Flusskreuzfahrten Test

Drei Metropolen in drei Tagen - ohne Reisestress und ohne das Hotel zu wechseln. Das geht mit Flusskreuzfahrten. test.de sagt, mit welchen Schiffen das Reisen am schönsten ist.

Imposante Reisen

Zu bombastischer Musik von Vangelis gleitet die Arosa Riva in Budapest die Donau entlang. Die vielen Monumentalbauten am Ufer sind beeindruckend und ziehen die Blicke auf sich. Die Kreuzfahrtgäste bestaunen die Szenerie vom Sonnendeck aus - einige sind ergriffen, andere fotografieren wie wild. Ähnlich imposant war bereits der Tag zuvor. Da war das Schiff in Wien. Am nächsten Mittag wird es in der slowakischen Hauptstadt Bratislava einlaufen. Eine solche Abwechslung - ganz ohne Hotelwechsel - das gibt es nur auf einer Flusskreuzfahrt.

Hohe Nachfrage

Hauptzielgruppe für Flussreisen sind flexible und zahlungskräftige Best Ager, wie die Reiseindustrie die ab 50-Jährigen liebevoll nennt. Die Reisenden schätzen die vielen Annehmlichkeiten an Bord, das behagliche Dahingleiten des Schiffes und die interessanten Landausflüge. Das gefällt auch immer mehr jungen Leuten. Über 384 000 Gäste zählten die Redereien im vergangenen Jahr auf ihren Schiffen - das sind 15 Prozent mehr als noch 2007. Billig sind die Flussreisen jedoch nicht: Für sechs bis acht Tage zahlen Urlauber im Schnitt 1154 Euro. An- und Abreise sowie Nebenkosten kommen oft noch hinzu.

Sieben Anbieter im Überblick

Die Donau gehört zu den beliebtesten Zielen für Flusskreuzfahrten. Ebenso Rhein, Elbe und Rhône/Saône. Die Stiftung Warentest hat sich sieben Anbieter der wichtigsten Kreuzfahrtschiffe angeschaut: Gut zwei Drittel der Schiffe bietet Vier-Sterne-Komfort, ein Viertel liegt im preiswerteren Drei-Sterne-Bereich und drei Flussliner locken mit Luxus-Kreuzfahrten - alle drei auf der Donau.

Kleine Kabinen

Der Platz auf einem Kreuzfahrtschiff ist begrenzt: Die meisten Zweibettkabinen sind nur 10 bis 12 Quadratmeter groß. Selbst die größten Zimmer an Bord - etwa 16 Quadratmeter - können vom Platzangebot her gerade mal mit Hostel-Zimmern mithalten. In den preiswerten Kabinen im unteren Deck ist es zudem oft laut: Der Motor macht sich eindringlich bemerkbar. Ein weiterer Nachteil: Die günstigen Zimmer auf dem Schiff haben nur kleine Fenster. Für eine Panoramasicht auf den oberen Decks müssen die Gäste deutlich tiefer in die Tasche greifen. Tipp: Stöbern Sie im Internet nach Schnäppchen. Welche Seiten empfehlenswert sind, erfahren Sie in den Tipps.

Essen spielt die Hauptrolle

Während in den Kabinen Platzmangel herrscht, sind die Bordrestaurants großzügig ausgestattet. Das spiegelt sich auch im Tagesablauf wieder: Kaum hat sich der Urlauber vom Frühstücksbuffet erhoben, bittet die Lautsprecherdurchsage zum Snack auf dem Achterdeck. Wenig später steht das Mittagessen auf dem Tisch, dann Kaffee und Kuchen, und das Abendessen lockt wieder mit vielen Köstlichkeiten. Bei A-Rosa kann der Gast gegen Aufpreis ein serviertes Menu und Weine der Region genießen. Auf einigen Flussschiffen wird auch noch ein Mitternachtsessen serviert, ähnlich wie bei Hochseekreuzfahrten.

Kaum Fitnessbereiche

Ein Fitnessbereich, der hilft, die angefutterten Pfunde wieder abzutrainieren, fällt oft sehr klein aus. Auf einigen Schiffen ist er gar nicht zu finden. Ähnlich sieht es mit einem Pool aus. Eine Sauna gehört dagegen zumindest auf den neueren Vier-Sterne-Schiffen fast schon zur Standardausstattung. Es gibt allerdings auch noch andere Möglichkeiten, dem Schlaraffenland des Bordrestaurants zu entkommen: Für sportliche Kreuzfahrtgäste werden immer häufiger Fahrrad- oder Nordic-Walking-Touren angeboten. Die sind eine willkommene Abwechslung zum Landausflug per Bus.

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