Ratensparen mit Fonds: Das kleinere Übel

Fondssparpläne trifft die Abgeltungsteuer auf jeden Fall. Aber nur wenige Fondspolicen kommen als Alternative infrage.

Wer einen Fondssparplan hat und in den kommenden Jahren weiter regelmäßig einzahlen will, hat künftig die Abgeltungsteuer am Hals. Das ärgert insbesondere die Vorsorgesparer, die Monat für Monat Geld fürs Alter zurücklegen. Fondsgebundene Versicherungen können eine Alternative sein, taugen aber auch nicht immer.

Zunächst einmal können Fondsanleger aufatmen: Alle Fondsanteile, die sie bis jetzt gekauft haben und noch bis zum 31. Dezember 2008 kaufen werden, bleiben von der Abgeltungsteuer verschont. Kursgewinne aus diesen Anteilen sind beim Verkauf nach Ablauf eines Jahres steuerfrei – auch in vielen Jahren noch.

Jeder Fondsanteil, den der Anleger vom 1. Januar 2009 an kauft, unterliegt hingegen der Abgeltungsteuer. Kursgewinne dieser Anteile sind steuerpflichtig.

Steuer sparen mit Fondspolicen

Findige Vermittler haben für das Steuerproblem eine Lösung parat: Anleger sollen keine Fondssparpläne, sondern fondsgebundene Versicherungen abschließen. Auch hier sparen sie monatlich eine bestimmte Rate, der größte Teil der Rate fließt in Fonds, ein kleinerer Teil geht für die Kosten der Versicherung drauf.

Besteht die Versicherung mindestens zwölf Jahre und ist der Sparer bei der Auszahlung des Geldes mindestens 60 Jahre alt, muss er nur die Hälfte der Kursgewinne versteuern – das allerdings mit seinem persönlichen Steuersatz.

Wer wissen will, was sich für ihn lohnt, muss aber nicht nur seinen Steuersatz berücksichtigen, sondern auch die Kosten der Versicherung kennen.

Wir haben grob überschlagen, wie viel eine Versicherung kosten darf, damit sie sich im Vergleich zum Fondssparplan lohnt. Dabei gilt: Je höher der persönliche Steuersatz, desto weniger Spielraum bleibt für die Kosten der Versicherung.

Vor allem Spitzensteuerzahler sollten deshalb nach einer Police Ausschau halten, die wenig kostet. Besonders günstige Verträge bieten zum Beispiel die Direktversicherer CosmosDirekt und Hannoversche Leben an (siehe Tabelle S. 30).

Wer einen geringeren Steuersatz zahlt, für den rechnen sich auch die anderen Angebote aus unserer Tabelle, die ein wenig teurer sind. Wir nennen hier alle Angebote, die in unserer Untersuchung das Qualitätsurteil „gut“ erhalten haben (siehe ­Finanztest 9/07, S. 22).

Das Urteil enthält außer den Kosten auch eine Bewertung der Fondspalette. Anleger sollen eine breite und gute Auswahl an Fonds haben, damit sie zwischendurch auch umschichten können. Das ist in der Ansparzeit steuerfrei möglich.

Je nachdem, wie viel der Fondssparplan kosten würde, könnten sich rechnerisch auch kostspieligere Fondspolicen noch lohnen. Doch solche Verträge empfehlen wir nicht.

Flexibel bleiben ist oft wichtiger

Aber aufgepasst: Anleger, die mit einer Fondspolice günstiger wegkommen, sind oft trotzdem nicht gut damit bedient. Anders als ein Fondssparplan ist eine Police unflexibel.

Die Sparer können nicht einfach ihre Raten reduzieren oder aussetzen. Zwischenzeitliche Entnahmen sind entweder gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Hält ein Kunde den Vertrag nicht durch, bekommt er die Abschlusskosten nicht erstattet und hat auch keinen Steuervorteil mehr.

Fondssparpläne können dagegen beliebig verändert werden. Wer einen finanziellen Engpass hat, kann Geld abheben, es später wieder einzahlen, seine Rate aussetzen, verringern und auch erhöhen, ganz wie er will. Und er muss sich nicht von vornherein auf eine bestimmte Laufzeit festlegen.

Ein zweites Depot hilft

Bleiben Sparer auch in Zukunft bei ihrem Fondssparplan, sollten sie zum Jahreswechsel ein neues Depot eröffnen. Dann können sie ihren Altbestand schützen.

Liegen nämlich die neuen und die alten Anteile in einem Depot, sind die alten ­Anteile, die noch steuerfreie Kursgewinne erwirtschaften können, als Erste draußen. Bei einem Verkauf geht das Finanzamt davon aus, dass die zuerst gekauften Anteile zuerst verkauft werden (first in, first out).

Wer zwei Depots hat, bestimmt selbst, was verkauft wird und was bleibt.

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