Fluggesell­schaften müssen einen Ausgleich zahlen, wenn der Flieger nicht pünkt­lich abhebt. Die Air­line Condor sperrte sich.

Horst-Joachim und Anneli Kraft verklagten die Condor. Erst dann zahlte die Fluggesell­schaft ihnen 1 200 Euro Ausgleich für 14 Stunden Verspätung.

Verspätung

Der Flug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Frank­furt am Main hatte 14 Stunden Verspätung. Dafür hätten Horst-Joachim und Anneli Kraft (beide 65) aus Bonn von der Fluggesell­schaft Condor jeweils 600 Euro als Ausgleich erhalten müssen – neben der Erstattung für die Verpflegung. So legt der Bundes­gerichts­hof die Flug­gast­ver­ordnung der Europäischen Union (EU) aus (Az. Xa ZR 95/06). Doch Condor erstattete nur einen kleinen Teil der Summe. Horst-Joachim Kraft zog vor Gericht.

Urteil

Condor erklärte, dass ein Crewmitglied plötzlich erkrankt sei und die Maschine deshalb nicht starten konnte. Air­lines müssen nicht zahlen, wenn ein Flug wegen „außergewöhnlicher Umstände“ ausfällt. Eine Krankheit sei aber nicht außergewöhnlich, befand das Land­gericht Darm­stadt (Az. 7 S 122/10). Erst da lenkte Condor ein und über­wies das Geld.

Ausnahmen

Nur wenn die Fluggesell­schaft das Ereignis nicht beein­flussen konnte, darf sie den Ausgleich verweigern – etwa bei einem Vulkan­ausbruch, bei Unwettern oder einem Krieg im Reise­land. Im Falle eines Streiks sollte die Gesell­schaft belegen, dass sie sich nicht vorbereiten konnte. „Tech­nische Probleme“ sind kein ausreichender Grund, urteilt der Europäische Gerichts­hof (Az. C-549/07).

Tipp

Verlangen Sie einen Ausgleich, wenn Sie Ihr Reiseziel mindestens drei Stunden zu spät erreichen oder der Flug plötzlich ausfällt. Gesell­schaften aus Staaten außer­halb der EU müssen nur zahlen, wenn die Maschine in einem Land der EU startet. Die Höhe der Ausgleichs­zahlung richtet sich nach der Flug­distanz:

bis 1 500 Kilo­meter: 250 Euro;

1 500 bis 3 500 Kilo­meter: 400 Euro;

über 3 500 Kilo­meter: 600 Euro.

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