Abgeltungsteuer umgehen

Ab 2009 können Steuervorteile für eine Fondspolice statt einen Fondssparplan sprechen. Günstig fährt vor allem, wer eine Rentenzahlung wählt.

Wer eine Fondspolice abschließt, ist von der 25-prozentigen Abgeltungsteuer ab 2009 nicht betroffen. Kursgewinne und Dividenden bleiben in der Ansparphase steuerfrei. Das kann für Kunden, die ihren Sparerfreibetrag ausgeschöpft haben, wichtig sein. Vermittler nutzen daher den Steuervorteil als Verkaufsargument.

Entscheidend bleiben aber die Qualität der Police und das Durchhaltevermögen des Kunden. Steigt er aus, verliert er viel Geld durch Abschlusskosten. Obendrein sind dann oft auch noch Steuern fällig.

Vorteile bei Rentenzahlung

Steuerlich fast immer deutlich günstiger als mit einem Fondssparplan fahren Policensparer, die eine lebenslange Rentenzahlung wählen. Denn wie bei der Rente aus einer klassischen Rentenversicherung ist dann nur der vom Alter bei Rentenbeginn abhängige, niedrige Ertragsanteil der Rente steuerpflichtig.

Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren beläuft sich der Ertragsanteil auf 18 Prozent. Fließt die erste Rente mit 67 Jahren, beträgt der Anteil 17 Prozent der Rente. 83 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei. Von 300 Euro wären gerade einmal 51 Euro steuerpflichtig und 249 Euro steuerfrei.

Will ein Kunde stattdessen vom per Fondssparplan Ersparten im Alter monatlich eine Zusatzrente entnehmen, indem er regelmäßig Anteile verkauft, muss er auf Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen. Außerdem sollte er sein Vermögen rechtzeitig vor Rentenbeginn vom im Wert stark schwankenden Aktieninvestment zu stetigen Rentenfonds umgeschichtet haben. Umschichten geht ab 2009 ins Geld. Pro Verkauf fallen auf Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Fondssparer verlieren hier ihre Flexibilität.

Auszahlung auf einen Schlag

Vorteile winken bei Fondspolicen auch beim Verkauf der Fondsanteile bei Vertragsende. Die Hälfte der Erträge bleibt steuerlich verschont, wenn sich der Kunde das Geld auf einmal auszahlen lässt. Wie bei der klassischen Lebens- oder Rentenversicherung muss der Vertrag aber mindestens zwölf Jahre lang und bis zum 60. Geburtstag des Kunden laufen.

Wir haben die Renditen nach Steuern von Fondssparplänen und Fondspolicen verglichen – bei identischem Fondsinvestment und einer unterstellten Dividendenrendite von 3 Prozent. Unterstellt war ein Grenzsteuersatz des Anlegers von 40 Prozent. Eine über 30 Jahre laufende Fondspolice kann dann bis zu 9,45 Prozent Kostenquote haben, um den kostenfrei angekauften Fondssparplan nach Steuern renditemäßig zu schlagen. Kauft der Sparer seine Fondsanteile teuer ein (voller Ausgabeaufschlag) und verwahrt sie teuer (Depotgebühren), wären sogar Fondspolicen mit Quoten bis rund 15 Prozent besser.

Bei kürzerer Laufzeit liegt der Fondssparplan aber meistens vorn. Schon Kosten über 3,82 Prozent stellen eine über nur 15 Jahre laufende Fondspolice mit identischem Investment gegenüber dem Fondssparplan in den Schatten. So geringe Kosten schafften in unserem Test nur die Hannoversche Leben, die Cosmos-Direkt und die Huk-Coburg. Letztere bietet aber gleichzeitig eine eher magere Fondsauswahl an. Bei teurem Ankauf der Fondsanteile schneiden noch Policen mit etwa 10 Prozent Kostenquote besser ab.

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