Investment­steuerreform

So werden Fonds­erträge versteuert

Seit 2018 müssen deutsche Investmentfonds auf bestimmte Erträge Körper­schaft­steuer zahlen. Um entsprechend geringere Ausschüttungen auszugleichen, wird die Steuerlast beim Anleger gemindert: Dank Frei­stel­lungen bleibt ein Teil der Erträge von der Abgeltung­steuer befreit.

Inhalt
Investment­steuerreform - Das müssen Sie über die Fonds­steuer wissen
© Stiftung Warentest / René Reichelt

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Profilbild Stiftung_Warentest am 27.12.2021 um 14:01 Uhr
Abgeltungsteuer auf Vorbpauschale

@klauskschulz: Bitte beachten Sie, dass die Abgeltungssteuer auf die Vorabpauschale nicht den Wertzuwachs des Fonds im laufenden Jahr besteuert, sondern nur einen Ersatz für die Besteuerung der unterjährig thesaurierten Erträge. Die thesaurierten Erträge liegen bei steigenden Kursen in der Regel weit unter den Kursgewinnen. (Für im Veranlagungsjahr 2021 erzielte Thesaurierungen fällt keine Abgeltungssteuer auf die Vorabpauschale an, weil der Basiszinssatz negativ ist.)
Ein Ertrag kann nur einmalig thesauriert werden. Die Erträge, die der Fonds thesauriert, stammen zum Beispiel aus den Dividendenzahlungen der gehaltenen Aktien. Es handelt sich dabei nicht um den Kursgewinn des Fonds aufgrund des Wertzuwachses an der Börse.
Die Abführung der Abgeltungssteuer auf die Vorabpauschale stellt nur eine Steuervorauszahlung statt. Beim Verkauf des Fonds wird die bezahlte Abgeltungssteuer vom Betrag der tatsächlich zu zahlen Abgeltungssteuer abgezogen. Zuvor wird aufgrund der tatsächlichen Höhe der Thesaurierungen und der tatsächlichen Kursgewinnen die Steuerschuld berechnet.

klauskschulz am 20.12.2021 um 18:43 Uhr
Mehrfache Besteuerung

Leider habe ich noch nicht verstanden, wie die Besteuerung funktioniert wenn der Wert in einem Jahr zunimmt, im folgenden Jahr wieder sinkt und im darauffolgenden Jahr wieder steigt.
Folgendes Beispiel:
- Im 1. Jahr findet eine Wertsteigerung von 500 € statt. Daraus errechnet sich die Vorabpauschale mit der entsprechend zu zahlenden Abgeltungssteuer.
- Im 2. Jahr ergibt sich jedoch ein Wertverlust von 500 €. Folglich fällt somit keine Abgeltungssteuer an.
- Im 3. ergibt sich nun wieder eine Wertsteigerung von 500 €.
Wenn nun dafür aber wieder Abgeltungssteuer fällig wird, würde dies doch bedeuten, dass für die dieselbe Wersteigerung 2 mal Steuern berechnet würden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 17.08.2021 um 17:24 Uhr
Teilfreistellung + Familienversicherung

@Clockwork79: Nein. Für die Berechnung, ob ein familienversichertes Mitglied zu viel verdient, um weiterhin kostenfrei familienversichert zu sein, bleibt die Teilfreistellung von Kapitaleinnahmen für die Ermittlung der Summe der Einkünfte (nach § 2 Abs. 5 a EStG, GKV Spitzenverband Grundsätzliche Hinweise Gesamteinkommen im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Familienversicherung vom 12 Juni 2019, Seite 9) außen vor.

Clokwork79 am 07.08.2021 um 11:26 Uhr
Teilfreistellung für Familienversicherung?

Guten Tag,
gilt die Teilfreistellung für ETF Gewinne auch für die Einkommensgrenze für die Familienversicherung (2021 bei 470 Euro im Monat)?
Kann mein Kind also Kaptialertärge in Höhe von ca. 470/0,7 = 671 Euro im Monat generieren ohne sich selbst versichern zu müssen?
Vielen Dank

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.05.2021 um 12:14 Uhr
ETF

@test100: Bitte schauen Sie sich die Grafik unter "So werden Fondserträge künftig besteuert" an. Wenn Sie einen ETF aus unserem Test gekauft haben, werden dessen Ausschüttungen so wie in der Darstellung mit Steuern belegt.
Mit der neuen Fondsbesteuerung erfolgt der Quellsteuerabzug auf der Fondsebene. Da Anleger sich die Quellensteuer nicht mehr (anteilig) vom Finanzamt zurückerstatten lassen können, gibt es die sog. Teilfreistellung. Bei einem Aktien-ETF werden 30% der Kapitalerträge von der Besteuerung freigestellt und nur die restlichen 70% des Ertrages mit der Abgeltungssteuer, dem Soli-Zuschlag und u.U. mit Kirchensteuer belegt.
Wenn sie Fragen zu einer konkreten Abrechnung haben, bitten wir Sie, sich an Ihre Bak zu wenden. (maa)