Fluggastrechte Meldung

Große Freude: Über 95 Prozent aller verloren gemeldeten Koffer werden ­innerhalb der ersten fünf Tage nach ihrer Verlustmeldung wieder gefunden.

Verschwindet der Koffer auf einer Flugreise, gibt es oft Ärger. Nicht alle Fluggesellschaften wollen eine Schlichtung.

Schlichtungsstelle. Taucht ein Gepäckstück selbst Tage nach einer Flugreise nicht wieder auf, ist der Ärger programmiert. Damit Fluggäste ihr Recht auf Schadenersatz einfach, schnell und kostenlos durchsetzen können, gibt es die Schlichtungsstelle Mobilität. Sie ist Ansprechpartnerin, wenn auf Flug- oder Bahnreisen etwas schiefläuft. Die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz eingerichtete Stelle bemüht sich bei Kofferverlust, Flugverspätung oder -annullierung mit einem Schlichtungsvorschlag eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

Verweigerer. „Die Zusammenarbeit mit den ausländischen Flugunter­nehmen klappt ganz gut“, sagt Anke Lobmeyer von der Schlichtungsstelle. „Doch leider verweigern inländische Unternehmen wie Lufthansa AG, Germanwings, Air Berlin, Tuifly und Billigflieger wie easyjet und Rynair die Zusammenarbeit.“

Hintergrund. Die Zusammenarbeit der Fluggesellschaften mit der Schlichtungsstelle ist freiwillig. Passagiere der Verweigerer müssen vor Gericht ziehen, wenn sie sich mit der Gesellschaft über den Schadenersatz für einen Koffer nicht einigen können. Sie können sich aber zumindest Tipps von der Schlichtungsstelle holen.

Streitpunkte. „Um die Höhe des Schadenersatzes geht es häufig bei Gepäckverlust“, erklärt Anke Lobmeyer. Die Haftungshöchstgrenze liegt derzeit bei maximal 1 130 Euro. Ersetzt wird aber nur der Zeitwert der Sachen, nicht der Wiederbeschaffungswert. Die Regulierung kann daran scheitern, dass Quittungen fehlen oder der Passagier Fristen und Formalitäten bei der Schadensanzeige nicht einhält.

Tipp: Unterstützung bietet die Schlichtungsstelle kostenlos unter www.schlichtungsstelle-mobilitaet.org, Tel. 0 30/4 69 97 00.

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