Fonds­gebundene Renten­versicherung Policen mit Fonds in der Rente

Fonds­gebundene Renten­versicherung - Policen mit Fonds in der Rente
Gestalten bis ins Alter. Auch während der Rente hilft ein breit aufgestelltes Portfolio, die Inflation zu besiegen. © Getty Images / Hans Mitterer

Mit wenigen inno­vativen Produkten können Spare­rinnen und Sparer in der Renten­phase weiter in Fonds investieren. Die Konzepte der meisten über­zeugen jedoch nicht.

Inhalt
  1. Was bringen Fonds in der Rentenphase?
  2. Steck­briefe zu den Angeboten
  3. Artikel als PDF (4 Seiten)

Inflation frisst Rente

Gute Renditen sind auch in der Rente wichtig. Bleiben Renten­steigerungen aus und galoppiert die Inflation munter weiter, kriegen Rentne­rinnen und Rentner ein Problem. Ihre Rentenzah­lungen werden im Laufe der Zeit immer weniger wert.

Bei normalen fonds­gebundenen Renten­versicherungen sind ordentliche Renditen in der Rente fast ausgeschlossen. Zwar dürfen Kundinnen oder Kunden, wenn sie es möchten, bis zum Renten­eintritt 100 Prozent mit Aktienfonds für ihre Rente sparen. Geht es aber um die Auszahlung, wird das Geld üblicher­weise ausschließ­lich im Sicherungs­vermögen – der allgemeinen Geld­anlage des Versicherers – angelegt. Kunden haben dann keinen Einfluss mehr darauf.

Tipp: Alle Informationen und Test­ergeb­nisse zu fonds­gebundenen Renten­versicherungen finden Sie im Vergleich Rentenversicherung mit Fonds.

Unser Rat

Alters­vorsorge.
Fondsgebundene Rentenversicherungen eignen sich für Sie, wenn Sie zu den bequemen Sparern gehören, die das Risiko einer Fonds­anlage eingehen wollen und ausschließ­lich für Ihr Alter vorsorgen möchten. Für die meisten Sparer sind Fondssparpläne jedoch besser geeignet. Sie sind güns­tiger und flexibler. Was für das eine und was für das andere Produkt spricht, haben wir zusammen­gestellt unter Altersvorsorge mit Fonds – das sollten Sie wissen.
Markt.
Die Angebote inno­vativer Produkte, die auch in der Renten­phase ein Fonds­investment erlauben, ist noch klein und wenig vergleich­bar. Das Angebot der Continentale ist am güns­tigsten und erlaubt die Anlage in ETF sowohl in der Anspar­phase als auch während der Rente. Angebote mit ausschließ­lich versicherungs­internen Fonds sollten Sie meiden.
Wahl.
Ob Sie im Alter in Fonds investiert bleiben wollen, entscheiden Sie bei Renten­beginn. Haben Sie daran Interesse, fragen Sie bei Ihrem Versicherer, ob es diese Option gibt.

Sichere Anlagen werfen kaum etwas ab

Dieses Sicherungs­vermögen legen die Versicherer sehr sicher und damit renditearm an. Das ist allerdings nicht unbe­dingt nur der Über­vorsicht der Versicherer anzu­lasten, denn die Vorgaben der Aufsicht sind streng. Sie führen aber im Ergebnis dazu, dass selbst risiko­bereite Anle­gerinnen und Anleger kaum in rendite­starken Aktien­anlagen investiert sind – obwohl noch eine hoffentlich lange Lebens­zeit auf sie wartet.

Versicherer mit Inno­vationen

Wer sein Depot selbst verwaltet und nicht mit einer Fonds­police für das Alter spart, dem empfehlen wir, einen Anteil an Aktienfonds zu behalten. Seit jüngerer Vergangenheit haben sich aber auch eine Reihe Versicherer Gedanken gemacht, wie sie ihre Produkte so gestalten können, dass etwas mehr Rendite­chancen in der Renten­phase bestehen bleiben.

Ein paar wenige Anbieter haben nun fonds­gebundene Renten­versicherungen am Markt, die eine Fonds­komponente nicht nur in der Spar­phase, sondern auch in der Rente erlauben. Bei ihnen ist die Höhe der garan­tierten Rente geringer und ein größerer Teil als üblich vom Erfolg der Aktienmärkte abhängig. Damit wird die Rente weniger plan­bar, dafür chancenreicher.

Angebote im Check

Wir haben uns die Angebote genauer angeschaut, zu denen wir Unterlagen von den Anbietern bekommen haben. Mehr dazu unter Steckbriefe zu den Angeboten. Dazu haben wir Verträge für eine 37-jährige Muster­kundin abge­fragt, die 30 Jahre lang monatlich 250 Euro einzahlt. Wir haben geschaut, wie teuer die Produkte sind, ob sie in der Anspar­phase empfehlens­werte, börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) anbieten – auch mit mindestens mitt­lerer Nach­haltig­keits­bewertung –, wie sich die Rentenzah­lungen zusammensetzen und welchen Einfluss die Kundin auf ihre Rente nehmen kann.

Außerdem haben wir uns die Produkte angesehen, bei denen die Anbieter uns Auskünfte verweigerten.

Fonds­angebot in der Rente stark einge­schränkt

So begrüßens­wert es ist, die Renten­phase auch für diejenigen attraktiver zu gestalten, die ihr Geld chancenreicher anlegen wollen – bei den meisten Angeboten gibt es nur wenig Spielraum. Ein Problem: Die wenigsten Anbieter über­lassen es den Kunden, welche Fonds sie in der Renten­phase halten wollen.

Versicherungs­interne Fonds nicht empfehlens­wert

Bei HDI, Neue Leben und Signal Iduna sind für die Renten­phase keine frei handel­baren Publikums­fonds, etwa ETF, vorgesehen, sondern nur versicherungs­interne Fonds des Anbieters. Davon raten wir ab, da diese Fonds intrans­parent für Kundinnen und Kunden sind. Einzig der Tarif der Continentale erlaubt es, auch in der Renten­phase in frei wähl­bare ETF investiert zu sein.

Nutzt der Anbieter sogenannte Wert­sicherungs­fonds, wird auch auf Fonds­basis die Aktienquote hoch- und runtergefahren, in Abhängig­keit davon, wie die Märkte gerade stehen. Wie hoch der Anteil des Aktien­investments für Alters­sparende tatsäch­lich ist, lässt sich damit nicht sagen.

Verschiedene Anlage­konzepte

Wie die Versicherer die Renten­phasen tech­nisch gestalten, ist unterschiedlich. Es gibt haupt­sächlich zwei Varianten, bei denen das Vermögen auf das Sicherungs­vermögen des Versicherers und Fonds aufgeteilt wird.

Das Konzept statische Hybridrente

Bei der statischen Hybridrente wird das Verhältnis der beiden Töpfe zu Renten­beginn fest­gelegt – zum Beispiel 70 Prozent Sicherungs­vermögen und 30 Prozent Fonds. Umschichtungen zwischen den Töpfen gibt es nicht. Da der Wert des Fonds schwankt, kann bei dieser Variante auch die Rente deutlich schwanken und um schlechtesten Fall bis auf die Unter­grenze der Garan­tierente sinken. Je höher die anfäng­liche Fonds­quote, desto geringer die garan­tierte Rente und desto größer die Chance auf eine höhere Gesamt­rente.

Das Konzept dyna­mische Hybridrente

Im Gegen­satz zur statischen Hybridrente kann bei der dyna­mischen Hybridrente Geld zwischen den beiden Töpfen monatlich hin- und hergeschoben werden. Ein Algorithmus berechnet, wie hoch der Fonds­anteil sein darf, damit die garan­tierte Rente nicht gefährdet ist. Es gibt Tarife, bei denen die Gesamt­rente nicht sinken kann, und Tarife, bei denen zur konstanten Garan­tierente eine schwankende Zusatz­rente hinzukommt. Problematisch: Durch das Umschichten des Algorithmus ist für Kunden undurch­sichtig, wie hoch ihr Aktien­anteil im Portfolio eigentlich ist.

Weitere Optionen für die Rente

Außerdem wird bei manchen Produkten, wie dem der HDI, optional auch eine Kombination aus Entnahme­plan und Rente angeboten. Dabei wird der Beginn einer garan­tierten Rentenzahlung nach hinten verschoben. Bis dahin wird das Fonds­vermögen stück­weise verkauft, um daraus eine regel­mäßige Zahlung zu generieren.

Renten­versicherungen steuerlich günstig

Die Auszahlungen von Renten aus einer privaten Renten­versicherung – und dazu zählen normaler­weise auch fonds­gebundene Renten­versicherungen – sind steuerlich günstig. Von der monatlichen Rente müssen steuer­pflichtige Ruhe­ständler nur den Ertrags­anteil mit ihrem persönlichen Steu­ersatz versteuern, sofern bestimmte Voraus­setzungen erfüllt sind. Der Ertrags­anteil sinkt mit dem Renten­alter. Wer mit 67 eine Rente beziehen möchte, muss nur 17 Prozent der Rentenzahlung versteuern. Bei einem persönlichen Steu­ersatz von 20 Prozent wären so auf eine Rente von 100 Euro nur 3,40 Steuern fällig.

Nicht alle erfüllen Bedingungen

Voraus­setzung für diese Besteuerung ist jedoch, dass die Rente lebens­lang gezahlt wird und dabei, bis auf die Über­schüsse, gleich bleibt oder steigt. Bei den Varianten mit statischen Konzepten (HDI und Neue Leben), bei denen ein Teil der Rente aus dem Fonds­topf entnommen wird, ist das nicht erfüllt, da die Rente aus den Fonds schwanken kann. Solange noch Fonds im Topf sind, wird bei den Auszahlungen die Hälfte der Erträge mit 25 Prozent Kapital­ertrag­steuer plus Soli versteuert. Es fallen daher meist höhere Steuern an, wenn die Fonds gut gelaufen sind.

Alternativen für Ruhe­ständler

Die neuartigen Renten­versicherungen sind nicht die einzige Möglich­keit, um auch im Renten­alter noch Rendite zu erzielen. Finanztest rät Spare­rinnen und Sparern, die ohne Versicherung selbst­ständig für das Alter sparen, auch im Renten­alter noch einen gewissen Anteil Aktienfonds zu halten.

Das Prinzip unseres Pantoffel-Portfolios, Tages­geld und Aktien-ETF nach Risikoneigung zu mischen, funk­tioniert auch in der Renten­phase. Dafür haben wir einen Entnahme­plan entwickelt und einen Rechner, der bei der Umsetzung hilft. Mehr dazu unter Pantoffel-Portfolio als Rentenergänzung.

Kombination aus Sofortrente und Auszahl­plan

Aber: Eine garan­tierte lebens­lange Rente liefert ein Fondsent­nahme­plan nicht. Sparer, die Wert auf eine lebens­lange sichere Rente legen, können im Alter auch einen Teil ihres Vermögens in eine Sofortrente beim Versicherer umwandeln und den Rest in Fonds belassen und so eine Rente bei einer Versicherung mit einem Entnahme­plan kombinieren. Das ist deutlich trans­parenter und kostengüns­tiger als die vorgestellten Produkte.

Mehr zum Thema

  • ETF-Sparplan-Vergleich Mit kleinen Beträgen groß investieren

    - Wer jeden Monat Geld in Aktien steckt, hat auf lange Sicht gute Rendite-Aussichten. Unser ETF-Sparplan-Vergleich bietet aktuelle Konditionen und einen Sparplan-Rechner.

  • Sparziel 100 000 Euro So viel müssen Sie auf die Seite legen

    - Wer träumt nicht davon, 100 000 Euro auf dem Konto zu haben? Wir zeigen Ihnen, wie viel Sie sparen müssen, damit es klappt!

  • Renten­versicherung mit Ökofonds Nur wenige Verträge sind attraktiv

    - Mit ethisch-ökologischen Fonds für die Zusatz­rente sparen, geht einfach mit Renten­versicherungen. Unser Test zeigt die besten „grünen“ Angebote.

0 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.