Sparer mit Fonds­erträgen von über 801 Euro

Investment­steuerreform Special

Die Reform der Investment­besteuerung macht auch eine ganze Reihe von Anlegern zu Gewinnern. Dank der neu einge­führten Teilfrei­stel­lungen auf die Abgeltung­steuer werden viele künftig etwas weniger Steuern zahlen müssen – selbst wenn auf Ebene des Fonds künftig bereits 15 Prozent Körper­schaft­steuer abge­zogen werden, die den Ertrag des Anlegers schmälern. Je nach Art des Fonds gibt es nämlich bis zu 80 Prozent des restlichen Ertrags steuerfrei. Ausschüttungen eines Aktienfonds sind zu 30 Prozent und die eines Immobilienfonds, der über­wiegend in deutsche Immobilien investiert, sogar zu 60 Prozent steuerfrei.

Beispiel Aktienfonds

Im Fall eines Aktienfonds kann es im Vergleich zur alten Besteuerung trotz neuer Körper­schaft­steuer am Ende ein paar Euro mehr aufs Konto geben. Der Fonds schüttet 5 000 Euro aus. Bisher mussten auf den gesamten Ertrag, abzüglich des Sparerpausch­betrags, Abgeltung­steuer plus Soli gezahlt werden. Das führte zu einer Steuerlast von fast 900 Euro. 2018 ändert sich das: Der Fonds in unserem Beispiel besteht je zur Hälfte aus deutschen und ausländischen Anteilen. Der Einfachheit halber ignorieren wir ausländische Unter­nehmens- oder Einkommensteuern, die auf die ausländischen Ausschüttungen anfallen. Die muss der Anleger bisher wie künftig verschmerzen. Zusätzlich fällt aber ab 2018 auch auf deutsche Erträge Körper­schaft­steuer an. Wir tun also so, als würde die Hälfte der Ausschüttungen mit 15 Prozent Körper­schaft­steuer belastet. Verbleiben 4 625 Euro, die an den Anleger ausgeschüttet werden: deutlich weniger als die 5 000 Euro bisher. Nach Berück­sichtigung der Teilfrei­stellung und Abzug des Sparerpausch­betrags verbleiben noch steuer­pflichtige 3 237,50 Euro. Darauf zahlt der Anleger 431,36 Euro Steuern. Ebenfalls deutlich weniger als bisher und vorteilhaft für den Anleger. Durch die Steuer auf Fonds­ebene bleibt davon aber am Ende nur ein leichtes Plus von etwa 90 Euro auf dem Konto des Anlegers übrig.

Aktienfonds

Der Sparer ist verheiratet, hält einen Fonds mit je 50 Prozent deutschen und ausländischen Aktien und hat einen Frei­stellungs­auftrag bei der Depot­bank gestellt.

2017

2018

Ausschüttung nach Abzug ausländischer Quellen­steuer

Tatsäch­liche Ausschüttung

5 000 Euro

4 625 Euro (nach Abzug von 15 Prozent Körper­schaft­steuer)

Steuer­pflichtig

5 000 Euro

3 237,50 Euro (nach 30 Prozent Teilfrei­stellung)

Erträge steuerfrei bis zum Sparerpausch­betrag von 1602 Euro

Verbleiben zu versteuern

3 398 Euro

1 635,50 Euro

Zu zahlende Steuer1

896,22 Euro

431,36 Euro

Auszahlung an den Anleger

4 103,78 Euro

4 193,64 Euro

    • 1 Abgeltung­steuer zuzüglich Solidaritäts­zuschlag (26,375 Prozent).

    Beispiel Immobilienfonds

    Für die Besitzer offener Immobilienfonds ändert sich letzt­lich durch die Reform wenig – im besten Fall gibt es ein paar Euro mehr. In unserem Beispiel handelt es sich um einen Immobilienfonds, der mehr­heitlich in deutsche Immobilien investiert. Ausgeschüttete Erträge, darunter etwa Miet­einnahmen, unterliegen der Besteuerung beim Anleger. Bei einer Ausschüttung von 5 000 Euro wie im Beispiel gehen davon abzüglich des Sparerpausch­betrags nach altem Recht 896,22 Euro Steuern ab. Ab 2018 reduziert sich die vom Anleger zu zahlende Steuer immens, denn er bekommt 60 Prozent der zu zahlenden Erträge frei­gestellt. Nach Teilfrei­stellung und Sparerpausch­betrag müssen gerade noch 21,52 Euro gezahlt werden. Unterm Strich bleibt aufgrund der hohen Abzüge auf Fonds­ebene beim Immobilienfonds­besitzer wenig vom Steuerbonus übrig: Ein Immobilienfonds muss aus seinem Fonds­vermögen sogar 15,825 Prozent Steuern zahlen, da zusätzlich zur Körper­schaft­steuer noch der Solidaritäts­zuschlag anfällt. Im Beispiel landen im Geldbeutel des Anlegers nur gut 85 Euro mehr als vor der Reform. Bei einem Fonds, der in ausländische Immobilien investiert, gäbe es sogar 80 Prozent Teilfrei­stellung. Das verhindert eine Doppel­besteuerung, da ausländische Erträge bereits im entsprechenden Herkunfts­land besteuert wurden.

    Offener Immobilienfonds

    Der Anleger ist verheiratet und hat bei seiner Bank einen Frei­stellungs­auftrag gestellt. Er investiert durch den Fonds über­wiegend in deutsche Immobilien.

    2017

    2018

    Tatsäch­liche Ausschüttung

    5 000 Euro

    4 208,75 Euro (nach Abzug von 15,825 Prozent Körper­schaft­steuer plus Soli)

    Steuer­pflichtig

    5 000 Euro

    1 683,50 Euro (nach 60 Prozent Teilfrei­stellung)

    Erträge steuerfrei bis zum Sparerpausch­betrag von 1602 Euro

    Verbleiben zu versteuern

    3 398 Euro

    81,50 Euro

    Zu zahlende Steuer1

    896,22 Euro

    21,50 Euro

    Auszahlung an den Anleger

    4 103,78 Euro

    4187,25 Euro

      • 1 Abgeltung­steuer zuzüglich Solidaritäts­zuschlag (26,375 Prozent).

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