Ausgewählt, geprüft, bewertet

Wir haben die von Lebensversicherern in Deutschland angebotenen fondsgebundenen Rentenversicherungen mit laufender Beitragszahlung untersucht. Die Kunden sollten ihr Geld in Investmentfonds anlegen können. Zum Vertragsende sollte eine lebenslange Rente wählbar sein, aber auch eine einmalige Kapitalleistung.

Die Ergebnisse basieren auf der Befragung der Anbieter, der Auswertung der Fonds (siehe Fonds im Dauertest) und der vor Vertragsschluss ausgehändigten Unterlagen. Nicht getestet haben wir Gesellschaften, für die der deutsche Insolvenzschutz nicht gilt, das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen nicht zuständig ist oder bei denen Verträge im Ausland geschlossen werden.

Modelle

Frauen schlossen Verträge, die am 1. August 2007 beginnen. Die Kundinnen waren bei Beginn entweder 52 Jahre alt (geboren am 30. Juli 1955), vereinbarten eine Laufzeit von 15 Jahren und einen Monatsbeitrag von 200 Euro. Oder sie waren 37 Jahre alt (geboren am 30. Juli 1970), vereinbarten eine Laufzeit von 30 Jahren und einen Monatsbeitrag von 100 Euro. Die Beiträge summieren sich in beiden Modellen auf 36 000 Euro. Die Leistung soll mit dem vollendeten 67. Geburtsjahr fällig werden.

Für den Todesfall in der Ansparphase ist entweder festgelegt, dass mindestens die eingezahlten Beiträge (Beitragsrückgewähr) bei Tod erstattet werden oder dass 60 Prozent der Beitragssumme als vereinbarte Todesfallleistung gelten. Leistungseinschränkungen in den ersten drei Jahren waren möglich und sind in der Tabelle gekennzeichnet.

Finanztest-Qualitätsurteil

Das Finanztest-Qualitätsurteil setzt sich aus drei Gruppenurteilen zusammen:

Kosten (50 Prozent), Anlagemöglichkeit (40 Prozent) – mit den Untergruppen Qualität der Anlage und Flexibilität der Anlage – und Transparenz (10 Prozent).

Abwertung: Bei „ausreichendem“ oder „mangelhaftem“ Gruppenurteil für die Kosten konnte das Finanztest-Qualitätsurteil nicht besser als „befriedigend“ ausfallen.

Kosten

Die Auswertung beruht auf der Annahme einer Wertsteigerung des Fondsguthabens von 6 Prozent pro Jahr und der daraus resultierenden Kapitalabfindung der Versicherer. Bei dem Modell Beitragsrückgewähr haben wir etwas strenger bewertet als wenn mindestens 60 Prozent der vereinbarten Beitragssumme an die Erben ausgezahlt werden. Denn die Beitragsrückgewähr stellt für Versicherer ein geringeres finanzielles Risiko dar. Ermittelt wurden die durchschnittlich vom Beitrag abgezogenen Kosten. Betrugen sie maximal 3 Prozent (bei Beitragsrückgewähr) oder maximal 5 Prozent (bei 60 Prozent der Beitragssumme), bewerteten wir das mit „sehr gut“. Für jede weitere Kostensteigerung um 3 Prozent wurden die Kosten um eine Note schlechter bewertet.

Anlagemöglichkeit

Für das Gruppenurteil Anlagemöglichkeit haben wir zwei Unterpunkte ausgewertet.

Bei der Qualität der Anlage haben wir geprüft, welche Aktien- und Mischfonds im jeweiligen Tarif angeboten werden. Wir untersuchten, welche überdurchschnittlich und stark überdurchschnittlich bewerteten Fonds zum Programm gehören und ob der Anleger sie in ausreichender Anzahl kombinieren kann. Für besonders geeignet hielten wir Aktienfonds Welt, Euroland und Europa. Gemanagte Anlagen oder Anlagestrategien wurden in gleicher Weise bewertet.

Die Flexibilität der Anlage stellt die Optionen dar, die der Versicherer entweder bei Vertragsschluss über die Vertragsbedingungen gewährt oder die aus der aktuellen Anlagemöglichkeit abgeleitet werden können. Wir prüften, inwieweit der Kunde das angebotene Investment nutzen kann (maximales Beitragssplitting). Investmentfonds mit Aktienschwerpunkt Welt, Europa und Euroland für die Basis eines Fondsdepots erhielten eine höhere Bewertung.

Bei der Flexibilität der Anlage flossen auch andere Anlagemöglichkeiten ein. Hier ging es unter anderem darum, ob das Vermögen gegen Ende der Laufzeit in sichere Renten- oder Geldmarktfonds umgeschichtet werden kann. Das Angebot von Rentenfonds Euro, Geldmarktfonds Euro oder Garantiefonds haben wir in die Bewertung einbezogen. Meist bieten die Versicherer eine automatische Vermögenssicherungsstrategie an, die vor allem zum Ablauf des Vertrags wichtig ist. Lässt sich diese abwählen oder selbst bestimmen, haben wir das positiv bewertet.

Einen Flexibilitätsvorteil haben Kunden, die ihr Vermögen einmal im Jahr kostenlos umschichten oder die Anlage wechseln können.

Transparenz

Bei der Transparenz haben wir die Informationen bewertet, die der Kunde vor Vertragsschluss erhält. Wichtigstes Kriterium war eine vollständige Verlaufstabelle für alle Vertragsjahre vor Rentenbeginn. Sie zeigt bei vorgegebener Wertentwicklung, welche Leistungen und welche Kosten anfallen. Der Kunde kann hier auch die Verteilung der Kosten erkennen, sieht also, was ihn ein früher Ausstieg aus dem Vertrag kostet.

Erfahren Kunden, wie und mit welchem Faktor die Rente ermittelt wird, gab das Pluspunkte. Geprüft wurde ferner, ob sie über die Steuern für Fondspolicen informiert werden. Bei den Fondsinformationen sollte der Anbieter auf laufende Kosten hinweisen. Außerdem sollte er angeben, welche Wertentwicklung ein Fonds in der Vergangenheit erreichte und ob sie von Zielvorgaben wie Benchmarks oder Indizes abwich. Wichtig war, dass nicht nur die Chancen der Anlage, sondern auch die Risiken einzelner Fonds nachvollziehbar durch Kennzahlen oder Risikomaße dargestellt werden.

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