Häuslebauer und -besitzer, die umweltschonend Energie nutzen wollen, können Fördergelder kassieren. Allerdings sollten sie sich mit den Anträgen beeilen.

Die Berliner Familie Frohgemut möchte sich eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung aufs Dach setzen. Rund 18.000 Mark soll das Ganze kosten - kein Pappenstiel. Obwohl die Anlage im Jahresdurchschnitt etwa die Hälfte des Brauchwassers erwärmt und damit Ölkosten einspart, würde sich die Investition - bei den derzeitigen Ölpreisen - nicht lohnen. Aber zum Glück gibt es ja staatliche Förderungen, die solch umweltbewusstes Handeln unterstützen.

Fast jedes Bundesland stellt einen Fördertopf bereit, der für Einbauten von Solarkollektoren und andere Maßnahmen zuzahlt. Doch es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die beste Chance auf eine Investitionsspritze hat, wer in den ersten Monaten des Jahres einen Zuschuss beantragt. Bewilligungen können nur so lange ausgesprochen werden, wie Geld dafür vorhanden ist.

Aber wo gibts wie viel Geld wofür? Die Stiftung Warentest hat sich im Förderdschungel von Bund und Ländern umgeschaut und die wichtigsten Infos für Energiesparer zusammengetragen.

Ein Beispiel: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat im vergangenen September immerhin 200 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Schwerpunkt des Förderprogramms sind Solarkollektoren, Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme. Wer also Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren aufs Dach montieren lassen möchte, sollte umgehend einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft stellen.

Auch die meisten Bundesländer bieten spezielle Förderprogramme an. Art und Höhe sind allerdings sehr unterschiedlich. Das Land Niedersachsen gewährt beispielsweise für den Einbau einer solarthermischen Anlage einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Bayern gibt immerhin noch 1.500 Mark pro Anlage dazu. Aber: Einige andere Länder, in den neunziger Jahren noch mit von der Partie, bieten gar keine Hilfen mehr an und verstecken sich hinter den Bundesförderungen. So zum Beispiel Hessen, das kein Geld mehr für Solarthermie und Photovoltaik für Privatpersonen aufbringt. Und auch die Energieversorgungsunternehmen, früher an einem Imageplus durch finanzielle Hilfen interessiert, fördern nun mehr schlecht als recht.

Ein rechtlicher Anspruch auf eine öffentliche Förderung besteht in der Regel nicht. Eine Ausnahme sind die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten. Für Energiesparanlagen bei einem Neubau oder einem neu erworbenen Haus gibts eine Ökozulage von zwei Prozent der investierten Kosten - und das acht Jahre lang, maximal jedoch eine Summe von 500 Mark jährlich.

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