Zwei Pauschal­urlauber haben vor dem Amts­gericht Hamburg jeweils 453 Euro Entschädigung für eine Verspätung einge­klagt (Az. 36a C 251/13). Die Reisenden waren bei ihrem Flug von der kapverdischen Insel Sal nach Hamburg mit 22 Stunden Verspätung ange­kommen. Auf dem Flug zwang die Air­line sie zu einer ungeplanten Hotel­über­nachtung auf Gran Canaria. Die Air­line nannte als Grund einen Sand­sturm auf dem vorherigen Umlauf der Maschine. Für Verspätungen wegen schlechten Wetters haften Air­lines zwar nicht, vor Gericht müssen sie aber darlegen, dass sie alles versucht haben, die Passagiere trotz der Probleme ans Ziel zu bringen. Nicht selten tragen Air­lines dazu nichts vor – so auch in diesem Fall. Das Gericht ging daher davon aus, dass die Über­nachtung über­flüssig war. 600 Euro standen den Reisenden nach der EU-Flug­gast­rechte­ver­ordnung zu. 147 Euro hatten sie bereits vom Veranstalter erhalten. Diese zog das Gericht von den 600 Euro ab.

Tipp: Der Streit mit einer Flug­linie nach Verspätung oder Ausfall eines Fluges ist häufig frustrierend. Hilfe bekommen Reisende bei den neuen Schlichtungs­stellen. Und wer auf diesem Wege nicht zur gewünschten Entschädigung kommt, kann sich vom Anwalt oder vom Inkasso­dienst helfen lassen. Wie das geht, erklären die Experten von Finanztest im Special Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung.

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