Fluglotsen-Streik Meldung

Das Arbeits­gericht Frank­furt hat in erster Instanz entschieden: Die Fluglotsen dürfen streiken. Von 6 Uhr früh bis 12 Uhr mittags soll nach dem Willen ihrer Gewerk­schaft kein Flugzeug in Deutsch­land starten oder landen. test.de sagt, was den rund 400 000 Betroffenen übrig bleibt.

[Update 09.08.2011]

Kurz nach Mitter­nacht haben die Parteien vereinbart, ein Schlichtungs­verfahren einzuleiten. Damit droht vor­erst kein Streik mehr, Flug­gäste müssen kein Chaos befürchten. [Update Ende]

[Update 08.08.2011]

Nach Informationen des Hessischen Landes­arbeits­gerichts will die Arbeit­geberseite noch am Montag gegen die Entscheidung Berufung einlegen. Das Gericht wird darüber ab 21:00 Uhr verhandeln. [Update Ende]

Gewerk­schaft fest entschlossen

Eigentlich sollen auf den deutschen Flughäfen zwischen 6 und 12 Uhr morgen rund 3 000 Flüge mit 400 000 Passagieren starten oder landen. Doch die Fluglotsen sind gut organisiert und haben beschlossen, für mehr Geld und bessere Arbeits­bedingungen zu streiken. Nachdem das Arbeits­gericht Frank­furt sie im ersten Anlauf in der vergangenen Woche per einst­weiliger Verfügung gestoppt hatte, haben die Richter den Streik jetzt gebil­ligt. Die Gegen­seite kann gegen diese Entscheidung zwar noch in die Berufung gehen. Doch es ist nun sehr wahr­scheinlich, dass die Gewerk­schaft den Flug­verkehr in Deutsch­land am Dienstag bis mittags voll­ständig lahmlegt.

Tipps

  • Wichtigster Rat an Betroffene: Informieren Sie sich schon jetzt bei Ihrer Fluggesell­schaft. Bei Pauschal­reisen ist der Reise­ver­anstalter zuständig. Manches Unternehmen versucht, Flüge vorzuziehen, um dem Streik zuvor zu kommen. Fast alle Unternehmen halten aktuelle Informationen im Internet bereit.
  • Seien Sie pünkt­lich am Flughafen, so lange der Flug nicht definitiv gestrichen oder verschoben ist. Halten Sie sich auch dort stets zunächst an Mitarbeiter Ihrer Fluggesell­schaft. Die Unternehmen werden versuchen, Ihre Passagiere so schnell wie möglich ans Ziel zu bringen; wenn Sie einen kurz­fristig anberaumten Ersatz­flug verpassen, kann auch der Anspruch auf Erstattung des Ticket­preises verloren sein. Bei Warte­zeiten über zwei Stunden haben Sie Anspruch auf angemessene Verpflegung, die Möglich­keit zu telefonieren und auf Unterkunft, wenn eine Über­nachtung nötig wird. Umfassende Informationen zu den Flug­gast­rechten finden Sie im Artikel Fluggastrechte.
  • Richten Sie sich auf Chaos ein. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt: Manche Fluggesell­schaft informiert und betreut ihre Passagiere schon in weit weniger schwierigen Situationen kaum oder gar nicht.
  • Wenn Ihr Flug gestrichen wird oder sich mehr als fünf Stunden verspätet, können Sie Ihr Ticket stornieren und erhalten Ihr Geld zurück.
  • Eine Entschädigung schulden Ihnen Ihre Fluggesell­schaft oder Ihr Reise­ver­anstalter nicht. Sie können sich – anders als bei einem Streik des Flug­personals – auf höhere Gewalt berufen.

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