Brandenburg: Die Fördergrenze entfällt

Beim „Bildungs­scheck Brandenburg“ gibt es seit Anfang Juli mehrere Änderungen. So über­nimmt das Land mit dem Scheck nur noch höchs­tens 70 Prozent der Weiterbildungs­kosten von Arbeitnehmern. Bislang waren es bis zu 90 Prozent. Dafür die gute Nach­richt: Die Förderhöchst­grenze von 500 Euro fällt weg.

Ein Scheck pro Jahr

Mit dem neuen „Bildungs­scheck Brandenburg“ fördert das Land berufliche Weiterbildungen, die mehr als 715 Euro kosten und spätestens am 31.3.2015 abge­schlossen sind. Anders als bisher wird im laufenden Kalender­jahr nur noch ein Weiterbildungs­scheck ausgestellt. Er darf nicht für mehrere Kurse gesplittet werden. Ebenfalls neu: Der Bildungs­scheck deckt höchs­tens 70 Prozent der Kurs­gebühren ab, die bisherige Förderhöchst­grenze von 500 Euro entfällt.

Beschäftigte profitieren

Den „Bildungs­scheck Brandenburg“ können Angestellte in Anspruch nehmen, die ihren Wohn­sitz in Brandenburg haben. Er gilt auch für Mütter und Väter in Eltern­zeit und für die so genannten „Aufstocker“. Das sind Beschäftigte, die zusätzlich zu ihrem Lohn Arbeits­losengeld II, das so genannte Hartz IV, beziehen. Mitarbeiter des öffent­lichen Dienstes sind vom „Bildungs­scheck Brandenburg“ ausgeschlossen. Bislang galt außerdem die Vorgabe, dass die Antrag­steller in den vergangenen sechs Monaten keine betrieblich bedingte Weiterbildung besucht haben dürfen. Diese Regelung entfällt ebenfalls.

Beratung nicht mehr zwingend

Wie zuvor muss die Förderung bei der Landes­agentur für Struktur und Arbeit Brandenburg (Lasa) beantragt werden. In der letzten Förderperiode war eine telefo­nische oder persönliche Beratung vor der Antrag­stellung verpflichtend. Jetzt geht alles online: Der Antrag­steller meldet sich auf dem Internet-Portal der Lasa an und richtet sich ein Benutzer­konto ein. Nach wenigen Minuten kann er den eigentlichen Antrag stellen.

Wichtig: Der Antrag muss unbe­dingt mindestens sechs Wochen vor Beginn der Weiterbildung auf den Weg gebracht werden. Und der Antrag­steller darf sich für den Kurs noch nicht angemeldet haben. Erst nach Erhalt des Bildungs­schecks kann er die Weiterbildung verbindlich buchen.

Vorfinanzierung ein Muss

Wer den „Brandenburger Bildungs­scheck“ erhalten hat, muss die Weiterbildung zunächst aus eigener Tasche bezahlen. Erst nach Abschluss des Kurses werden die Kosten erstattet. Bei Kursen, die sich über mehrere Jahre erstre­cken, können die Geförderten allerdings Abschlags­zahlungen beantragen. Einen Teil des Geldes erhalten sie dann vor dem Ende der Weiterbildungs­maßnahme zurück.

Unklare Informations­politik

Im Moment ist es nicht einfach, sich im Internet über die Neuregelungen zu informieren. Auf der offiziellen Webseite des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie zum Bildungs­scheck Brandenburg waren die Informationen zum Redak­tions­schluss noch nicht aktualisiert. Nähere Infos gibt es derzeit nur auf der Webseite der Lasa und unter der Hotline der Lasa 03 31/6 00 23 33.

Dieser Artikel ist hilfreich. 302 Nutzer finden das hilfreich.