Flug­verspätung Meldung

Der Europäische Gerichts­hof bleibt kundenfreundlich. Fluggesell­schaften müssen nach großen Verspätungen zahlen.

Verspätung. Der Europäische Gerichts­hof (EuGH) hat in neuen Entscheidungen seine Recht­sprechung bekräftigt. Nach Flug­verspätungen von mehr als drei Stunden haben Reisende Anspruch auf eine pauschale Ausgleichs­leistung von bis zu 600 Euro. Denn sie verlieren genauso Zeit wie Reisende, deren Flug gestrichen wurde (Az. C-581/10 und C-629/10).

Vorgeschichte. Bereits im Jahr 2009 hatte der EuGH entschieden, dass Flug­gäste auch nach großen Verspätungen Geld von der Flug­linie verlangen können – und nicht nur, wenn ihr Flug ausgefallen ist, wie in der EU-Flug­gast­rechte-Verordnung angeführt. Doch viele Fluggesell­schaften wiesen die Kunden weiterhin ab.

Ausnahmen. Heraus­reden können sich die Fluggesell­schaften in Zukunft kaum noch. Sie müssen nur dann ausnahms­weise nicht zahlen, wenn die Ursache der Verspätung für sie „nicht zu beherr­schen“ ist, also zum Beispiel wenn das Wetter ihnen einen Abflug unmöglich macht.

Altfälle. Das Urteil ist auch rück­wirkend von Bedeutung. Flug­gäste können Altansprüche bis zu drei Jahre rück­wirkend geltend machen.

Hilfe. Sträubt sich die Fluggesell­schaft, können Passagiere ihrer Forderung mithilfe eines Anwalts Nach­druck verleihen oder eine Firma wie Flight­right, EUclaim oder Fairplane einschalten. Diese Unternehmen helfen Ansprüche durch­zusetzen, notfalls mit Anwälten. Der Kunde zahlt dafür ein Erfolgs­honorar: Erhält er seine Ausgleichs­leistung, muss er davon bis zu 30 Prozent an das Unternehmen abgeben. Verliert er, hat er keine Kosten.

Tipp: Mehr Informationen über die neuen Dienst­leister finden Sie auf unserer Internetseite unter www.test.de/fluggasthelfer.

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