Legt ein Natur­ereignis den Flug­verkehr lahm, müssen die Air­lines Kost und Logis ihrer wartenden Flug­gäste über­nehmen. Das hat der Europäische Gerichts­hof entschieden. Hintergrund der Entscheidung: Der Ausbruch des islän­dischen Vulkans Eyjafjallajökull.

Anspruch auf Hotel­kosten

Flug­gäste, die im Früh­jahr 2010 wegen der Aschewolke aus dem islän­dischen Vulkan Eyjafjallajökull an verschiedenen Orten Europas tage­lang fest­saßen, haben Anspruch auf Ersatz ihrer zusätzlichen Hotel- und Verpflegungs­kosten. Der Europäische Gerichts­hof in Luxemburg hat entschieden, dass ein Natur­ereignis wie eine Aschewolke Air­lines nicht von der Pflicht zur Betreuung ihrer Flug­gäste entbinde (Az. C-12/11).

Keine Entschädigung für Flug­streichung

Die Fluggesell­schaften müssen aber keine Entschädigung dafür zahlen, dass sie Flüge gestrichen haben. Die Entschädigungs­pauschalen zwischen 250 und 600 Euro, wie sie die europäische Flug­gast­rechte­ver­ordnung (Nummer 261/2004) vorsieht, entfallen, wenn ein außergewöhnlicher Umstand wie hier die Aschewolke oder etwa ein Streik der Grund für die Annullierung war. Die irische Fluggesell­schaft Ryanair muss nun die Hotel­kosten einer Irin über­nehmen, die eine Woche lang nicht von Fargo (Portugal) nach Dublin (Irland) fliegen konnte. 1 130 Euro gab sie für ihre Unterbringung aus. Dass der Ryanair-Flug selbst nur 98 Euro gekostet hatte, spielt keine Rolle. Die europäische Flug­gast­rechte­ver­ordnung gilt auch für Billigflüge.

Verjährung erst Ende 2013

Kunden mit offenen Rechnungen können diese noch immer geltend machen. Die durch die Aschewolke entstandenen Erstattungs­ansprüche verjähren erst Ende 2013. Die europäische Flug­gast­rechte­ver­ordnung gilt für Flüge, die von einem Flughafen in der Europäischen Union (EU) abgehen. Lag der Abflughafen außer­halb der EU, gilt die Verordnung nur dann, wenn das Flugzeug in der EU gelandet ist und die Flug­linie ihren Sitz in der EU hat.

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