Fluggesellschaften wimmeln zurzeit Passagiere mit Entschädigungsansprüchen ab und verweisen darauf, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) zunächst in einem Vorlageverfahren des Amtsgerichts Köln entscheiden müsse (Az. 142 C 535/08). Ein Fluggast war mit mehr als drei Stunden Verspätung gelandet und hatte als Ausgleich 600 Euro verlangt. Das Amtsgericht setzte das Verfahren aus, weil es Rechtsfragen sah, die der EuGH vorab klären soll.

Die Airlines hoffen nun, dass der EuGH von seiner bisherigen fluggastfreundlichen Rechtsprechung abweicht. Daraus wird aber vermutlich nichts. Zwar hat der EuGH noch nicht entschieden. Aber der EuGH-Generalanwalt hat bereits seine Stellungnahme abgegeben. Dieser folgt das Gericht in der Regel.

Kommt es so, bleibt alles beim Alten: Fluggäste können je nach Reiseentfernung 250 Euro, 400 oder 600 Euro verlangen, wenn sie verspätet abfliegen und mit mindestens dreistündiger Verspätung am Ziel ankommen.

Genervte Fluggäste können die EuGH-Entscheidung abwarten, da ihr Anspruch erst nach drei Jahren verjährt. Oder sie klagen jetzt schon. Der Wiesbadener Reiserechtsexperte Holger Hopperdietzel berichtet, dass viele Gerichte die Verfahren nicht aussetzen und weiterhin für die Fluggäste entscheiden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 83 Nutzer finden das hilfreich.