Fluggastrechte Meldung

Bei Verspätungen können Passagiere jetzt Geld von der Fluglinie verlangen. Bisher galt das nur bei ausgefallenen Flügen. „Außergewöhnliche Umstände“ wie Schneechaos sind aber außen vor. test.de nennt die Details.

Entscheidung

Fluggäste, deren Flug sich um mehr als drei Stunden verspätet, müssen entschädigt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im November 2009 entschieden (Az. C-402/07). Durch den Zeitverlust hätten sie dieselben Unannehmlichkeiten wie Passagiere, deren Flug ausfällt. Das Urteil erging in einem Fall, in dem drei Kläger nach 25-stündiger Verspätung mit ihrem Flug aus Toronto in Frankfurt am Main gelandet waren. Sie verklagten daraufhin die Fluggesellschaft, ihnen pro Person 600 Euro zu zahlen.

Entschädigung

Den Passagieren steht eine Ausgleichszahlung in Höhe von 250, 400 oder 600 Euro zu. Der Betrag hängt von der Länge des gebuchten Fluges ab. Bislang mussten die Fluggesellschaften die Passagiere nur dann betreuen, verköstigen und entschädigen, wenn ihr Flug gestrichen wurde oder überbucht war – nicht aber bei einer Flugverspätung.

Ausnahmen

Nur wenn die Verspätung auf „außergewöhnliche Umstände“ zurückgeht wie schlechtes Wetter, Streik des Flughafenpersonals oder Terrorwarnungen, müssen die Airlines nichts zahlen. Ein technischer Defekt enthebt sie dagegen nicht ihrer Pflicht.

Belege

Egal, ob der Flug überbucht ist, später abfliegt oder ausfällt, die Passagiere sollten sich das bescheinigen lassen. Als Belege gelten die neue Bordkarte oder der zweite Gepäckschein. Auch Hotel-, Verpflegungs- oder Taxikosten werden erstattet. Die Passagiere müssen sich mit ihren Schadenersatzansprüchen direkt an die verantwortliche Fluglinie wenden.

Klage

Stellt die Fluggesellschaft sich stur, bleibt den strapazierten Passagieren nur der Gang vor Gericht. Bis zum November 2009 konnten sie sich an die Schlichtungsstelle Mobilität wenden, damit diese für sie eine außergerichtliche Einigung mit den Fluggesellschaften erzielte. Doch damit ist Schluss, das Verbraucherschutzministerium zahlt kein Geld mehr für die Schlichter.

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