Ausgabeaufschläge für die Fonds. Zusätzlich fallen variable Verwaltungs- sowie Fondskosten auf das Fondsguthaben an.

Diese ausländischen Anbieter sind damit teurer als eine Reihe deutscher Versicherer, die auch schon kräftig zulangen. Alle With-Profit-Anbieter behalten sich zudem vor, die variablen Versicherungskosten nachträglich zu ändern, was in der Regel höhere Kosten bedeuten dürfte.

Die drei Versicherer bieten jeweils nur einen Fonds an. Eine Bewertung dieser Fonds mit der Methode unseres Fondsdauertests ist wegen der Zinszuteilungen nicht möglich. Das bisherige Investment weist jedoch nicht darauf hin, dass es die hohen Kosten der Versicherer rechtfertigen könnte.

Die Standard Life ist nicht einmal bereit, den Kunden ihr bisheriges Investment offenzulegen und so die Wertentwicklung nachvollziehbar zu machen. Nur den gutgeschriebenen Zins gibt der Versicherer an.

Einen festen Umrechnungsfaktor für das spätere Guthaben in eine Rente nennt bei Vertragsbeginn keiner. Werden ein Kapital oder eine Rente fest zugesagt, sind das jeweils nur Minimalleistungen.

Reine Fondspolicen

Während Standard Life ausschließlich eine With-Profit-Variante im Programm hat, bieten Canada Life und Clerical Medical auch reine Fondspolicen ohne Garantie an. Weitere Anbieter reiner Fondspolicen im Test sind Legal & General und PrismaLife.

Für die Fondspolicen ohne Garantie stellen alle Anbieter mehrere Fonds zur Auswahl, PrismaLife sogar 62, Canada Life 20.

Die Entwicklung des Guthabens ist vollständig abhängig von der Entwicklung der gewählten Fonds und der Höhe der Kosten.

Die Kosten sind hoch, nur Legal & General sticht mit 0 Prozent fixen Kosten heraus. Diesen Tarif mit gerade vier Fonds (nur einer überdurchschnittlich) gibt es ausschließlich per Telefon oder Internet.

Schließt ein Kunde bei Legal & General über Vermittler ab, fallen Abschlusskosten an. Vermittelte Tarife fehlen im Test, da der Versicherer dort einen monatlichen Mindestbeitrag von jeweils 250 Euro verlangt.

Kostenfrei ist der Direkttarif von Legal & General übrigens auch nicht. 1 Prozent kassiert der Versicherer vom Fondsguthaben.

Mit 62 Fonds wirkt das Angebot von PrismaLife recht attraktiv. Doch die Verwaltungskosten sind üppig, die Abschlusskosten legt der Vertreter fest. Dass das teuer sein kann, zeigt der Vertrag, den uns Ulf Kupke aus Cottbus vorgelegt hat.

Nach fünf Jahren hat Kupke 4 350 Euro bei PrismaLife eingezahlt. Allein durch Fixkosten verlor er rund die Hälfte davon. Der Vermittler überredete ihn später noch, seinen Vertrag zu verlängern. Der endet jetzt 2078. Kupke wäre dann 100 Jahre alt.

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