Fonds­police optimal nutzen

Wer mit einer Fonds­police für die Alters­vorsorge spart, sollte sein Geld breit gestreut anlegen. Das geht zum Glück recht einfach: Sparer schließen eine Versicherung ab und wählen sogenannte ETF (Exchange Traded Funds). Das sind börsen­gehandelte Fonds, die einen Index nach­bilden. Sie sind günstig und entwickeln sich zuver­lässig immer mit dem Markt. Bei ihnen wählt kein teuer bezahlter Fonds­manager bestimmte Aktien aus. Das hat neben den Kosten einen weiteren Vorteil: ETF schneiden auf lange Sicht fast immer besser ab als vergleich­bare aktiv gemanagte Fonds.

Breit gestreut anlegen

Als Rendite­bringer in Fonds­policen empfehlen wir ETF auf den Index MSCI World mit rund 1 600 Aktien aus der ganzen Welt. Entsprechende ETF der Fonds­policen zeigt die Tabelle. Tatsäch­lich bieten Anbieter auch weitere ETF an, empfehlens­werte stehen im Produktfinder Fonds. Für Policen ohne ETF auf den MSCI World sind ETF auf einen Index mit europäischen Aktien die beste Wahl.

Bei einer Spardauer von 20 bis 30 Jahren können Sparer zu Anfang 100 Prozent in Aktien-ETF sparen. Dazu wählen sie in ihrer Fonds­police einfach den von uns empfohlenen Fonds (Tabelle) aus. ETF sind pflegeleicht und müssen nicht ständig über­prüft werden. Nach den ersten fünf Jahren können Sparer schauen, ob der Anbieter beispiels­weise einen güns­tigeren ETF im Angebot hat. Die Kosten bei ETF unterscheiden sich in der Regel nur gering­fügig, aber auch das kann sich über lange Lauf­zeiten auszahlen.

Umschichten später

Bei einer Lauf­zeit von 30 Jahren müssen Sparer mit ETF ansonsten in den ersten 15 Jahren eigentlich gar nichts machen. Liefen die Aktienmärkte jedoch sehr gut und Sparer wollen Teile ihrer erfolg­reichen Anlage absichern, können sie Teile des Aktienfonds in einen sicheren Rentenfonds mit welt­weiten Staats­anleihen in Euro umschichten. Rentenfonds bringen zwar deutlich weniger Rendite, allerdings schwanken ihre Kurse auch weniger stark als die der Aktien. Auch für Rentenindizes gibt es ETF. Der Anleger schichtet dann um, das heißt er verkauft zum Beispiel 25 Prozent seines Aktien-ETF, kauft dafür Anteile eines Renten-ETF und bespart den Aktien-ETF weiter.

Immer mal wieder prüfen

Sparer, die eine Police mit aktiv gemanagten Fonds besparen, müssen häufiger nach­schauen. Sie sollten jähr­lich prüfen, ob ihr Fonds noch gut läuft. Denn leider laufen gemanagte Fonds häufig mal besser, mal schlechter als der Markt. Sparer sollten dann ihr Geld von einem schlechten in einen guten Fonds umschichten. Das ist bei Fonds­policen häufig kostenlos möglich. Ihre Fonds prüfen können Sparer mit unserem Fondsfinder. Hier finden sie auch gute Alternativen.

Sparer mit aktiv gemanagten Fonds, die keine Lust auf jähr­liche Fonds­wechsel haben, sollten prüfen, ob sie ihre Aktienfonds bei ihrem Anbieter nicht auch in ETF umschichten können. Welche Anbieter ETF für Neukunden anbieten, finden sie in der Tabelle. Ob die ETF auch Bestands­kunden zur Verfügung stehen, hängt vom Vertrag und von der Bereitschaft des Anbieters ab.

Zum Ende aktiv werden

Etwa zur Hälfte der Lauf­zeit sollten sich die Sparer dann über­legen, ob sie ihr Portfolio defensiver umbauen wollen. Sie könnten dann zum Beispiel nur noch zur Hälfte Aktienfonds und zur anderen Hälfte Rentenfonds in Euro besparen und so ihren sicheren Anteil Stück für Stück erhöhen.

Einige Jahre vor Ende des Vertrags sollten Sparer nach guten Aktien­jahren größere Summen aus Aktien in Renten umschichten, damit sie vor Ende des Vertrags nicht mehr an den Auswirkungen von Aktientiefs leiden.

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