Pauschalreisen: Fünf Prozent Preisminderung pro Stunde

Die EU-Verordnung greift nur bei Flügen, nicht bei Pauschalreisen. Denn da geht das deutsche Reiserecht vor. Ansprechpartner ist dann der Reiseveranstalter. Doch bei Pauschalreisen fallen Verspätungen nicht so ins Gewicht wie bei reinen Flügen. Schließlich gehören zum Reisevertrag noch weitere Leistungen wie das Hotel.

Konkret: Verspätungen bis vier Stunden müssen Urlauber schlucken. Bei Fernreisen akzeptieren Gerichte sogar acht Stunden. Aber wenn es noch länger dauert, dürfen Kunden pro Stunde zusätzlichen Wartens den Tagesreisepreis um fünf Prozent mindern.

Das gilt aber nicht, wenn der Abflug einige Tage vor der Abreise verlegt wird. Denn der erste und der letzte Urlaubstag sind fast immer für An- und Abreise eingeplant. Erst wenn die Nachtruhe massiv beeinträchtigt wird, sind Preisminderungen drin. Beispiele:

Die Vorverlegung des Rückflugs von 14.35 Uhr auf 6.10 Uhr stellt keinen Reisemangel dar (Amtsgericht Bad Homburg, Az. 2 C 3320/00–18).

Eine um 44 Stunden verspätete Ankunft rechtfertigt eine Preisminderung für zwei Tage (Amtsgericht Hamburg-Blankenese, Az. 508 C 136/02).

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