Sachsen: Sonder­regelungen für Arbeits­lose

In Sachsen können jetzt auch Arbeits­lose, die keine Leistungen von der Arbeits­agentur erhalten, Zuschüsse für die berufliche Weiterbildung bekommen. Sie können den „Weiterbildungs­scheck Sachsen für Nicht­leistungs­empfänger“ beantragen.

80 Prozent der Kosten

Den „Weiterbildungs­scheck Sachsen“ für Arbeitnehmer gibt es schon länger, jetzt hat die Landes­regierung auch eine Förderung speziell für Arbeits­lose aus der Taufe gehoben. Förderberechtigt sind Arbeits­lose, die weder Arbeits­losengeld I noch Arbeits­losengeld II, das so genannte Hartz IV, oder andere finanzielle Leistungen von der Arbeits­agentur erhalten. Sie bekommen einen Zuschuss von 80 Prozent der Kosten zur beruflichen Weiterbildung. Der bezu­schusste Kurs muss aber mindestens 650 Euro kosten, eine Ober­grenze für die Förderung gibt es nicht.

Tipp: Arbeits­lose, die Leistungen erhalten, können sich mit ihrem Weiterbildungs­wunsch an ihre zuständige Agentur für Arbeit oder an ihr Jobcenter wenden.

Vor dem Antrag: Angebote vergleichen

Wer sich für eine bestimmte Weiterbildung interes­siert, holt sich zunächst drei Preis­angebote von unterschiedlichen Bildungs­trägern ein. Die Inhalte und Kosten der Kurse muss der Antrag­steller vergleichen und prüfen, welches Angebot am besten zu den eigenen Vorstel­lungen passt. Bevor­zugt er eine bestimmte Weiterbildung, sollte er das kurz schriftlich begründen. Anträge nimmt die Sächsische Aufbaubank (SAB) entgegen. Das Antrags­formular steht dort zum Download bereit. Die SAB empfiehlt, den Antrag mit allen Unterlagen in einem der Kundencenter oder Regionalbüros abzu­geben. Die Mitarbeiter dort über­prüfen, ob die Unterlagen voll­ständig sind. Termine für eine Beratung gibt es unter der Telefon­nummer 03 51/49 10 49 30.

Vorfinanzierung nötig

Wer den „Weiterbildungs­scheck Sachsen“ erhält, muss seine Weiterbildung zunächst aus eigener Tasche zahlen. Erst nach Beendigung des Kurses werden die Kosten erstattet. Gerade Arbeits­losen fällt das nicht immer leicht. Ein kleiner Trost: Bei Kursen, die mehr als 3 000 Euro kosten, können Abschlags­zahlungen beantragt werden.

Hinweis: Infos über den Weiterbildungs­scheck für Arbeitnehmer gibt die Über­sicht im Special Weiterbildung finanzieren.

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