Fluggastrechte bei Streik Meldung

Ein Warnstreik von Bodenpersonal und Stewardessen liegt in der Luft. Nach dem Pilotenstreik kann es nun schon am Wochenende zu neuen Behinderungen und Verspätungen kommen. In vielen Fällen können Fluggäste Entschädigung verlangen. test.de sagt, wie das geht und wie viel es gibt.

Ruhe bewahren

Birgit Zandke-Schaffhäuser von der Schlichtungsstelle Mobilität rät Fluggästen vor allem, nicht in Panik zu verfallen. Viele laufen los und buchen den Flug gleich um, sagt Zandke-Schaffhäuser. Das sei jedoch ein Fehler. „In diesem Fall kann niemand garantieren, dass die Passagiere ihr Geld zurückbekommen“ so Zandke-Schaffhäuser. Ganz wichtig ist es, dass sich die Fluggäste direkt an das Unternehmen wenden und darüber informieren, dass sie den Flug gern umbuchen möchten. Bei Verspätungen rät die Schlichtungsstelle, über eine Umbuchung zu verhandeln.

Entschädigung für Verspätungen

Wenn Verbraucher nach fünf Stunden Wartezeit vom Flug zurücktreten möchten, bekommen sie ihr Geld zurück, so Zandke-Schaffhäuser. Auch in diesem Fall sollten Fluggäste jedoch nicht einfach ein neues Ticket kaufen, sondern sich am Abfertigungsschalter informieren und sich den Ticketpreis direkt bei der Fluggesellschaft erstatten lassen, rät die Schlichtungsstelle Mobilität. Bei Verspätungen von mindestens zwei Stunden ist die Fluggesellschaft verpflichtet, kostenlos Getränke zur Verfügung zu stellen und auch kostenlose Telefonate und E-Mails zu ermöglichen, so die Verbraucherzentrale Sachsen. Pauschalreisende sollten sich bei Flugausfällen direkt an den Reiseveranstalter wenden.

Ausgleichszahlungen im Einzelfall

Wann eine Airline Ausgleichszahlungen leisten muss, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Denn die Frage, wer den Flugausfall zu verantworten hat und ob ein Streik zu höherer Gewalt zählt, ist umstritten. Ob ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt und dann Ausgleichszahlungen zu leisten sind, entscheidet die Fluggesellschaft nach individueller Prüfung. Zahlt sie nicht, können sich Reisende beim Luftfahrt-Bundesamt beschweren. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen haben Verbraucher schlechte Karten, die wegen eines geplatzten Geschäftstermins oder anderer Unannehmlichkeiten auch Schadenersatz geltend machen wollen. Demnach gibt es keine Schadenersatzansprüche, wenn die Fluggesellschaft alles getan hat, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Weitere Informationen über Fluggastrechte bei Verspätungen und Flugausfällen bietet die Tabelle.

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