Sparer mit Fonds­erträgen von unter 801 Euro

Investment­steuerreform Special

Ärgerlich ist die Reform für einige Kleinsparer mit deutschen Fonds. Der Haupt­grund dafür: Nun zahlen deutsche Fonds eine Körper­schaft­steuer von 15 Prozent auf bestimmte inländische Erträge, etwa für deutsche Dividenden. Da beim Fonds weniger übrig bleibt, wird auch weniger an den Anleger ausgeschüttet. Dafür gibt es eine Teilfrei­stellung von der Abgeltung­steuer. Das heißt, der Anleger muss nur auf einen Teil der Erträge Steuern zahlen. Doch diese Teilfrei­stellung bringt dem Kleinsparer nichts. Solange seine Erträge unter dem Sparerpausch­betrag von 801 Euro für Singles oder 1 602 Euro für Ehepaare liegen, muss der Anleger ohnehin keine Steuer zahlen. Unterm Strich bekommt er ab 2018 einfach weniger ausgezahlt. Das bedeutet im Übrigen nicht, dass deutsche Fonds schlechter gestellt sind als ausländische Fonds. Tatsäch­lich sind vergleich­bare Steuern auf Fonds­ebene interna­tional üblich, die sogenannten Quellen­steuern. Deutsche Fonds verlieren einfach den Steuer­vorteil, den sie bislang hatten.

Beispiel: Im Jahr 2017 schüttet der Fonds unseres Kleinsparers 800 Euro aus. Da der Sparer in diesem Jahr bis 801 Euro Kapital­erträge steuerfrei verbuchen kann, bekommt er den vollen Ertrag aufs Konto. Bei derselben Ausschüttung 2018 muss der Fonds aber 15 Prozent Körper­schaft­steuer zahlen und schüttet nur noch 680 Euro aus. Der Sparer muss zwar keine Steuern zahlen, bekommt aber weniger raus.

Deutscher Aktienfonds

Die angenom­mene Ausschüttung des Fonds beträgt 800 Euro.

2017

2018

Steuer auf Fonds­ebene

0 Euro

120 Euro (Körper­schaft­steuer von 15 Prozent)

Tatsäch­liche Ausschüttung

800 Euro

680 Euro

Steuer­pflichtig

800 Euro

476 Euro (nach Teilfrei­stellung von 30 Prozent)

Erträge steuerfrei bis zum Sparerpausch­betrags von 801 Euro1

Ertrag, der auf dem Konto des Anlegers ankommt

800 Euro

680 Euro

    • 1 Der Anleger ist allein­stehend und hat einen Frei­stellungs­auftrag bei der Depot­bank gestellt.

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