So fordern Sie Entschädigung

Verbraucher brauchen nicht immer die Hilfe eines Rechts­anwalts oder eines kommerziellen Flug­gast­helfers, um ihre Flug­gast­rechte auf Entschädigung bei Verspätung, Flug­ausfall und Nicht­beför­derung wegen Über­buchung durch­zusetzen. Häufig reicht das Ausfüllen eines Online-Beschwerdeformulars auf der Internetseite der Fluggesell­schaft, damit sie zahlt. Funk­tioniert das nicht, empfehlen wir Betroffenen, unser Muster­schreiben zu nutzen.

Online-Beschwerde über die Air­line-Website

Bequem ist es, wenn Passagiere ihren Anspruch auf Entschädigung online stellen können. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Air­line ihren Sitz im Ausland hat. Ein Online-Antrag geht schnell. Und ein teurer Einschreibe­brief ins Ausland entfällt. Im Folgenden nennen wir einige Fluggesell­schaften, bei denen Ansprüche nach der europäischen Flug­gast­rechte­ver­ordnung online gestellt werden können:

Alternative: Muster­schreiben per Einwurfein­schreiben

Bei Air­lines, die kein Online-Verfahren zur Reklamation von Entschädigungen haben, oder solchen, die auf die Online-Beschwerde des Kunden gar nicht reagieren, empfehlen wir, das Muster­schreiben der Stiftung Warentest zu verwenden. Dieses sollte aus Beweisgründen als Einwurfein­schreiben an die Air­line gehen. Natürlich lässt sich der Text auch per E-Mail oder Fax schi­cken.

Hinweis: Ergänzen Sie den nach­stehenden Text um Ihre persönlichen Daten. Im Text nennen wir die drei typischen Flug­ärger-Fälle (Ankunfts­verspätung um mehr als drei Stunden, Flug­ausfall und Nicht­beför­derung wegen Über­buchung). Wählen Sie die auf Sie zutreffende Variante und streichen den nicht zutreffenden Text.

Muster­brief

Name und Anschrift des Flug­gastes
Datum

Einwurfein­schreiben

Fluggesell­schaft
Straße
PLZ Ort

Entschädigung nach der europäischen Flug­gast­rechte­ver­ordnung (EG) Nr. 261/2004

Flug­nummer
Abflughafen
Ziel­flughafen
Flugdatum

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier­mit mache ich eine Ausgleichs­zahlung für die Passagiere

[Name, Adresse]
[Name, Adresse]
...
geltend.

[Verspätung] Der oben genannte Flug erreichte den Ziel­flughafen mit einer Verspätung von mindestens drei Stunden. Nach der Recht­sprechung des Europäischen Gerichts­hofs (Rechts­sache Sturgeon, Az. C-402/07 und C-432/07) steht mir/uns deswegen eine Ausgleichs­zahlung zu.

[Flug­ausfall] Der oben genannte Flug wurde annulliert. Nach Artikel 5 Absatz 1 Buch­stabe c) der europäischen Flug­gast­rechte­ver­ordnung (EG) Nr. 261/2004 steht mir/uns deswegen eine Ausgleichs­zahlung zu.

[Nicht­beför­derung wegen Über­buchung] Bei dem oben genannten Flug wurde mir die Beför­derung gegen meinen Willen verweigert, obwohl ich recht­zeitig zur Boarding­zeit am Abflug­terminal war. Nach Artikel 4 Absatz 3 der europäischen Flug­gast­rechte­ver­ordnung (EG) Nr. 261/2004 steht mir/uns deswegen eine Ausgleichs­zahlung zu.

Die Flug­strecke betrug [bitte eine der drei folgenden Entfernungs­kategorien wählen]

[1] bis zu 1500 Kilo­meter
[2] bis zu 3500 Kilo­meter
[3] über 3500 Kilo­meter

Der Anspruch auf Ausgleichs­zahlung beträgt daher [bitte der entsprechenden Nummer zuordnen]

[1] 250 Euro pro Person
[2] 400 Euro pro Person
[3] 600 Euro pro Person

Bitte über­weisen Sie mir die Summe von [Betrag einfügen] Euro inner­halb von 14 Tagen ab Zugang dieses Schreibens auf mein Konto [IBAN einfügen] bei der [Bank­name einfügen]. Ich behalte mir vor, nach Ablauf der Frist ohne eine weitere Mahnung recht­liche Schritte einzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Ort, Datum, Unter­schrift

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