Förderung für Haus und Heizung: Bis zu 45 Prozent Zuschuss zur neuen Heizung

Welche Banken KfW-Kredite vermitteln

Wer einen staatlichen Förderkredit will, um Fenster oder Heizung zu sanieren, erhält meist eine Absage. Das zeigt auch ein Praxis­test der Stiftung Warentest.

Auf der Suche nach einem KfW-Kredit

„Wir wollten den Kredit der KfW nutzen und diesen über unsere Haus­bank abwi­ckeln“, schrieb uns Leser Dietmar Bött­cher im Sommer 2020. „Das wurde abge­lehnt mit dem Hinweis: KfW-Kredite werden nur in Verbindung mit einer Baufinanzierung und einer Mindest­summe von 50 000 Euro realisiert – bitte nutzen Sie doch unsere eigenen Haus­bank­kredite.“

Viele erhalten eine Absage

Bött­chers Brief ist nur eine von vielen Zuschriften, in denen Lese­rinnen und Leser uns von ihren Schwierig­keiten berichten, einen Förderkredit der staatlichen Kredit­anstalt für Wieder­aufbau (KfW) zu bekommen.

Unser Rat

Nach­fragen. Welche Banken uns zugesagt haben, Kredite der staat­lichen Kredit­anstalt für Wieder­aufbau (KfW) zu vermitteln und mit welchen Mindest­summen, lesen Sie in der Tabelle unten. Fragen Sie bei diesen Banken nach und schreiben Sie an kfw@stiftung-warentest.de, wenn Sie abge­wiesen werden.

Alternativen. Statt eines Kredits können Sie – ohne Umweg über die Haus­bank – einen der Zuschüsse der KfW und des Bundes­amtes für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle­ (Bafa) nutzen. Weniger aufwendig und meist weniger attraktiv ist der Steuerbonus für energie­effiziente Sanierungs­maßnahmen.

Kredit. Fragen Sie auch bei Anbietern nach, die Solarkredite vergeben. Falls Sie bereits einen Baukredit abbezahlt haben, die Grund­schuld dafür aber noch im Grund­buch steht, können Sie diese für einen neuen Kredit nutzen, mit meist güns­tigeren Zinsen.

Läuft Förderung ins Leere?

Läuft also ein Teil der Förderung ins Leere, mit der die Bundes­regierung versucht, den Kohlen­dioxid­ausstoß von Wohn­gebäuden nach­haltig zu senken und so ihre Klima­schutz­ziele zu erreichen? Wir haben den Praxis­test gemacht und eine Testerin auf die ­Suche nach einem KfW-Kredit geschickt.

Hintergrund: Die Kredite der KfW, mit denen der Staat unter anderem energetisches Bauen und Sanieren fördert, bekommen Haus- und Wohnungs­eigentümer nicht von der KfW selbst, sondern nur über ein durch­leitendes Finanzierungs­institut, also von ­einer Bank, Sparkasse oder Versicherung. Die durch­leitende Bank haftet für den Kredit und entscheidet über die Vergabe.

Viele Banken haben aber offen­bar gar kein Interesse, KfW-Kredite zu vergeben. So schreibt Leser Timmo Sturm: „Insgesamt sind alle Banken kaum bereit, für einen Neukunden einen Kredit in Höhe von etwa 20 000 Euro zu bearbeiten. Der Aufwand – vorgeschrie­bene Beratung, Dokumentation etc. – steht in keiner Relation zum Ergebnis für die Bank.“

16 Banken im Praxis­test

Das Anliegen, mit dem unsere Testerin bei insgesamt 16 Banken vorsprach: In ihrem Einfamilien­haus soll die alte Ölhei­zung durch ­eine effiziente Pellethei­zung ausgetauscht werden. Sie rechnet mit Gesamt­kosten von etwa 25 000 Euro. Die Heizungs­modernisierung möchte sie mit einem Kredit der KfW ­finanzieren. Den in solchen Fällen möglichen Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) würde sie außerdem beantragen.

Die KfW bietet einen Kredit, der genau für diese Kombination vorgesehen ist: Ergänzungskredit 167. Auf der Website der Staats­bank heißt es zu diesem Förder­kredit: „Für alle, die ihre Heizungs­anlage in Wohn­gebäuden auf erneuer­bare Energien umstellen.“ Und weiter: „Als ideale Ergän­zung Bafa-Zuschuss beantragen.“

Unsere Testerin wählt auf der Seite kfw.de die Funk­tion „Antrag beim Finanzierungs­partner ­stellen“ und erhält eine Liste mit gut 20 Bausparkassen, Finanz­vermitt­lern, Genossen­schafts­banken, Geschäfts­banken und Sparkassen, unter denen sie sich drei auswählen kann. Sie entscheidet sich für die Alte Leipziger Bausparkasse, die Commerz­bank und die Hypo­ver­eins­bank. Noch schnell ihre Daten eintragen und weg ist die Finan­zierungs­anfrage.

Alle sagen ab

Als erste meldet sich einen Tag später die Alte Leipziger. Ein Berater erkundigt sich, was unsere Testerin wünscht. Davon, dass sie für eine Sanierung einen KfW-Kredit benötigt, weiß er nichts. Über­haupt könne er über KfW-Programme keine Auskunft geben. Am Nach­mittag meldet sich ein Kollege: KfW-Darlehen gebe es erst ab 30 000 Euro. Er könne ihr aber ein haus­eigenes Modernisierungs­darlehen anbieten.

Am nächsten Tag meldet sich die Commerz­bank. Auch dieser Anruferin ist die ­Information neu, dass unsere Testerin ein KfW-Darlehen wünscht, und auch sie kennt sich mit KfW-Programmen nicht aus. Wenig später ruft eine Kollegin zurück. „Die Commerz­bank vergibt KfW-Kredite nur an Bestands­kunden.“ Die Commerz­bank habe keinen Einfluss darauf, was die KfW auf ihrer Seite schreibe. Sie könne nicht weiterhelfen.

Die dritte Wunsch­bank unserer Testerin, die Hypo­ver­eins­bank, reagiert gar nicht auf ihre Anfrage. Unsere Testerin hakt nach und bekommt ebenfalls eine Absage. Bei der ­Hypo­ver­eins­bank gebe es KfW-Darlehen erst bei einem Gesamt­finanzierungs­volumen von 250 000 Euro.

Bei 16 Banken und Bausparkassen versucht unsere Testerin ihr Glück – und bekommt über­all ähnliche Antworten und Absagen.

Wir fragen die Banken

Während unsere Testerin ihre Odyssee am ­Telefon durch­macht, schi­cken wir einen Fragebogen an 72 Kredit­institute. Wir wollen wissen: „Vergeben Sie den KfW-Ergän­zungs­kredit 167 unabhängig von einer größeren Baufinanzierung und auch an Neukunden – und wenn ja, wie hoch ist die Mindest­kreditsumme?“

27 antworteten mit „ja“, darunter einige, die unserer Testerin abge­sagt hatten. Dazu zählen die Debeka, die Deutsche Bank, die Ethik­bank und die Hypo­ver­eins­bank. Die meisten nannten Mindest­kreditsummen von 25 000 Euro und mehr. Für unsere Testerin, die nach Abzug des Bafa-Zuschusses noch etwa 14 000 Euro Kredit benötigt hätte, wäre ein Angebot tatsäch­lich nicht infrage gekommen.

Anders bei der Sparda Baden-Württem­berg. Uns gegen­über gab sie zunächst an, den Kredit ab einer Summe von 5 000 Euro zu vergeben. Doch unsere Testerin erhielt auch hier eine klare Abfuhr: „Den KfW-Kredit 167 gibt es nur in Verbindung mit einer Komplett­finanzierung. Das ist ein Vorstands­beschluss. Der Aufwand ist zu groß.“ Inzwischen hat die Sparda auch bei uns ihre Angaben geändert. Die Tabelle unten zeigt eine aktualisierte Über­sicht über alle Kredit­institute, die uns gegen­über angeben, KfW-Kredite für energetische Sanierungs­maßnahmen schon ab kleineren Summen auch an Neukunden und ohne weiteren Kredit zu vermitteln.

Wir fragen die KfW

Der Aufwand zu groß, die Provision zu klein – diese Begründung für eine Absage bekam unsere Testerin öfter zu hören. Wir wollten wissen: Was sagt die KfW selbst zu diesen Vorwürfen? „Wir kennen das Problem mit den kleineren Kreditsummen“, sagt Eckard von Schwerin, Experte für die Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ bei der KfW. „Aber wir haben keine Hand­habe.“ Schließ­lich über­nehmen die Banken für die von ihnen durch­geleiteten Kredite das Haftungs­risiko und sind nicht zur Vergabe verpflichtet.

Für Haus- und Wohnungs­eigentümer, die in Energiesparmaß­nahmen investieren ­wollen, sind das keine gute Aussichten. So schreibt Leser Dietmar Bött­cher: „Ich bin bisher davon ausgegangen, dass alle Banken dazu verpflichtet sind, Gelder, die der Staat zur Verfügung stellt, auch weiterzureichen beziehungs­weise zu bearbeiten ... Ich denke, so wie uns wird es auch anderen Menschen gehen, die etwas tun wollen und dann so ausge­bremst werden.“

In manchen Bundes­ländern helfen die Landes­förder­institute

Doch für einige Sanierungs­willige gibt es einen Licht­blick . So vermitteln in sechs Bundes­ländern die Landes­förder­institute die ­Kredite der KfW: die Bremer Aufbau-Bank, die Hamburgische Investitions-und Förderbank, die Landes­kredit­bank Baden-Württem­berg, die Investitions­bank Berlin, die Investitions­bank des Landes Brandenburg und die ­Inves­titions­bank Schleswig-Holstein.

Bundes­weit wird es zudem ab Mitte des Jahres in allen Förderprogrammen die Möglich­keit geben, statt eines Förder­kredits der KfW einen Zuschuss zu beantragen. Für einzelne Sanierungs­maß­nah­men ist das schon jetzt der Fall. Zukunfts­orientierte Haus­eigentümer müssen sich also nicht von ihrem Ziel abbringen lassen, in energieeffiziente Maßnahmen zu investieren.

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Diese Banken vermitteln auch kleinere KfW-Kredite

Diese Kredit­institute vergeben KfW-Kredite für energetische Sanierungs­maßnahmen schon ab kleineren Summen und auch an Neukunden und ohne weiteren Kredit. Es handelt sich um eigene Angaben der Anbieter in einer Umfrage im Januar 2021.

Anbieter

vermittelt KfW-Kredit Energieeffizient sanieren (Nr.151/152)

vermittelt KfW-Ergän­zungs­kredit (Nr.167)

Mindest­darlehens­summe (Euro)

Anbieter

vermittelt KfW-Kredit Energieeffizient sanieren (Nr.151/152)

vermittelt KfW-Ergän­zungs­kredit (Nr.167)

Mindest­darlehens­summe (Euro)

1822direkt

Ja

Ja

10 000

Allianz

Ja

Nein

10 000

BBBank

Ja

Ja

10 000

Comdirect Bank

Ja

Ja

10 000

Consors­bank

Ja

Ja

10 000

Deutsche Bank

Ja

Ja

25 000

Frank­furter Sparkasse

Ja

Ja

25 000

Hamburger Sparkasse

Ja

Ja

25 000

Hamburger Volks­bank

Ja

Nein

25 000

Hypo­ver­eins­bank

Ja

Nein

25 000

MBS in Potsdam

Ja

Ja

25 000

Nassauische Sparkasse

Ja

Ja

10 000

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Ja

Ja

25 000

Post­bank/DSL

Ja

Nein

25 000

PSD Kiel

Ja

Ja

15 000

PSD Nord

Ja

Nein

10 000

PSD Rhein-Ruhr

Ja

Ja

10 000

PSD West

Ja

Nein

25 000

Sparda Hamburg

Ja

Ja

15 000

Sparda Hannover

Ja

Ja

25 000

Sparda Nürn­berg

Ja

Ja

15 000

Sparkasse Hannover

Ja

Ja

25 000

Sparkasse Holstein

Ja

Ja

25 000

Sparkasse Leipzig

Ja

Ja

25 000

Stadt­sparkasse Düssel­dorf

Ja

Nein

25 000

Targo­bank

Ja

Nein

25 000

VR Bank Nieder­bayern-Oberpfalz

Ja

Nein

10 000

    Stand: 31. Januar 2021

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