Am Donners­tag kommt es auf dem Frank­furter Flughafen höchst­wahr­scheinlich zu Streiks. test.de erklärt, was Reisende jetzt tun sollten und welche Rechte sie bei Verspätungen und Flug­ausfällen haben.

Früh­zeitig nach Informationen suchen

Die Gewerk­schaft der Flugsicherung hat angekündigt, dass es am Donners­tag, 16. Februar, zu Arbeits­nieder­legungen am Frank­furter Flughafen kommen wird. Reisende, die an diesem Tag von Frank­furt aus starten oder dort landen wollen, sollten sich schnell mit ihrer Flug­linie in Verbindung setzen. Wer als Pauschal­reisender unterwegs ist, sollte seinen Reise­ver­anstalter anrufen. Der Flughafen selbst informiert über aktuelle An- und Abflug­zeiten über die Hotline 0 18 05/3 72 46 36 sowie auf der eigenen Internetseite.

Tipp: Auch bei einem absehbaren Ausfall sollten Sie im Zweifel lieber pünkt­lich am Flughafen sein. Sonst kann es passieren, dass Sie einen doch noch angebotenen Ersatz­flug verpassen. Wenn Sie sich auf die Informationen der Internetseite der Flug­linie oder des Flughafens verlassen, drucken Sie die Bild­schirm­ansicht sicher­heits­halber aus. So haben Sie einen Beleg, wenn es später Ärger geben sollte.

Geld zurück – oder Ersatz­flug

Wenn ein Flug aufgrund des Streiks gestrichen wird, bekommen Kunden ihr Geld zurück. Reisende, die trotzdem fliegen wollen, haben gegen­über ihrer Air­line Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist – und möglicher­weise sogar länger, wenn ein Rück­stau im Flug­verkehr entsteht.

Anspruch auf Unterstüt­zungs­leistungen

Bei Flügen bis zu 1 500 Kilo­metern haben Flug­gäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungs­leistungen – also Telefonate, Getränke, Mahl­zeiten und gegebenenfalls eine Über­nachtung im Hotel. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fluggesell­schaft für die Verspätung etwas kann – oder wie im Fall eines Streiks des Flughafen­personals nicht für den Ärger verantwort­lich ist. Bei Flügen über längere Distanzen verlängern sich die Warte­zeiten, nach denen der Anspruch auf die Unterstüt­zung einsetzt. Einen Über­blick bietet die Tabelle Fluggastrechte. Ab einer Warte­zeit von fünf Stunden können Passagiere eine Erstattung des Flugpreises verlangen.

Kein Anspruch auf Ersatz­zahlungen

Das Gesetz gewährt Reisenden in Fällen von Annullierung, Über­buchung oder Verspätung ab drei Stunden groß­zügige Entschädigungen (siehe Tabelle Fluggastrechte). Ansprüche haben Passagiere allerdings nur, wenn keine „höhere Gewalt“ für die Verspätungen und Ausfälle verantwort­lich ist. Streikt das Flughafen­personal und haben Flug­linien darauf keinen Einfluss, dürfte das aber als „höhere Gewalt“ gelten. Mit Entschädigungen ist beim aktuellen Streik also nicht zu rechnen.

Tipp: Etwas anders ist die Rechts­lage, wenn Sie im Rahmen einer Pauschal­reise von einer Flug­verspätung oder einem Flug­ausfall betroffen sind. In der Regel liegt dann ein Mangel der Reise­leistung vor, für den Sie den Reise­preis mindern können – unabhängig von der Frage, ob der Veranstalter etwas für den Mangel konnte oder nicht. Wie Sie erfolg­reich mindern und was Sie verlangen dürfen, lesen Sie im Report Reisemängel – Erfolgreich reklamieren.

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