Erwerbstätige, die sich weiterbilden möchten, können auch über den November 2011 hinaus die Bildungsprämie nutzen. Das Bundesbildungsministerium hat das Programm jetzt um weitere zwei Jahre bis Ende 2013 verlängert. Die 2008 ins Leben gerufene Prämie haben bisher 150 000 Menschen genutzt. Zeitgleich mit der Verlängerung wurden die Einkommensgrenzen gesenkt.

Weniger Förderberechtigte

Mit der Bildungsprämie will der Staat Lernwillige für eine Weiterbildung mobilisieren. Sie besteht aus den beiden Komponenten Prämiengutschein und Weiterbildungssparen. Gefördert werden Fortbildungen, die beruflich weiterbringen. Nutzen können das Programm Arbeitnehmer und Selbstständige mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 20 000 Euro (Ehepaare 40 000 Euro). Bis 1.12.2011 lagen die Grenzen bei 25 600 Euro oder 51 200 Euro.

Für den Gutschein zur Beratungsstelle

Der Prämiengutschein deckt die Hälfte der Kurskosten – maximal aber 500 Euro – ab. Den Rest muss der Antragsteller aus eigener Tasche beisteuern. Wer den Gutschein nutzen möchte, braucht zuerst eine Beratung in einer der 600 ausgewiesenen Beratungsstellen. Im Gespräch legt der Berater das Ziel fest, schlägt mindestens drei passende Angebote und Anbieter vor und stellt den Gutschein aus. Bei einem dieser Anbieter bucht der Gutscheininhaber dann den Kurs und zahlt seinen Kostenanteil.

Für das Weiterbildungssparen zur Bank

Das Weiterbildungssparen ist interessant für Erwerbstätige, die mit vermögenswirksamen Leistungen über das Vermögensbildungsgesetz sparen. Sie können vorzeitig Geld aus dem angesparten Guthaben entnehmen. Die Arbeitnehmersparzulage geht dabei nicht verloren. Um an das Geld zu kommen, lässt sich der Sparer von der Beratungsstelle einen Spargutschein ausstellen. Den Gutschein muss er dann vom Weiterbildungsanbieter ausfüllen lassen und anschließend der Bank vorlegen. Interessierte sollten sich vor der Entnahme vom Kreditinstitut beraten lassen.

Viele Zuschüsse fürs Lernen an Frauen

Vor allem Beschäftigte von kleinen und mittleren Unternehmen nutzen das Geld fürs Lernen. An sie gingen knapp 90 Prozent der bisher ausgestellten 150 000 Prämiengutscheine. Auffällig ist auch das starke Interesse von Frauen: Fast drei Viertel aller Lerner sind weiblich. Jeder sechste Gutschein ging an einen Antragsteller mit Migrationshintergrund.

Mehr Informationen zur Bildungsprämie und eine Liste der Beratungsstellen stehen unter www.bildungspraemie.info

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