Verspätung, Annullierung, Über­buchung

Flug­gäste haben viele Rechte, wenn etwas schiefläuft. Je nach Problem können sie Geld verlangen, sich Kosten erstatten lassen, auf alternative Beför­derungen pochen oder Betreuungs­leistungen erwarten.

Problem

Ausgleichs­zahlung

Kosten­erstattung und Beför­derung

Betreuungs­leistungen

Der Abflug verspätet sich. 1

Wird das Reiseziel aufgrund einer Abflug­verspätung mindestens drei Stunden zu spät erreicht, können Flug­gäste folgende Geld­leistungen bean­spruchen: 2

  • 250 Euro (Flug bis 1 500 km)
  • 400 Euro (Flug über 1 500 km bis 3 500 km) 3
  • 600 Euro (Flug über 3 500 km). 3

Beträgt die Abflug­verspätung mindestens fünf Stunden, muss die Flug­linie folgende Leistungen anbieten:

  • Erstattung des Flugpreises.
  • Erstattung auch des Preises voran­gegangener Flüge, wenn die Weiterreise nutzlos geworden ist.
  • Alternativ zur Erstattung kann der Kunde die schnellst­mögliche Rück­beför­derung zum Abflug­ort oder die schnellst­mögliche Beför­derung an das Reiseziel unter vergleich­baren Bedingungen oder eine Beför­derung zu einem eigenen Wunsch­termin an das Reiseziel verlangen, sofern Plätze verfügbar sind.

Flug­gäste können bei Verspätungen Getränke und Mahl­zeiten in angemessenem Verhältnis zur Warte­zeit verlangen; dazu Kommunikations­möglich­keiten sowie Hotel und Transfer, wenn die Weiterreise am nächsten Tag erfolgt. Der Anspruch entsteht bei Verspätungen von:

  • zwei Stunden (Flug bis 1 500 km),
  • drei Stunden (Flug über 1 500 km bis 3 500 km), 3
  • vier Stunden (Flug über 3 500 km). 3

Der Flug wird annulliert oder der Gast gegen seinen Willen nicht befördert, etwa wegen einer Über­buchung.

Bei Annulierung oder Nicht­beför­derung können Kunden Geld­leistungen, je nach der Flug­entfernung bean­spruchen: 24

  • 250 Euro (Flug bis 1 500 km)
  • 400 Euro (Flug von 1 500 km bis 3 500 km) 3 ,
  • 600 Euro (Flug über 3 500 km). 3
  • Erstattung des Flugpreises.
  • Erstattung auch des Preises voran­gegangener Flüge, wenn die Weiterreise nutzlos geworden ist.
  • Alternativ zur Erstattung kann der Kunde die schnellst­mögliche Rück­beför­derung zum Abflug­ort oder die schnellst­mögliche Beför­derung an das Reiseziel unter vergleich­baren Bedingungen oder eine Beför­derung zu einem eigenen Wunsch­termin an das Reiseziel verlangen, sofern Plätze verfügbar sind.

Die Flug­linie muss dieselben Betreuungs­leistungen wie oben im Fall der Abflug­verspätung anbieten. Die Leistungen müssen allerdings erfolgen, wenn sie notwendig sind – unabhängig von Flug­entfernungen.

    • 1 Nicht geregelt ist der Fall einer verspäteten Ankunft nach pünkt­lichem Abflug in der EU-Verordnung. Auch hier haften Flug­linien, wenn sie nicht alles getan haben, die Verspätung zu vermeiden. Reisende sollten sich in diesem Fall vom Anwalt helfen lassen.
    • 2 Die Flug­linie muss keinen Ausgleich zahlen, wenn Sie für die Widrigkeit nichts kann und das belegt.
    • 3 Gilt für Flüge, die entweder nicht in der EU beginnen oder nicht in der EU enden.
    • 4 Bei Annullierung muss die Flug­linie Ausgleichs­zahlungen leisten, wenn sie frühestens 2 Wochen vor dem Start über die Annullierung informiert. Informiert sie zwischen 2 Wochen und 7 Tagen vor dem Start, muss zunächst ein anderer Flug angeboten werden, der nicht mehr als 2 Stunden früher startet und nicht mehr als 4 Stunden später ankommt. Sonst ist die Ausgleichs­zahlung fällig. Informiert die Flug­linie weniger als 7 Tage vor dem Start, muss sie zunächst einen anderen Flug anbieten, der nicht mehr als 1 Stunde früher startet und nicht mehr als 2 Stunden später ankommt. Sonst ist die Ausgleichs­zahlung fällig.Bietet die Flug­linie kurz­fristig eine Alternative, darf sie die Zahlung um die Hälfte kürzen. Der neue Flug darf nicht später als 2 Stunden (Flug bis 1 500 km), 3 Stunden (Flug über 1 500 bis 3 500 km) oder 4 Stunden (Flug über 3 500 km) ankommen.