Ausgewählt, geprüft, bewertet

Wir haben 58 Angebote für fonds­gebundene Renten­versicherungen mit laufender Beitrags­zahlung untersucht. Die Kunden können dort selbst bestimmen, in welche Investmentfonds ihr Geld fließt.

Nicht getestet haben wir Gesell­schaften, für die der deutsche Insolvenz­schutz nicht gilt, das Bundes­aufsichts­amt für Finanz­dienst­leistungen nicht zuständig ist oder bei denen die Versicherungs­verträge im Ausland geschlossen werden.

Finanztest-Qualitäts­urteil

Das Qualitäts­urteil setzt sich aus drei Gruppen­urteilen zusammen: Kosten der Versicherung (50 Prozent), Fonds­angebot (40 Prozent) – mit den Unter­gruppen Qualität der Anlage und Flexibilität der Anlage – und Trans­parenz (10 Prozent ).

Sortierung nach Todes­fall­leistungen

Wir haben die Angebote nach der Mindest­todes­fall­leistung sortiert, die der Versicherer auszahlt, wenn ein Kunde in der Anspar­phase stirbt. Die Art der Todes­fall­leistung wirkt sich darauf aus, wie viel der Versicherer wann vom Beitrag des Kunden für den Risiko­schutz abzieht.

Wir haben drei Mindest­todes­fall­leistungen vorgegeben: die Beitrags­rück­gewähr, den Policen­wert oder die Auszahlung von mindestens 60 Prozent der Beitrags­summe.

Einige Anbieter haben alle drei Varianten im Programm, andere nur zwei oder nur eine. Akzeptiert haben wir leichte Abweichungen, beispiels­weise in den ersten drei Vertrags­jahren.

Geschlechts­spezi­fische Unterschiede in der Kalkulation wirken sich nur in der Variante „60 Prozent der Beitrags­summe“ so stark aus, dass sich unterschiedliche Rang­folgen ergeben. Deshalb unterscheiden wir ausschließ­lich hier die Tarife für Frauen und Männer.

Bei der Todes­fall­leistung Beitrags­rück­gewähr bekommen die Erben des Sparers mindestens das zurück, was dieser bis dahin einge­zahlt hat. Das kann mehr sein als der Policen­wert, bei dem das Unternehmen den Erben das aktuelle Fonds­vermögen über­gibt. Kurs­verluste und Kosten werden hier nicht erstattet.

Die höchste Zusage in den Anfangs­jahren ist die Gewährung von mindestens 60 Prozent der ­Beitrags­summe. Die Auszahlung bei Tod des Sparers beläuft sich hier auf 60 Prozent der insgesamt geplanten Beiträge.

Kosten (50 Prozent)

Die Kosten haben wir auf Basis von Modell­fällen berechnet. Die Frauen und Männer im Modell sind jeweils am 30. Juli 1974 geboren. Ihr Vertrag beginnt am 1. August 2011. Sie zahlen 30 Jahre lang Beiträge, bis sie 67 Jahre alt sind. Dann bekommen sie die erste Rentenzahlung oder wahl­weise die Auszahlung einer Kapital­abfindung. Der monatliche Beitrag beläuft sich auf 100 Euro.

Für die Renten­phase ist eine Renten­garan­tiezeit von fünf Jahren vereinbart. Stirbt der Rentner kurz nach Renten­beginn, erhalten seine Erben die Rente bis zum Ende der ersten fünf Jahre.

Die Auswertung beruht auf der Annahme einer Wert­steigerung des Fonds­guthabens von 6 Prozent pro Jahr und der daraus resultierenden angesetzten Abschläge während der Anspar­zeit durch den Versicherer. Kosten­rück­erstattungen und ­Risiko­beiträge haben wir berück­sichtigt.

Fonds­angebot (40 Prozent)

Für das Gruppen­urteil Fonds­angebot haben wir zwei Unter­punkte bewertet.

Qualität der Anlage. Wir haben geprüft, welche Aktienfonds in einem Tarif zur Auswahl angeboten werden, und haben untersucht, welche davon in unserem Fonds­dauertest den Markt schlagen (siehe Produktfinder Investmentfonds). Für besonders geeignet als Basis-Aktienfonds­anlage halten wir Aktienfonds Welt, Euro­land und Europa. Investmentfonds mit diesen Schwer­punkten erhielten eine höhere Bewertung.

Flexibilität der Anlage. Wir haben untersucht, wie weit das Aktienfonds­spektrum reicht und wie breit der Kunde seinen Beitrag über die Fonds streuen kann. Auch wurde geprüft, inwieweit das Vermögen gegen Ende der Lauf­zeit in sichere Renten- oder Geldmarkt­fonds umge­schichtet werden kann. Meist bieten die Versicherer eine auto­matische Vermögens­sicherungs­strategie an, die vor allem zum Ablauf des Vertrags wichtig ist. Lässt sich diese abwählen oder selbst bestimmen, haben wir das positiv bewertet. Vorteilhaft ist es, wenn Kunden ihr Vermögen jähr­lich kostenlos umschichten oder Fonds kostenlos wechseln können.

Trans­parenz (10 Prozent)

Bei der Trans­parenz haben wir die Informationen bewertet, die ein Kunde vor Vertrags­schluss erhält. Wichtigstes Kriterium war eine voll­ständige Verlaufs­tabelle für alle Vertrags­jahre vor Renten­beginn. Sie zeigt bei vorgegebener Wert­entwick­lung, welche Leistungen und welche Kosten anfallen. Der Kunde kann hier auch die Verteilung der Kosten erkennen, sieht also, was ihn ein früher Ausstieg aus dem Vertrag kostet.

Ferner sollten die Renten­faktoren dargestellt sein, aus denen sich die Mindest­rente für 10 000 Euro Fonds­vermögen ergibt.

Nützlich sind auch gute Informationen dazu, was passiert, wenn der Kunde seinen Renten­termin vorzieht oder hinaus­schiebt. Wir prüften außerdem, ob Versicherer über zusätzliche Gebühren zum Beispiel für eine Vertrags­umstellung oder für die Ausfertigung von Ersatz­formularen informieren und ob Fonds­listen übergeben werden. Die Listen sollten die Fonds­auswahl nennen, Kosten­informationen der Fonds enthalten und die Fonds nach Anlage- sowie nach Risikoklassen sortieren.

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