Ab dem kommenden Jahr müssen Fluggesellschaften in der Europäischen Union Abfindungen zahlen, wenn sie Flüge kurzfristig streichen oder Passagiere nicht befördern, weil die Maschine überbucht ist. Das haben jetzt das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat beschlossen.

Die Verordnung soll vor allem die verbreitete Unsitte bekämpfen, mehr Tickets zu verkaufen als Sitze im Flugzeug vorhanden sind. Darf ein Passagier trotz gültigen Tickets nicht mitfliegen, hat er für Flüge unter 1 500 Kilometern künftig Anspruch auf eine Abfindung von 250 Euro. Für Flüge von 1 500 bis 3 500 Kilometer gibt es 400 Euro und für Langstreckenflüge 600 Euro.

Diese Beträge muss die Fluggesellschaft auch zahlen, wenn sie einen reservierten Flug streicht ­– es sei denn, sie informiert den Kunden mindestens zwei Wochen vorher über die Änderung oder sie bietet ihm eine akzeptable Umbuchung an. Verspätet sich ein Flug um mehr als fünf Stunden, kann der Fluggast künftig den Preis fürs Ticket zurückverlangen.

Die Gesellschaft muss außerdem Hotel- und Taxikosten übernehmen, die ihren Kunden durch überbuchte, verspätete oder gestrichene Flüge entstehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 98 Nutzer finden das hilfreich.