Flug­buchungs­portale Besser buchen bei der Air­line

27.07.2016
Flug­buchungs­portale - Besser buchen bei der Air­line
Aufdringliche Verkäufer. Reiseportale verdienen mit Zusatz­angeboten wie Versicherungen Geld – und mit Gebühren, die sie gern verstecken. © Thinkstock, Picture alliance (M)

Nachdem die eigentlichen Unter­suchungs­ergeb­nisse fest­standen, meldete die Unister Firmengruppe Insolvenz an. Das Portal fluege.de gehört ihr direkt, an flug.de und flug24.de ist sie beteiligt. Alle drei Portale hätten jedoch sowieso keine Empfehlung von der Stiftung Warentest erhalten. Ihr Test­urteil lautet jeweils ausreichend. Es gibt bessere Alternativen. Das zeigt der Test von zehn überge­ordneten Flug­buchungs­portalen und fünf Buchungs­portalen von Fluggesell­schaften.

Flug­buchungs­portale Testergebnisse für 15 Flug­buchungs­portale 08/2016

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Liste der 15 getesteten Produkte
Flug­buchungs­portale 08/2016 - Portale mit Preis­ver­gleich
  • Bravofly Hauptbild
    Bravofly
  • Check24 Flüge Hauptbild
    Check24 Flüge
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    Expedia
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    Fluege.de
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    Flug.de
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    Opodo
Flug­buchungs­portale 08/2016 - Portale der Fluggesell­schaften
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    Airberlin
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    Deutsche Lufthansa
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    Easyjet
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    Eurowings
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    Ryanair

Beschwerliche Buchungs­prozedur

Manchmal ist eine Strapaze, auf einem Reise­buchungs­portal ein Flugti­cket zu buchen. Wie aufdringliche Verkäufer versuchen sie immer wieder dem Kunden Versicherungen und Zusatz­leistungen aufzuschwatzen. Klickt er auf „nein“, erscheinen knall­rote Text­kästen mit Warnungen. Wer bis zum Buchungs­klick durch­hält, wird meist noch mit einem höheren Preis bestraft. Der anfangs ange­zeigte gilt nur für diejenigen, die mit einer exotischen Kreditkarte zahlen, also für ganz wenige. Allen anderen brummen die Anbieter eine Service­gebühr auf, oben­drein eine Zahlungs­pauschale.

Fluggesell­schaften zahlen keine Provision

Onlineportale, die Flüge verkaufen, haben ein Problem: Die Fluggesell­schaften zahlen keine Provisionen – also müssen sie anderweitig Geld verdienen. Sie versuchen es mit dem Verkauf von Versicherungen, weiteren Reise­bausteinen und Service­gebühren. Während sie Versicherungen oft aufdringlich anbieten, verstecken sie Service­gebühren gern trick­reich. Sie gaukeln Kunden einen güns­tigen Flugpreis vor. Nachdem sie lang­wierig private Daten einge­geben und die Zahl­weise gewählt haben, kann der Preis erheblich steigen.

Sieben Portale fallen negativ auf

Sieben von zehn getesteten Portalen fallen im Test mit einer beschwerlichen und intrans­parenten Nutzerführung auf. Bei den fünf geprüften Portalen von Fluggesell­schaften – Airberlin, Easyjet, Eurowings, Luft­hansa, Ryanair – sieht es besser aus. Direkt bei ihnen zu buchen, ist einfacher, trans­parenter und oft billiger als beim Vergleichs­portal. Nur Easyjet schneidet ausreichend ab. Die Air­line informiert bei der Buchung kaum über Stornierungs­bedingungen und gewährt Kunden kein deutsches Vertrags­recht.

Faire Zahlungs­optionen bei Air­lines

Die Portale der Fluggesell­schaften hielten sich bei den Test­buchungen immer an die Vorschriften bezüglich der Zahlung. Zwar wollen auch die Air­lines Versicherungen, Hotel­zimmer oder Mietwagen verkaufen, sie gehen aber vergleichs­weise zurück­haltend vor. Versteckte Gebühren gibt es auf ihren Seiten kaum.

Hohe Storno­gebühren

Wer seinen Flug nicht antreten kann, will ihn stornieren. Doch bei den meisten güns­tigen Tarifen ist das nicht möglich. Kunden erhalten auf Antrag bestenfalls die Steuern und Gebühren zurück. Wer sich die Option Stornieren/Umbuchen wünscht, muss einen speziellen, meist teureren Tarif wählen. Trotzdem sind die Storno­gebühren hoch. In einigen Fällen über­steigen sie sogar den Rück­erstattungs­betrag. Einige Portale lassen sich zudem sehr lange Zeit mit der Rück­zahlung. Mitunter traf das Geld erst sechs Wochen nach der Stornierung bei uns ein. Auch beim Stornieren läuft es bei den Fluggesell­schaften deutlich besser als bei den Buchungs­portalen. Und der Kunde erhält oft nahezu den gesamten Flugpreis zurück.

Sammler von Nutzer­daten

Fast alle Anbieter behalten sich vor, Nutzer­daten auszuwerten. Auf ihren Internet­seiten laufen im Hintergrund Tracking- und Webanalysetools, mit denen sie Kunden­daten sammeln. Das geschieht mithilfe von Cookies, kleinen Daten­paketen, die auf dem Nutzercomputer abge­legt werden. Leider hilft es nichts, Cookies im Browser zu deaktivieren. Dann funk­tionieren die meisten Portale nicht mehr richtig.

27.07.2016
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