Flug­verspätung Meldung

24 Stunden zu spät zurück? Der Veranstalter muss eine Umbuchung versuchen.

Zeichnet sich eine 24-stündige Verspätung des Rück­flugs ab, muss der Reise­ver­anstalter den Urlauber auf einen anderen Flug umbuchen – jedenfalls wenn es einen Ersatz­flug gibt, mit dem eine beinahe pünkt­liche Rück­kehr möglich ist. Eine kostenlose Hotel­über­nachtung für den Kunden reicht nicht.

Von wegen „Umbuchung nicht möglich“

Eine vierköpfige Familie hatte auf den Malediven Urlaub gemacht. Der Rück­flug sollte am Sonn­tag um 18.25 Uhr in Frank­furt am Main landen, sodass die berufs­tätigen Urlauber recht­zeitig am Montag zur Arbeit gehen konnten. Kurz vor Abflug teilte der Veranstalter mit, der Flug werde am Montag starten. Eine Umbuchung sei nicht möglich. Die Familie konnte aber doch einen anderen Flug buchen, der am Sonn­tag um 19.15 Uhr ankam. 2 838 Euro für die Tickets muss der Veranstalter ersetzen, urteilte das Amts­gericht Hannover.

Frist­setzung in diesem Fall nicht nötig

Üblicher­weise müssen Urlauber dem Veranstalter eine Frist setzen, in der er einen Mangel beheben kann. Das war hier nicht nötig, so das Gericht. Erstens kannte der Veranstalter das Problem, zweitens hatte er mit dem Hinweis „Umbuchung unmöglich“ ohnehin die Abhilfe verweigert (Az. 568 C 7273/15).

Diese Rechte haben Flug­gäste

Der Streit mit einer Flug­linie nach Verspätung oder Ausfall eines Fluges ist häufig frustrierend. Hilfe bekommen Reisende bei Schlichtungs­stellen. Und wer auf diesem Wege nicht zur gewünschten Entschädigung kommt, kann sich vom Anwalt oder vom Inkasso­dienst helfen lassen. Im Special Fluggastrechte beschreiben die Experten von Finanztest die besten Wege zur Entschädigung.

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