Fondsbanken Meldung

Anleger können Fonds bei ihrer Bank, beim Discountbroker oder direkt bei der Fondsgesellschaft lagern. Seit einiger Zeit bieten auch Fondsbanken ihre Dienste an. Finanztest zeigt, wann Anleger mit ihnen zu tun haben.

Daniel O. will über einen Fondsshop im Internet Fondsanteile kaufen. „Warum werden meine Fondsanteile dann bei der Frankfurter Fondsbank verwaltet und nicht bei der Fondsgesellschaft? Was ist, wenn diese Fondsbank Pleite geht?“ Fragen wie diese erhält der Leserservice von Finanztest regelmä­ßig. Denn immer mehr Anleger kaufen ihre Fonds über freie Vermittler oder Fondsshops.

Freie Vermittler dürfen jedoch keine eigenen Depots führen. Sie sind auf Banken angewiesen, die dies für sie übernehmen. Einige große Fondsgesellschaften und Banken sahen hier ein neues Geschäftsfeld und gründeten Fondsbanken.

Anleger können ihre Fonds jedoch nicht direkt bei den Fondsbanken kaufen. Denn das sind keine Vollbanken. Die meisten dürfen nur Depots verwahren und Kommissionsgeschäfte betreiben, also im Auftrag anderer Fonds kaufen. Filialen haben sie keine.

Großzügige Rabatte

Der Anleger wickelt den Kauf über einen Vermittler ab, bezahlt die Anteile aber bei der Fondsbank. Der Kunde erhält oft großzügige Rabatte auf den Ausgabeaufschlag und kann bequem Fonds verschiedener Investmentgesellschaften in einem Depot lagern.

Dies ist ein Service, den Anleger von ihrer Haus- oder Direktbank kennen. Dort bekommen sie aber nicht immer so hohe Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Außerdem haben viele freie Vermittler mehr Fondsgesellschaften zur Auswahl als die Hausbank.

Für Anleger, die ihre Fonds direkt bei der Fondsgesellschaft kaufen, klingen die Leistungen der Fondsbanken besonders interessant. Denn bei der Fondsgesellschaft erhalten sie normalerweise keinen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Außerdem haben sie hier nur selten die Möglichkeit, Fonds fremder Gesellschaften ins Depot aufzunehmen. Ein Abrechnungskonto, auf dem das Geld vor dem Kauf und nach dem Verkauf geparkt wird, haben die Fondsbanken nicht. Bei ihnen funktioniert der Anteilskauf normalerweise über das Lastschriftverfahren. Das Geld wird also vom Girokonto eingezogen.

Kundendepots ausgelagert

Es gibt auch einige Anleger, die ihre Fonds zwar bei der Investmentgesellschaft gekauft haben, aber dennoch ihre Depots bei einer Fondsbank haben. Einige Gesellschaften verwalten nämlich ihre Depots nicht mehr selbst, sondern haben sie ausgelagert. Die Fondsgesellschaft UBS etwa schloss im Sommer 2003 ihre Depotverwaltung und bot ihren Direktkunden an, das Depot zur Frankfurter Fondsbank oder zur Fonds Service Bank zu übertragen. Invesco lässt die Depots der Anleger seit rund einem Jahr ebenfalls von der Fonds Service Bank verwalten. Andere Fondsgesellschaften sind denselben Weg gegangen, aber etwas diskreter. Sie haben zwar die Verwaltung der Depots nach außen gegeben. Doch die Depotauszüge erhält der Anleger immer noch von der Fondsgesellschaft. Er sieht die Veränderung also gar nicht.

Kosten entstehen mit dem Umzug des Depots für den Kunden normalerweise nicht. Er sollte aber darauf achten, dass auch die Depotführung nicht teurer wird. Sonst ist es besser, er sucht sich selbst einen neuen Depotverwalter aus.

Und wie sicher ist das Geld bei den Fondsbanken? „Sehr sicher“, heißt die Antwort. Denn das Geld, das in den Fondsanteilen steckt, ist laut Gesetz ein Sondervermögen, das auch im Falle einer Pleite der Fondsbank oder Investmentgesellschaft geschützt ist. Alle Fondsbanken gehören außerdem zu großen Finanzkonzernen.

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