Fluggastrechte Meldung

Wenn Flüge in ein anderes EU-Land ausfallen, können Passagiere jetzt frei entscheiden, ob sie ihre Schadenersatzansprüche am Abflugs- oder am Landeort durchsetzen. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden.

Kampf ums Geld für Passagiere leichter

Annulliert die Fluggesellschaft kurzfristig einen Flug in ein anderes EU-Land, können Passagiere je nach Entfernung 250 bis 600 Euro an Ausgleichszahlungen beanspruchen. Doch müssen viele Fluggäste sehr hartnäckig vorgehen, wenn sie das Geld von der Airline haben wollen, wie der jüngste Bericht Fluggastrechte: „Airlines müssen zahlen“ zeigt. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs bringt nun Flugreisenden in andere EU-Länder Vorteile: Sie können frei wählen, ob sie ihr Recht vor einem Gericht am Abflugs- oder Landeort geltend machen wollen. Ihre Ansprüche müssen sie aber nicht am Sitz der Gesellschaft einklagen

Ausgleichszahlung wegen Flugverspätung

Ein Kunde hatte bei der lettischen Fluggesellschaft Air Baltic einen Flug von München nach Vilnius gebucht. Eine halbe Stunde vor dem Start hat die Airline den Flug abgesagt. Der Reisende konnte dann später auch mit Air Baltic über Kopenhagen nach Vilnius fliegen. Der verspätete Flugreisende machte sein Recht auf Ausgleichszahlung von 250 Euro vor dem Amtsgericht Erding geltend. Das ist für den Münchner Flughafen zuständig. Air Baltic meinte aber, er müsse am Sitz der Fluggesellschaft in Riga klagen. Der Europäische Gerichtshof gab dem Passagier Recht.

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 09.07.2009
Aktenzeichen: C-204/08

Test: Billigflieger

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